Der Fußballverband Niederrhein (FVN) ist die Dachorganisation von 1.047 Fußballvereinen mit etwa 472.000 Mitgliedern und über 8.000 Mannschaften (Stand 2026). Der FVN wurde im Januar 1947 gegründet und gehört zu den 21 Landesverbänden des DFB sowie zum Westdeutschen Fußballverband. Sitz des FVN ist Duisburg, an der Spitze des Verbandes steht seit 2013 Peter Frymuth als Präsident. Die bekanntesten Vereine im Fußballverband Niederrhein sind Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf, der MSV Duisburg, der KFC Uerdingen 05, der Wuppertaler SV, Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen sowie die ehemaligen Profivereine Schwarz-Weiß Essen, 1. FC Bocholt, SG Union Solingen und der FC Remscheid. Das Gebiet des FVN deckt den Regierungsbezirk Düsseldorf und den Stadtkreis Bottrop sowie im Kreis Borken die Städte Isselburg, Bocholt und Rhede, im Oberbergischen Kreis die Städte Hückeswagen und Radevormwald, im Rheinisch-Bergischen Kreis die Städte Burscheid, Leichlingen und Wermelskirchen und die Stadtteile Bergisch Neukirchen, Lützenkirchen, Opladen und Quettingen der Stadt Leverkusen ab.
Geschichte
Der Fußballverband Niederrhein e. V. (FVN) wurde am 18. Januar 1947 von 175 stimmberechtigten Delegierten im großen Saal der Henkel-Werke in Düsseldorf gegründet. Damals gehörten dem FVN bereits rund 500 Vereine und 100.000 Mitglieder an, die durch den Verband wieder zu einem geregelten Spielbetrieb fanden und oft unter großer Anteilnahme der Bevölkerung Meisterschaften ausspielten.
Als die Zersplitterung mehr und mehr droht, finden sich beide Lager am 25. Mai 1946 zu einer Sitzung im Rheinbahnhaus/Düsseldorf ein. Ein „Zwölferausschuss“ (Weber, Figge, Schleisiek, Werner, Pegels, Schlösser, Heisterkamp, Thielemann, Schumacher, Hülsken, Jackfeld und Müller) wird gebildet, der beschließt, die Gegensätze zu begraben und die „Interessengemeinschaft Fußball Niederrhein“ zu gründen. Mit der Einteilung des Spielverkehrs, wobei die Stadtmeisterschaften als Grundlage dienen, und der Aufteilung in die vier Bezirke Berg-Mark, Linker Niederrhein, Rechter Niederrhein und Ruhr schafft die Gemeinschaft kurz darauf eine wichtige Basis für die spätere Gründung des FVN.
Schließlich starten am 15. September 1946 in allen Bezirken, die zudem in vierzehn Fußballkreise unterteilt sind, die Meisterschaftsspiele. Drei Monate später, am 14. Dezember 1946, fassen 36 Kreisfußballobleute im Essener Kaiserhof den Beschluss, einen Verbandstag abzuhalten.
Gründung Am 18. Januar 1947 trafen sich im großen Saal der Henkel-Werke in Düsseldorf 175 stimmberechtigte Delegierte und gründen den Fußballverband Niederrhein e. V. Der erste FVN-Vorstand setzt sich aus Artur Weber (1. Vorsitzender), Fritz Schoof (2. Vorsitzender und Schatzmeister), Heinrich Werner (3. Vorsitzender) sowie Alfred Kühn und Artur Schleisiek (Beisitzer) zusammen. Der FVN umfasst bereits 500 Vereine und rund 100.000 Mitglieder.
Kurz darauf findet bereits die erste Jugendleitertagung des Verbandes statt: Fritz Merkelbach wird am 1. Februar 1947 zum Jugendobmann gewählt. Sein achtköpfiger Ausschuss leistet sofort Pionierarbeit, in dem er in Jugendherbergen Schulungen für Vereinsjugendleiter und Jugendliche organisiert.
Am 18. März 1947 wird mit Mathias Schumacher ein hauptamtlicher Geschäftsführer verpflichtet, der seine Tätigkeit zunächst im Essener Deutschlandhaus, ab August 1947 dann aber in den größeren Räumlichkeiten des Oberhausener Polizeipräsidiums am Friedensplatz aufnimmt. Innerhalb kürzester Zeit schafft es die Geschäftsstelle, etwa 60.000 dreiteilige Meldekarten sowie 20.000 Pässe zu bearbeiten. So kann der Spielbetrieb schnell in normale Bahnen gelenkt werden.
Monate zuvor findet bereits das erste Repräsentativspiel statt: In Rheydt feiert der FVN am 29. Juni 1947 einen deutlichen 5:1-Erfolg gegen Südwest.
Am 4. Juli 1947 wird der neue Verband auch formell von der britischen Militärregierung genehmigt und kann von diesem Zeitpunkt an offiziell unter seinem Namen tätig sein. Die erste Satzung erscheint am 25. August 1947. Als oberste Spielklasse fungiert die Oberliga West, die am 14. September ihren Spielbetrieb aufnimmt. Den Unterbau bilden drei Verbands- und vier Bezirksligen.
Am 11. November 1947 erscheinen erstmals die Amtlichen Mitteilungen: Inhalte sind Fußballregeln, Satzungen, Verwaltungsordnungen und ein Anschriftenverzeichnis der Vereine und Gremien. Ende des Jahres zählt der FVN schon 135.000 Mitglieder.
mini|WFV-Heim im Februar 1962, heute Sportschule Wedau Als Rechtsnachfolger des Westdeutschen Spielverbandes (WSV) wird am 20. November 1948 in Wuppertal der Westdeutsche Fußballverband (WFV) gegründet. Im WFV-Vorstand sind Artur Weber (stellvertr. Vorsitzender), Heinz Ströhlein (Schatzmeister), Albert Luberichs (Spruchkammer-Vors.), Hans Körfer und Alfred Ney (Fußballausschuss), Fritz Krämer (Jugendausschuss) sowie Michel Berchem, Jacob Pegels, Gustav Lüngen und Hermann Müller (Verbands-Beirat) vertreten. Das frühere WSV-Heim in Duisburg-Wedau geht damit in die Verwaltung des WFV über und wird zur Organisationsstätte des westdeutschen Dachverbandes, der die Spiele der Oberliga von nun an unter seiner Regie durchführt.
Am 7. Dezember 1948 wird dem WFV, der zu dieser Zeit über eine Million Mitglieder verfügt, die Lizenz zur Abhaltung von Fußballwetten erteilt. Den drei Westverbänden stehen damit endlich Mittel in Aussicht, mit denen die dringendsten Aufgaben bewältigt werden können. Dazu zählt vor allem die Jugendarbeit, für die der WFV am 16./17. Oktober 1948 in Solingen eine einheitliche Ordnung festlegt. Am Niederrhein spielen bereits 40.000 Jugendliche Fußball. Für sie organisiert der FVN 1948 20 Zeltlager. Zusätzlich werden insgesamt 6.000 Sporthosen bereitgestellt.
Aufnahme der Tätigkeit Der Westdeutsche Toto startet am 16. Januar 1949 und leitet „goldene Zeiten“ für die beteiligten Verbände ein: Die Mittel für die Jugendarbeit schnellen von 5.000 DM im Vorjahr auf 110.000 DM im Jahre 1949 hoch. Zahlreiche Jugendlehrgänge unter Dettmar Cramer in der Duisburger Wedau, 30 Zeltlager sowie ein halbes Dutzend Kulturtage für die Jugend können deshalb durchgeführt werden. Hans Körfer, der Heinrich Werner als Fußballobmann des Verbandes ablöst, ist am 25. Juni 1949 maßgeblich daran beteiligt, dass der WFV auf einem außerordentlichen Verbandstag den Vertragsspieler- und Amateurstatus sowie den bezahlten Fußballer in den obersten Spielklassen einführt. Bald darauf wird er Vorsitzender des Spielausschusses im DFB, der im Juli 1949 seine Wiederbegründung feiert. Der WFV führt die II. Liga West zur Saison 1949/50 ein. Der Schiedsrichterausschuss, seit Februar 1949 von Carl Nettesheim geführt, verbucht in der Saison 1948/49 bereits 14.000 Spielleitungen. Bei einem Länderpokalspiel in Leipzig unterliegt die Niederrheinauswahl von Willibald Kreß Sachsen vor 60.000 Zuschauern mit 1:2 Toren.
Die Totomittel steigen weiter an. Dies führt dazu, dass der FVN am 20. Juni 1950 eine Summe von 1.406.750 DM an seine Vereine ausschütten kann. Auf dem Verbandstag am 22. Juli 1950 wird Albert Luberichs zum neuen Vorsitzenden des Fußballverbandes Niederrhein e. V. gewählt.
Aus Kostengründen baut der Verband am 3. Januar 1951 50 % seiner Instanzen ab. Die Mitgliederzahl des FVN ist auf 160.000 angewachsen. Die Betreuung der ca. 45.000 Jugendlichen wird intensiver, macht aber auch deutlich, dass es an festen Zentren für die Kreisjugendarbeit fehlt. Der Vorstand reagiert und baut mit Hilfe der Totomittel in den nächsten sieben Jahren insgesamt dreizehn Kreisjugendheime in Wuppertal-Barmen, Essen-Rellinghausen, Rhede, Rheinberg, Oberhausen-Osterfeld, Mönchengladbach, Lobberich, Düsseldorf-Grafenberg, Duisburg-Hamborn, Grevenbroich, Wesel, Neuss-Weißenberg und Kevelaer. Acht weitere folgen.
Eine weitere sinnvolle Baumaßnahme schließt sich an: Der Beirat segnet am 27. März 1951 die Baupläne für das „Haus Niederrhein“ in Düsseldorf ab. Aber auch die sportliche Aufbauarbeit des Verbandes trägt Früchte, denn die Auswahl des FV Niederrhein gewinnt am 3. Mai 1951 in Berlin erstmals den Länderpokal: Im Olympiastadion sehen dabei 40.000 Zuschauer den 5:4-Erfolg n. V. gegen Berlin.
Im Februar des Jahres siedelt die Verbandsgeschäftsstelle aus ihrem notdürftigen Oberhausener Quartier nach Düsseldorf um und bezieht dort das „Haus Niederrhein“. Der SC Cronenberg erreicht das Endspiel um die deutsche Amateurmeisterschaft, unterliegt aber im Mai 1952 dem VfR Schwenningen vor über 80.000 Zuschauern im Ludwigshafener Stadion mit 2:5 Toren.
Der FVN-Vorstand fasst den Beschluss, ein 20.000 m² großes Gelände an der Aggertalsperre zu erwerben, um für die Jugend ein kleines Ferienparadies zu schaffen. Der kleine Ort Deitenbach wird bereits zwischen Juni und September von sechshundert Jugendlichen in Beschlag genommen.
Rot-Weiss Essen gewinnt 1953 den DFB-Pokal, während der Homberger SV das Finale um die deutsche Amateurmeisterschaft verliert.
In Wuppertal und Essen werden die ersten Kreisjugendheime nutzbar: Ein großer Saal, ein Raum für Spiele, ein Schreib- und Lesezimmer, ein Sitzungsraum sowie ein Zimmer, das als Geschäftsstelle benutzt werden kann, gehören zur Standardausrüstung.
Am 11. Juni 1955 fasst der WFV-Verbandstag den Beschluss, die II. Liga West als Auffangbecken der Oberliga West aufzulösen und diese Klasse durch eine Amateur-Verbandsliga zu ersetzen. Fünfzehn Tage später gewinnt Rot-Weiss Essen in Hannover durch einen 4:3-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern die deutsche Meisterschaft. Eine Satzungsänderung bezüglich der Gemeinnützigkeit bringt steuerliche Vorteile für den FVN.
Die Unterstützung der Vereine durch den Verband setzt sich weiter fort: Aus dem Totoaufkommen vergibt der FVN zweckgebundene Zuschüsse, die im Verhältnis zur Anzahl der spielenden Mannschaften ausgeschüttet werden. Notwendige Anschaffungen können so getätigt werden.
Das DFB-Bundesgericht erklärt den Beschluss des WFV-Verbandstages, die II. Liga West aufzulösen, für rechtswidrig. Dieser setzt die Einführung einer Amateur-Spitzenklasse später in namentlicher Abstimmung durch.
Albert Luberichs übernimmt mit Wirkung vom 2. Februar 1957 eine hauptverantwortliche Tätigkeit bei West-Toto und muss dadurch seine sportlichen Ämter niederlegen. An seine Stelle tritt kommissarisch der 2. Vorsitzende Michel Berchem. Der VfL Benrath (Düsseldorfer Stadtteil) gewinnt die deutsche Amateurmeisterschaft durch einen 4:2-Sieg über Alemannia 90 Berlin.
Zum zweiten Male sichert sich der Fußballverband Niederrhein e. V. den DFB-Länderpokal: In Hannover werden die Niedersachsen am 31. Mai 1958 mit 2:0 besiegt. Theo Janssen löst Michel Berchem als Vorsitzender ab. Mit Fritz Matzke gehört erstmals ein VFO dem FVN-Vorstand an.
1960er Borussia Mönchengladbach gewinnt 1960 erstmals den DFB-Pokal.
Das Land NRW und der LSB NRW starten 1961 das Programm „Aktion Vereinshilfe“, um die akute Übungsleiter-Not in den Vereinen zu verringern. Der FVN forciert daraufhin seine Bemühungen in diesem Bereich und führt Kurzlehrgänge zur Erlangung der C-Lizenz durch. Willi Steinbrecher löst Fritz Krämer ab und wird VJO.
Der Jugendausschuss des FVN führt 1962 erstmals einen Fußball-Lehrgang für Lehrer durch. Der DSB führt 1964 mit dem F-Schein einen eigenen Übungsleiterausweis ein, der auch im Gebiet des WFV Anwendung findet. Dieter Engelmann und Karl-Heinz Müller treten als Verbandssportlehrer in die Dienste des FVN ein.
Der FVN-Beirat beschließt am 23. Januar 1965 erstmals einen Strafenkatalog gegen Vereine, der bei Nichterfüllung des SR-Solls greift. VSO Albert Lanzloth rückt in den Vorstand auf. Der FVN bringt aus Totomitteln, die erstmals rückläufig sind, DM 1 Mio. für die sachgerechte Ausstattung von Sportanlagen auf. In Deitenbach wird ein weiteres Grundstück von 8000 m² erworben und zu einem Schülerfußballplatz umgestaltet. Wilhelm Haneke wird 2. Vorsitzender.