mini|hochkant|St. Maria und Pankratius

Rüdisbronn (fränkisch: ResbrunnE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 61. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ręsbrún“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Bad Windsheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Rüdisbronn hat eine Fläche von 6,703 km². Sie ist in 876 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7651,51 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Rehhof.

Geografische Lage Durch das Kirchdorf fließt der Heßlerbach (im Unterlauf Riedgraben genannt), ein linker Zufluss der Tief. 1 km nordöstlich erhebt sich der Spielberg (), auf dem sich die Überreste einer ehemaligen Höhenburg befinden. Im Osten befindet sich der Güterwald, im Südwesten das Kaiholz. Im Nordwesten liegen das Sandbrunnenfeld und die Lange Läng, im Südwesten das Ewigfeld und im Südosten das Mühlfeld.

Die Staatsstraße 2253 führt nach Berolzheim (1,8 km südlich) bzw. nach Deutenheim (2,8 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße NEA 35 bei Kaubenheim (2,7 km südöstlich).

Geschichte Der Ort wurde 1158 als „Rudigesprunnen“ erstmals urkundlich erwähnt. Gemäß dieser Urkunde sicherte Kaiser Barbarossa dem Kloster Münchaurach den Schutz über dessen Besitzungen, zu denen auch dieser Ort gehörte, zu.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 178 f. Mit der Auflösung des Klosters im Jahr 1528 fielen dessen Besitzungen an Brandenburg-Bayreuth. Der Ortsname bedeutet „zur Quelle des Rudigēr“.R. Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Uffenheim, S. 93.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Rüdisbronn 59 Anwesen (Kirche, Pfarrhaus, Schulhaus, Wildmeisterwohnung, 1 Dreiviertelhube, 12 Halbhuben, 11 Viertelhuben, 7 Sölden, 12 Häuser, Wirtshaus, Schafhaus, Mühle, Ziegelei). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Vogtamt Lenkersheim aus, was aber von dem würzburgischen Cent Markt Bibart bestritten wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Ipsheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 127.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Külsheim und Kammeramt Ipsheim. 1810 kam Rüdisbronn an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Kaubenheim und der 1817 gebildeten Ruralgemeinde Kaubenheim zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Rüdisbronn, zu der Rehhof gehörte.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 227. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 216. Ab 1862 gehörte Rüdisbronn zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,703 km².

Am 1. Juli 1972 wurde Rüdisbronn im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Bad Windsheim eingegliedert.

Baudenkmäler In Rüdisbronn gibt es sechs Baudenkmäler: Am Herrnberg 2: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria und Pankratius Am Herrnberg 15: ehemaliges Pfarrhaus Spielbergstraße 17: ehemaliges Gasthaus Waldstr. 3: Fachwerk-Wohnstallhaus Waldstr. 4: Wohnstallhaus Zum Wildmeisterhaus 1: Feuerwehrhaus

Bodendenkmäler In der Gemarkung Rüdisbronn gibt es drei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Rüdisbronn Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 367 393 359 346 368 340 342 361 370 342 347 331 319 329 326 296 297 288 270 344 349 312 262 249HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 62 64 67 66 66 66 63 64 61 Quelle Für die Gemeinde Rüdisbronn zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Rehhof (S. 74).

Ort Rüdisbronn Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 340 373 354 320 324 308 280 336 252 245 226 207Häuser 60 62 64 64 61 63 60 70 Quelle

Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei Pankratius und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Katholiken sind nach St. Bonifaz (Bad Windsheim) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Bad Windsheim) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1158 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim