mini|Schloßstr. 12: Ehemaliges Amtshaus des Deutschen Ordens mini|Hauptstr. 16: Unteres Torhaus
Ickelheim (fränkisch: IglaE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 106. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „iglɑ“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Bad Windsheim, Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Ickelheim hat eine Fläche von 14,551 km². Sie ist in 1419 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10254,45 m² haben.
Geographie Das Pfarrdorf liegt in der Windsheimer Bucht und ist von Feldern umgeben (Nordwesten: Weißes Feld, Westen: Ried, Osten: Schorn). Durch den Ort fließt der Linkenbach, der ein rechter Zufluss der Aisch ist. 0,75 km nordöstlich erhebt sich der Selbertsbuck (), 2 km südöstlich im Bannholz der Sulzberg ().
Die Staatsstraße 2253 führt zur Bundesstraße 470 (2 km nördlich) bei Bad Windsheim bzw. nach Breitenau (3,2 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an der Wasen- und Penleinsmühle vorbei nach Sontheim zur Kreisstraße NEA 39 (1,7 km südlich).
Geschichte Gegründet wurde der Ort wahrscheinlich während der Fränkischen LandnahmeSiehe Website mgoesswein.de als Königshof, der in einer Urkunde von 889 als „Ikilenheim“ bezeugt wurde. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Ikkilo.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 106 f.Nach R. Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Uffenheim, S. 64, wurde der Ort im Zusammenhang mit der Gründung des Bistums Würzburg 741 erstmals namentlich erwähnt. Es entwickelte sich zu einem Runddorf mit zwei Torhäusern, das von einem Wall und Graben umgeben war.R. Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Uffenheim, S. 64 f.
Im Jahr 1249 wurde in einer päpstlichen Bulle bestätigt, dass das Kloster Heilsbronn u. a. in „Ikilneim“ begütert ist.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 65; Bd. 2, S. 382.
1259 erscheinen in einer Urkunde die Nürnberger Burggrafen und die Stadt Uffenheim als Grundherren. Die Burggrafen lenkten die Geschicke Ickelheims ab 1282 von ihrem Vicedomsitz Neustadt aus.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 28. 1294 schenkte Konrad IV. seinen Besitz dem Deutschen Orden. Von den Geistlichen Hans Heberlein und Georg Buscher ausgehender Widerstand gegen die Reformation und Streitigkeiten mit dem Deutschorden als Besitzer des größten Teils Ickelheims verzögerten dort bis 1557 die Umsetzung der Reformation, obwohl die Gemeinde bereits 1539 einen evangelischen Pfarrer gefordert hatte.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 193. 1565 wurde das Vogteiamt Ickelheim gebildet, das zur für Ickelheim zuständigen Deutschordenskommende Virnsberg gehörte. Aus dieser Zeit stammt das Amtshaus, das heute noch erhalten ist. Während des Dreißigjährigen Krieges traf im Oktober 1621 der Heerführer Peter Ernst II. von Mansfeld mit einem Teil (der „Artolerey“) seiner Truppen in Ickelheim ein, und im Herbst 1631 kam es wie in Marktbergel und Ipsheim zu Übergriffen durch kaiserliche Truppenteile.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 231, 234 f. und 237.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ickelheim 114 Anwesen. Das Hochgericht übte das Obervogteiamt Virnsberg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Ickelheim. Grundherren waren das Vogteiamt Ickelheim (81 Anwesen: Schloss, Schulhaus, Jägerhaus, 2 Wirtshäuser, 15 Höfe, 6 Güter, 3 Gütlein, 2 Halbgütlein, 34 Häckersgütlein, 2 halbe Häckersgütlein, 13 Häuser, 1 Mühle), die Gemeinde Ickelheim (2 Torhäuser, Schmiede, Gemeindehaus, Gemeindehirtenhaus, Synagoge), die Pfarrei Ickelheim (Pfarrhaus, Frühmesshaus, 1 Hof, 2 Häckersgütlein), die Pfarrei Linden (1 Häckersgut), das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Windsheim (3 Güter, 2 Häuser), die Reichsstadt Windsheim (4 Güter), und das Verwalteramt Burgbernheim des Juliusspitals Würzburg (1 Haus).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 104.
1806 kam Ickelheim an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Ickelheim gebildet, zu dem Linkenmühle und Wasenmühle gehörten. 1811 entstand die Ruralgemeinde Ickelheim, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 228. Am 1. Januar 1821 kam Ickelheim an das Landgericht Windsheim und an das Rentamt Ipsheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 213. Ab 1862 gehörte Ickelheim zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 14,578 km².
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Ickelheim am 1. Juli 1976 nach Bad Windsheim eingemeindet.
1987 errang Ickelheim im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ die Goldmedaille.
Baudenkmäler In Ickelheim gibt es 20 Baudenkmäler: Hauptstr. 16: Unteres Torhaus Hauptstr. 34: Gasthaus Goldenes Kreuz mit Scheune Hauptstr. 42: St. Georg, evang.-luth. Pfarrkirche mit Kirchhofmauer und Kriegerdenkmal Hauptstr. 55: Hofanlage mit Nebengebäuden Hauptstr. 62: Oberes Torhaus Mittelgasse 11: ehemalige Synagoge Schloßgasse 12: ehemaliges Amtshaus des Deutschen Ordens Schloßgasse 16: Gasthaus zur Jägersruh diverse Wohnhäuser
Bodendenkmäler In der Gemarkung Ickelheim gibt es 27 Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2011 2019Einwohner 706 704 720 709 678 645 651 612 640 683 666 642 596 537 573 538 526 521 504 793 784 675 537 496 575 518 625HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 100 105 127 137 119 125 113 119 114 179 Quelle Für die Gemeinde Ickelheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Linkenmühle (S. 55) und Wasenmühle (S. 100). Ickelheim: 698 Einwohner, 98 Feuerstellen; Linkenmühle: 3 E., 1 F.; Wasenmühle: 5 E., 1 F. Ickelheim: 689 Einwohner, 103 Häuser; Linkenmühle:98 E., 1 H.; Wasenmühle: 6 E., 1 H. Ickelheim: 672 Einwohner; Linkenmühle: 6 E. Ickelheim: 635 Einwohner; Linkenmühle: 8 E.; Wasenmühle: 8 E. Ickelheim: 663 Einwohner, 135 Wohngebäude; Linkenmühle: 8 E., 1 Wgb.; Wasenmühle: 12 E., 1 Wgb.
Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Georg und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Katholiken sind nach St. Bonifaz (Bad Windsheim) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Bad Windsheim) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 889 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1976 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim