mini|Blick auf Greding
Greding ist ein Gemeindeteil der Stadt Greding und deren Hauptort im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Greding hat eine Fläche von 13,236 km² und ist in 2901 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 4562,49 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Buganderl-Keller und Distelmühle.
Geographie Lage Benachbarte Orte von Norden beginnend: Röckenhofen Herrnsberg Landerzhofen Kaising Mettendorf Heimbach Kraftsbuch Hausen
Greding liegt 36 km nördlich von Ingolstadt an der Bundesautobahn 9.
Greding befindet sich im Zentrum des Naturparks Altmühltal. Die Stadt ist staatlich anerkannter Luftkurort. Fluss: Schwarzach, Agbach Berge: Kalvarienberg, Galgenberg, Pfaffenberg
Klima Das Klima in Greding ist gemäßigt. Die Temperatur beträgt im Jahresdurchschnitt 8,4 °C, die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge 707 Millimeter.
Geschichte Bis zum 10. Jahrhundert Zwischen 10.000 und 6000 v. Chr. gibt es erste Siedlungsspuren (Holzkohlenreste, Hundekiefer) am Euerwanger Bühl. Auf dem Hofberg bei Obermässing, in Schutzendorf und bei Attenhofen wurden zwischen 1400 und 1200 v. Chr. Hügelgräber errichtet. Keltische Siedlungsspuren bei der Distelmühle sind im 2. Jahrhundert vor Christus gefunden. Diese wurden als zweite aufgefundene prähistorische Wohnstätte in Bayern 1910 erforscht.
Aus der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts wurden erste Rodungsnachweise der Bajuwaren im Schwarzachtal bei Greding-Großhöbing. Der bajuwarische Ortsname „Gred-ing“ bedeutet so viel wie bei den Leuten des „Gredo“ oder „Grado“. Der Personenname „Grado“ oder „Gredo“ selbst steht für „der Begierige, der Hungrige“. Der Ortsname „Höb-ing“ geht auf die Wohnstätte eines „Hebo“ oder „Habo“ zurück. „Hebo“ oder „Habo“ bezeichnet „den Kämpfer“. Da es sich bei Greding und Höbing – auf Grund der frühzeitlichen Bedeutung – sicherlich um einen echten „-ing“-Ort handelt, bezieht sich das Suffix „-ing“ auf eine „Personengruppe“ (und nicht auf eine geographische Gegebenheit = unechter „-ing“-Ortvgl. W.-A. Reitzenstein, Lexikon der bayerischen Ortsnamen, S. 16 und A. Heintze u. P. Cascorbi, Die deutschen Familiennamen, S. 221, Stichwort „Gradas/Gredus“).
Um 600 n. Chr. wurden eine Wassermühle und ein künstliches Stauwehr bei Großhöbing gebaut. Wahrscheinlich wurde zu dieser Zeit bereits Eisenerz verarbeitet. Die Siedlung (Groß-)Höbing umfasste circa 200 bis 250 Personen.
Um 700 n. Chr. war der Gredinger Gemeindeteil (Groß-)Höbing wichtiger Grenzposten (wahrscheinlich der baierischen Huosi-Sippe; vgl. Fund eines Tuffsteinsarkophags in der Max-Müller-Straße, St. Martin als Huosisippenpatron, die Namen der Gredinger Ortsteile usw.) im Herzogtum Bayern an der Fernhandelsstraße von der Nordsee nach Venedig. Zugleich war dieser Ort wichtiger Produktionsort für die „Waffenindustrie“ der Bajuwaren. Bei Großhöbing lassen sich aus dieser Zeit noch Eisenschlacken, Rennfeueröfen, Holzkohlemeiler, Wetzsteine und eine künstlich angelegte Lände für Schiffe nachweisen. Transportiert wurde das bearbeitete Eisenerz (und eventuell die Waren von Venedig und der Nordsee) über den Wasserweg (Schwarzach, Altmühl, Donau) in die damalige bajuwarische Residenzstadt Regensburg.
Karl Martell fiel um 725 im nördlichen Herzogtum Bayern ein (vgl. Geschichte Bayerns). Um diese Zeit dürfte das bayerische Hochadelsgeschlecht bei Großhöbing („Fürst von Höbing“; ausgestellt im Archäologie-Museum Greding) bestattet worden sein. Circa im Jahr 740 wurde ein Kloster in Eichstätt (Vorgänger des Bistums Eichstätt) durch Herzog Odilo von Bayern, Bonifatius und den bayerischen Hochadeligen Suitger, der umfangreichen Besitz im Raum Eichstätt und im Raum Salzburg/Reichenhall hatte, gegründet. 745 oder 750 n. Chr. stellte Pippin das Bistum Eichstätt unter karolingische Verwaltung. Herzog Tassilo III. von Bayern wurde durch Karl den Großen 788 abgesetzt. Das ganze Herzogtum Bayern kam unter fränkisch-karolingische Verwaltung. Als Verwaltungsstützpunkte wurden so genannte Königshöfe („curie“) errichtet.
Um 900 war Greding ein fränkischer Königshof auf dem bayerischen Nordgau und wurde von den Karolingern (als Reichslehen) an die Nordgaugrafen aus dem Geschlecht der Babenberger (Linie Popponen) verliehen. Der Nordgau ist größtenteils vergleichbar mit der heutigen Oberpfalz. Die Babenberger sollen Nachkommen aus der Sippe des um 765 genannten „nobilis vir Poapo“ (=Pabo/Babo) aus dem Geschlecht der Huosi sein. Der bayerische Herzog und karolingische König Ludwig das Kind übergab nach 900 Greding (im Zuge der Babenberger Fehde) aus dem Besitz der Babenberger Nordgaugrafen (Linie Popponen) an den Bischof von Eichstätt.
Graf Babo/Papo/Poppo von Rott (am Inn), der Sohn des Grafen Pilgrim I. an der Sempt (=Gebiet zwischen Moosburg und Landshut; aus dem Geschlecht der Pilgrimiden), hatte um 945 unter anderem Besitz in Biberbach. Dies liegt bei Beilngries unterhalb der späteren Burg Hirschberg im Dreieck der drei Nachbarstädte Beilngries, Berching und Greding. Dieser Graf Babo/Papo/Poppo dürfte mit größter Wahrscheinlichkeit der Stammvater der späteren Babonen von Kühbach (bei Aichach) bzw. der Babonen von Abensberg (bei Kelheim) gewesen sein. Die Babonen von Kühbach sind ihrerseits die Vorfahren der späteren Grafen von Grögling-Hirschberg. Die Pilgrimiden und die Grafen von Grögling-Hirschberg waren Hauptvögte des Hochstifts Freising. Auch die Pilgrimiden sollen Nachkommen aus der Sippe des „nobilis vir Poapo“ (=Pabo/Babo) sein.
Ende des 10. Jahrhunderts war Greding wieder Reichslehen der Babenberger (Popponen) auf dem bayerischen Nordgau. Wann und wie der Wechsel von Eichstätt zu den Babenbergern (Linie Popponen) vollzogen wurde (möglicherweise durch Gewaltanwendung) ist nicht bekannt.
11. bis 15. Jahrhundert Nach der Schweinfurter Fehde 1003 werden große Teile des bayerischen Nordgaus durch König Heinrich II. an Graf Udalschalk aus dem Geschlecht der Babonen von Kühbach übergeben. Greding selbst wird im Rahmen dieser Fehde durch den späteren Kaiser Heinrich II. dem Babenberger Nordgaugrafen Heinrich von Schweinfurt erneut weggenommen und kommt in den Besitz des Bischofs von Eichstätt. Nach dieser Fehde verlegt Nordgaugraf Heinrich seinen Machtmittelpunkt von Sulzbach (heute Sulzbach-Rosenberg) in Richtung Schweinfurt (vgl. auch Schweinfurt (Adelsgeschlecht)). Graf Udalschalk aus dem Geschlecht der Babonen von Kühbach verstirbt 1008. Heinrich von Schweinfurt erhält Teile des Nordgaus wieder von Kaiser Heinrich II. zurück. Die Babonen sollen auch auf den „nobils vir Poapo“ zurückgehen. Graf Sieghard V. (aus dem Geschlecht der Chiemgaugrafen der Sieghardinger mit Stammsitz in Reichenhall) schenkt um 1015 seinen Besitz im Gredinger Ortsteil Esselberg an das Kloster St. Emmeram in Regensburg, um so sein Seelenheil zu retten. Eventuell stammt dieser Besitz in Esselberg von den Pilgrimiden ab, denn der Neffe Thiemo des Grafen Babos/Papos/Poppos (vgl. „um 945“) wird 1007 als Graf von Reichenhall bezeichnet. Die Sieghartinger sind durch Hochzeiten die Rechtsnachfolger der Huosi im Chiemgau geworden. Somit dürfte der Besitz der Sieghartinger im Raum Greding ursprünglich auf die Huosi zurückgehen. Greding muss zwischen 1003 und 1058 wieder (gewaltsam?/Gütertausch mit dem neu errichteten Bistum Bamberg?) dem Bischof von Eichstätt weggenommen worden sein, da es 1058 abermals im Besitz der Babenberger Nordgaugrafen aus der Linie der Popponen Otto von Schweinfurt (auch Otto III. (Schwaben) genannt) ist. Als dieser 1058 stirbt, entzieht König Heinrich IV. Ottos Witwe Irmengard das Gut Greding und unterstellt es seiner Reichsverwaltung. Markgraf Ekbert I. von Meißen, der zweite Ehemann der Witwe Irmengard, gilt 1062 als einer der Anführer im Staatsstreich von Kaiserswerth und stellt Ansprüche auf Greding. Zusammen mit dem bayerischen Herzog Otto von Northeim und anderen Fürsten entführt diese Gruppe den jungen König Heinrich IV. und erpresst so für kurze Zeit die Reichsinsignien. De facto lag die Reichsführung bis 1065 bei dieser Gruppe. König Heinrich IV. wird durch die Schwertleite am 29. März 1065 wieder in sein Amt eingesetzt. Otto von Northeim muss 1070 als bayerischer Herzog abdanken, nachdem er angeblich dem König nach dem Leben trachtete. Greding erscheint 1064 oder 1065 im Tafelgüterverzeichnis König Heinrichs IV. als „Gradinga“ unter den „curie de bawaria“ (als bayerischer Königshof unter den Reichsgütern). Zeitlich fällt die Erstellung dieses Tafelgüterverzeichnisses mit der Schwertleite von König Heinrich IV. nach dessen Entführung zusammen. In diesem Verzeichnis ist auch aufgelistet, das Greding fünf Servitien an den König zu leisten hatte. (Ein Servitium umfasste 5 Kühe, 40 Schweine, 7 Saugschweine, 50 Hennen, 500 Eier, 10 Gänse, 90 Käse, 19 Pfund Wachs und 4 große Fuder Wein.) Da zu dieser Zeit Nürnberg sieben Servitien zu leisten hatte und Weißenburg nur Eines musste Greding damals wesentlich bedeutender als heute gewesen sein.