Oberntief (fränkisch: EjbäandiefE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 157. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „eibęɘndīf“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Bad Windsheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Oberntief hat eine Fläche von 8,776 km². Sie ist in 831 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10560,72 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Unterntief.
Geografische Lage Durch das Kirchdorf fließt der Lochbach, der mit dem Schmalenbach (rechts) zur Tief zusammenfließt, einem linken Zufluss der Aisch. Im Süden grenzt im Gräfholz ein Naturschutzgebiet an. Im Süden, Westen und Norden ist der Ort von Erhebungen umgeben: dem Dachsberg, dem Seeberg () und weiteren, namenlosen Erhebungen. 0,75 km nordöstlich liegt das Flurgebiet Gerleinssee und 0,75 km südöstlich die Hirtenstube. Die Kreisstraße NEA 40 führt nach Unterntief (2,5 km östlich) bzw. nach Bad Windsheim (4 km südöstlich).
Geschichte Gegründet wurde Oberntief wahrscheinlich während der zweiten Siedlungswelle der Fränkischen Landnahme. Erstmals namentlich erwähnt wurde der Ort in einer Urkunde des Jahres 1226. Zu dieser Zeit gab es bereits das ortsansässige Rittergeschlecht Tief. Die nachfolgenden Geschlechter Schoder und Hohenberg verkauften die Burg samt Wald und Felder an das Windsheimer Spital. 1447 erwarb die Reichsstadt Windsheim den gesamten Ort.Oberntief auf der Website mgoesswein.de.Nach R. Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Uffenheim, S. 86, erwarb die Reichsstadt Windsheim Oberntief im Zeitraum von 1348 bis 1406.Nach E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 157, Ersterwähnung als „superiori Tief“ im Würzburger Lehenbuch, das im Zeitraum zwischen 1303 und 1313 entstand. Der Ortsname ist ein Oxymoron, da das althochdeutsche Wort tiufī unten bedeutet. Die Reformation erfolgte im Dekanatsbezirk 1525.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberntief 34 Anwesen. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Windsheim aus. Sie hatte ggf. an das brandenburg-bayreuthische Vogtamt Lenkersheim auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Reichsstadt Windsheim. Grundherren waren die Reichsstadt Windsheim (24 Anwesen), das Schwarzenbergische Amt Wässerndorf (5 Güter), das Klosteramt Birkenfeld (1 Gut, 2 Gütlein), das Vogtamt Jochsberg-Flachslanden (1 Häckersgütlein) und die Ratsstipendienstiftung Kitzingen (1 Hof).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 119.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Külsheim und Kammeramt Ipsheim. Im Jahr 1810 kam Oberntief an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Külsheim und der 1817 gebildeten Ruralgemeinde Külsheim zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Oberntief, zu der Unterntief gehörte.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 227. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Die freiwillige Gerichtsbarkeit über sechs Anwesen hatte jedoch bis 1848 das Herrschaftsgericht Hohenlandsberg der Fürsten Schwarzenberg inne.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 215. Ab 1862 gehörte Oberntief zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 8,807 km².
Am 1. Januar 1972 wurde Oberntief im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Bad Windsheim eingegliedert.
Baudenkmäler In Oberntief gibt es sieben Baudenkmäler: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria Am Dorfweiher 11: Wohnstallhaus mit Nebengebäuden Kehrenbergstr. 15: Kleinhaus Kehrenbergstr. 19: Wohnstallhaus mit Scheune Kehrenbergstr. 25, 27: Wohnstallhaus mit Nebengebäude Kehrenbergstr. 30: Kleinbauernhaus
Bodendenkmäler In der Gemarkung Oberntief gibt es vier Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Oberntief Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 291 347 330 321 334 333 306 306 322 335 322 299 280 268 260 261 245 232 204 286 295 269 224 211HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 56 61 61 57 60 59 54 46 46 Quelle Für die Gemeinde Oberntief zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Unterntief (S. 95). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 349 Einwohner.
Ort Oberntief Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2011Einwohner 192 230 230 227 216 183 172 206 154 144 134 147Häuser 37 42 40 42 38 33 33 33 Quelle
Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Maria und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Katholiken sind nach St. Bonifaz (Bad Windsheim) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Bad Windsheim) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1226 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim