Der Thomas-Dehler-Preis war ein Literaturpreis,Literarische Preise, in: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 56. Jahrgang (1974). Reprint 2019, De Gruyter, Berlin/Boston 2019, ISBN 978-3-11-082606-7, S. 1256. den das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab Oktober 1969: Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) 1967 stiftete und von 1968 bis 1989 vergab. Namensgeber war der deutsche Politiker Thomas Dehler.

Bestimmung, Preisgeld und -träger, Werke Das Ministerium würdigte mit diesem Preis literarische Arbeiten, die die Teilung Deutschlands behandelten;Dehler-Preis an DDR-Literaten. In: Nordwest-Zeitung, 28. Oktober 1987. Thema, Sprache und Stil sollten sich auf sie beziehen.So Dorothee Wilms, die letzte Bundesministerin für innerdeutsche Beziehungen, in ihrer Rede zur Verleihung des Preises am 23. Oktober 1987, Abdruck in: Texte zur Deutschlandpolitik, Bundes-Verlag, Bonn 1988, hier S. 334.

Folgende Personen wurden geehrt: JahrPreisgeld (DM)PreisträgerWerk196810.000Ernst Richert und Jochen ZiemArbeiten zur DDR-Forschung (Richert); Die Einladung (Ziem)Thomas-Dehler-Preis verliehen. In: Nordwest-Zeitung, 24. Juli 1968.196910.000Handbuch der Kulturpreise und der individuellen Künstlerförderung in der Bundesrepublik Deutschland 1978. Im Auftrag des Bundesministeriums des Innern erstellt von Karla Fohrbeck und Andreas Johannes Wiesand, DuMont, Köln 1978, S. 427, ISBN 978-3-7701-1089-6.Alfred Kantorowicz Literarisches und publizistisches GesamtwerkAlfred Kantorowicz erhielt „Thomas-Dehler-Preis“. In: Nordwest-Zeitung, 6. August 1969.197010.000Horst KrügerSchriftstellerisches Gesamtwerk, insbesondere: Das zerbrochene Haus und Deutsche Augenblicke10000-Mark-Dekoration. In: Die Zeit, 24. Juni 1970, abgerufen am 6. Januar 2022.197320.000Joachim FestDas Gesicht des Dritten Reiches und Hitler. Eine BiographieThomas-Dehler-Preis für Joachim Fest. In: Nordwest-Zeitung, 5. Dezember 1973.197820.000Peter WeissRobert Cohen: Intellektuelle und Künstler in der Revolution: Trotzki im Exil und Hölderlin, in: ders.: Peter Weiss in seiner Zeit, J.B. Metzler, Stuttgart 1992, Zusammenfassung des Kapitels, Springer Link.GesamtwerkPreis für Peter Weiß (sic!). In: Nordwest-Zeitung, 18. November 1977.198720.000Sascha Anderson und Jürgen FuchsDeutsche Literatur, Teil 1987, Reclam (=Reclams Universal-Bibliothek, Nr. 8404), Stuttgart 1988, ISBN 978-3-15-008404-5, S. 128.198930.000Ein fabulierender Realist. Hans Joachim Schädlich erhielt Thomas-Dehler-Preis 1989. In: General-Anzeiger, 4. November 1989.Der Fischer Weltalmanach 1991. Fischer, Frankfurt am Main 1990, Sp. 1035, ISBN 978-3-596-19091-1.Hans Joachim SchädlichTheo Buck: Hans Joachim Schädlich. Leben zwischen Wirklichkeit und Fiktion, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2015, ISBN 978-3-412-22449-3, S. 254.Versuchte Nähe und Der Sprachabschneider

1977 lehnte Sarah Kirsch den ihr angetragenen Preis mit der Begründung ab, sie wolle sich politisch nicht vereinnahmen lassen.Hans Wagener: Sarah Kirsch (Köpfe des 20. Jahrhunderts, Bd. 113), Colloquium-Verlag, Berlin 1989, S. 13, ISBN 978-3-7678-0751-8.Sarah Kirsch, Christa Wolf: „Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt“. Der Briefwechsel. Herausgegeben von Sabine Wolf unter Mitarbeit von Heiner Wolf. Suhrkamp, Berlin 2019, ISBN 978-3-518-42886-3, (Online-Nachweis).

Jury Die Auswahl für den Preis nahm eine unabhängige Jury vor. Carola Stern leitete diese 1969,Freiheit und Recht. Die Stimme der Widerstandskämpfer und der Verfolgten, Jahrgang 15 (1969), S. 4. Marcel Reich-Ranicki die von 1970 und von 1978.Helmut Müssener: „Du bist draußen gewesen“. Bemerkungen zur unmöglichen Heimkehr des Peter Weiss. In: Helmut G. Asper: Wenn wir von gestern reden, sprechen wir über heute und morgen. Festschrift für Marta Mierendorff zum 80. Geburtstag. Edition Sigma Bohn, Berlin 1991, S. 277–286, hier. S. 279.

Einzelnachweise

Kategorie:Literaturpreis (Deutschland) Kategorie:Erstverleihung 1968 Kategorie:Ehemalige Auszeichnung Kategorie:Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen