Wehrersatzbezirke waren im nationalsozialistischen Deutschland territoriale Verwaltungseinheiten im Bereich des Ersatzwesens, zur Koordination zwischen der Wehrmacht und den Verwaltungsbehörden. Sie dienten der internen Verwaltung und Überwachung der Wehrpflicht. Die Wehrersatzbezirke bildeten die mittlere Verwaltungsebene unterhalb der Ebene des Wehrkreises. Der Wehrersatzbezirk war in mehrere Wehrbezirke aufgeteilt, welche wiederum in mehrere Wehrmeldebezirke untergliedert waren.

Militärisch wurde ein Wehrersatzbezirk durch eine Wehrersatzinspektion (WEI) geführt, der Wehrbezirk durch ein Wehrbezirkskommando. Das Wehrmeldeamt war für eine Wehrmeldebezirk verantwortlich.

Aufbau, Geschichte und Organisation der Wehrersatzinspektion Ab dem Frühjahr 1935 wurden Vorbereitungen zur Mobilmachung getroffen, welche durch die Wehrersatzinspektionen unterstützt wurden. Die Wehrersatzinspektionen sollten anfangs die reibungslose Aufstellung von Truppenteilen im Falle eines Krieges sicherstellen. Zusätzlich kam die Organisation des Wehrersatzwesens im Bereich hinzu, wobei der Leiter des jeweiligen Wehrkreises auch das Ersatzwesens im Bereich des Befehlshabers des Ersatzheeres vertrat.

Der Wehrersatzinspekteur bzw. Inspekteur des Wehrersatzbezirkes hatte die Disziplinarbefugnisse eines Divisionskommandeurs.

Es wurden insgesamt 40 Wehrersatzinspektionen in den Wehrkreisen eingerichtet. Den Wehrersatzinspektionen waren dabei 339 Wehrbezirkskommandos und 772 Wehrmeldeämter zugeteilt. Ein Wehrbezirkskommando entsprach in der Größe in etwa einem heutigen Stadt- bzw. Landkreis.

Eine Wehrersatzinspektion war folgendermaßen untergliedert:

Gruppe I (Organisation) inkl. Ausrüstung und Versorgung der Truppen Gruppe II (Personelles Ersatzwesen) Gruppe IV a (Zahlmeisterei) Gruppe IV b (Sanitätsdienst) Gruppe K (Kraftfahrzeuge) Gruppe L (Luftwaffe) Gruppe M (Kriegsmarine) Gruppe P (Pferde) Innerhalb der Wehrersatzinspektionen wurden auch Probemobilmachungen, wie der Einsatz Österreich oder Einsatz Sudentenland, durchgeführt. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden durch die Wehrersatzinspektionen vermehrt Soldaten zum Dienst an der Waffe herangezogen und auch das Ersatzwesen wurde verstärkt ausgeprägt. Mit Verlauf des Krieges wurden auch als unabkömmlich eingestufte Zivilisten durch die Wehrersatzinspektionen eingezogen. Dies wurde durch die Einrichtung des Volkssturmes noch mal auf andere Alterskohorten erweitert. In den letzten Kriegstagen wurden selbst Jugendliche und Greise zum Einsatz herangezogen. Die Wehrersatzinspektionen waren bis kurz vor Kriegsende aktiv.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis I Im Wehrkreis I (Königsberg) gab es drei (1941) bzw. zwei (1943) Wehrersatzbezirke.

Allenstein Allenstein hatte 6 (1941) bzw. 7 (1943) Wehrbezirke. Vom 1. August 1936 bis zum 1. November 1939 und erneut von August 1940 bis Januar 1945 war Oberst/Generalmajor/Generalleutnant Paul Gerhardt Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Königsberg Königsberg als Hauptquartier des Wehrkreises hatte 5 (1941) bzw. 4 (1943) Wehrbezirke. Ab 1. April 1943 war bis Mai 1943 Generalmajor Hans Fitzlaff, welcher anschließend zur Wehrersatzinspektion Kassel wechselte, und vom 1. Juni 1943 bis 31. Januar 1945 Generalleutnant Anton Rathke Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Elbing Elbing hatte 4 Wehrbezirke. Vom 6. Oktober 1936 bis 22. August 1938 war Konteradmiral/Vizeadmiral Eugen Lindau Inspekteur der Wehrersatzinspektion und wurde anschließend Inspekteur der Wehrersatzinspektion Bremen. Vom 15. September 1938 bis 6. November 1939 war Kapitän zur See/Konteradmiral Adalbert Schüßler Inspekteur der Wehrersatzinspektion, anschließend Wehrersatzinspektion Schleswig-Holstein. 1943 gab es den Wehrersatzbezirk nicht mehr.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis II Im Wehrkreis II (Stettin) gab es zwei Wehrersatzbezirke.

Stettin Der Wehrersatzbezirk Stettin wird 1943 mit 12 Wehrbezirken ausgewiesen, wobei 1941 dieser noch nicht aufgeführt wurde.

Köslin Köslin hatte 12 Wehrbezirke. Dieser Wehrersatzbezirk wird 1943 nicht mehr aufgeführt, später aber wieder genannt. 1945 unterstand die Infanterie-Division Köslin dem Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Schwerin Schwerin hatte 4 Wehrbezirke.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis III Im Wehrkreis III (Berlin) gab es drei Wehrersatzbezirke.

Berlin Berlin hatte 10 Wehrbezirke. 1944 war Generalleutnant Karl Freiherr von Thüngen Inspekteur der Wehrersatzinspektion, welcher als Verschwörer des 20. Juli 1944 im Oktober 1944 hingerichtet wurde. Vom 15. Oktober 1944 bis April 1945 war Generalleutnant Heinrich Kirchheim Inspekteur der Wehrersatzinspektion. Anschließend übernahm Generalleutnant Johannes Streich die Wehrersatzinspektion, vorher Wehrersatzinspekteur Breslau.

Potsdam Potsdam hatte 7 Wehrbezirke.

Frankfurt an der Oder Frankfurt an der Oder hatte 5 Wehrbezirke.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis IV Im Wehrkreis IV (Dresden) gab es drei Wehrersatzbezirke.

Dresden Dresden als Hauptquartier des Wehrkreises hatte 13 (1941) bzw. 12 (1943) Wehrbezirke. Von Dezember 1943 bis April 1944 war Generalleutnant Werner von Erdmannsdorff Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Leipzig Leipzig hatte 11 Wehrbezirke. Vom 6. Februar 1940 bis 6. April 1941 war Generalmajor/Generalleutnant Karl Zwengauer Inspekteur der Wehrersatzinspektion. Vom 10. März 1945 bis Kriegsende war Generalleutnant Gerhard Conrad Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Chemnitz Chemnitz hatte 10 (1941) bzw. 9 (1943) Wehrbezirke. Vom 1. Februar 1945 bis 8. März 1945 war Generalleutnant Robert Schlüter Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis V Im Wehrkreis V (Stuttgart) gab es zwei Wehrersatzbezirke. Ab 1940 kam der Wehrersatzbezirk Straßburg hinzu.

Stuttgart Stuttgart als Hauptquartier des Wehrkreises hatte 13 Wehrbezirke. Vom 1. Juni 1938 bis August 1941 war Generalmajor Fritz von Brodowski Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Ulm Ulm hatte 10 Wehrbezirke. Ab 13. April 1935 war Oberst/Generalmajor Fritz von Brodowski bis 1. Juni 1938 Inspekteur der Wehrersatzinspektion und übernahm anschließend die Wehrersatzinspektion Stuttgart.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis VI Im Wehrkreis VI (Münster) gab es vier Wehrersatzbezirke.

Düsseldorf Düsseldorf hatte 13 (1941) bzw. 14 (1943) Wehrbezirke. Vom 1. April 1936 bis 1. Mai 1939 war Oberst/Generalmajor Georg von Prondzynski Inspekteur der Wehrersatzinspektion, welcher anschließend die Wehrersatzinspektion Prag übernahm.

Münster Münster als Hauptquartier des Wehrkreises hatte 11 Wehrbezirke. Von 1934 bis zum 1936 war Generalmajor Friedrich von Rabenau Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Dortmund Dortmund hatte 8 Wehrbezirke.

Köln Köln hatte 8 Wehrbezirke (1941: Köln I–III, Bonn, Siegburg, Aachen, Jülich und Düren) bzw. 9 (1943).

Wehrersatzbezirk im Wehrkreis VII

München Im Wehrkreis VII (München) gab es nur den Wehrersatzbezirk München mit 12 Wehrbezirken.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis VIII Im Wehrkreis VIII (Breslau) gab es drei Wehrersatzbezirke.

Breslau Breslau als Hauptquartier des Wehrkreises hatte 10 (1941) bzw. 13 (1943) Wehrbezirke. Vom 1. Mai 1943 bis Januar 1945 war Generalmajor/Generalleutnant Johannes Streich Inspekteur der Wehrersatzinspektion, welcher anschließend die Wehrersatzinspektion Berlin übernahm. Anschließend war von Mitte Februar 1945 bis Kriegsende Generalleutnant Wolf Boysen, vorher hatte er den Wehrersatzbezirk Weimar kommandiert, Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Oppeln Oppeln hatte 10 Wehrbezirke. Dieser Wehrersatzbezirk wird 1943 nicht mehr aufgeführt.

Liegnitz Liegnitz hatte 7 Wehrbezirke. Vom 1. Oktober 1935 bis zu seinem Tod im Februar 1941 war Oberst/Generalmajor/Generalleutnant Heinrich von Schenckendorff Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Kattowitz Der Wehrersatzbezirk Kattowitz wird 1943 mit 13 Wehrbezirken ausgewiesen, wobei 1941 dieser noch nicht aufgeführt wurde.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis IX Im Wehrkreis IX (Kassel) gab es drei Wehrersatzbezirke.

Kassel Kassel als Hauptquartier des Wehrkreises hatte 9 Wehrbezirke. Ab Juni 1943 war Generalmajor Hans Fitzlaff Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Weimar Weimar hatte 9 Wehrbezirke. Von Mitte Januar 1940 bis August 1941 und erneut von September 1941 bis Mitte 1942 war Generalmajor Wolf Boysen Inspekteur der Wehrersatzinspektion, welcher später den Wehrersatzbezirk Breslau führte.

Frankfurt am Main Frankfurt am Main hatte 6 Wehrbezirke.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis X Im Wehrkreis X (Hamburg) gab es drei Wehrersatzbezirke.

Bremen Bremen hatte 9 Wehrbezirke. Bis 30. September 1936 war Oberst/Generalmajor Engelbert von Morsbach Inspekteur. Vom 22. August 1938 bis 31. Dezember 1939 war Vizeadmiral Eugen Lindau Inspekteur der Wehrersatzinspektion, vorher Inspekteur der Wehrersatzinspektion Elbing. Anschließend war Konteradmiral/Vizeadmiral Heino von Heimburg bis Ende August 1942 Inspekteur und vom 30. September 1942 bis zum 5. Dezember 1944 wurde die Inspektion von Konteradmiral Helmuth Kienast geführt.

Hamburg Hamburg als Hauptquartier des Wehrkreises hatte 6 Wehrbezirke. Vom 1. Mai 1936 bis zum 1. Mai 1942 war Oberst/Generalmajor Magnus von Wedderkop Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Schleswig-Holstein Der Wehrersatzbezirk Schleswig-Holstein hatte 6 Wehrbezirke. Vom 6. November 1939 bis Oktober 1942 war Konteradmiral/Vizeadmiral Adalbert Schüßler Inspekteur der Wehrersatzinspektion, vorher Wehrersatzinspektion Elbing. Anschließend übernahm Kapitän zur See/Konteradmiral Rudolf Schulte bis 2. Januar 1945 die Position des Inspekteurs. Vizeadmiral Robin Schall-Emden war bis Kriegsende Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis XI Im Wehrkreis XI (Hannover) gab es zwei Wehrersatzbezirke.

Hannover Hannover als Hauptquartier des Wehrkreises hatte 8 Wehrbezirke.

Magdeburg Magdeburg hatte 7 Wehrbezirke.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis XII Im Wehrkreis XII (Wiesbaden) gab es zwei Wehrersatzbezirke.

Koblenz Koblenz hatte 10 Wehrbezirke. Vom 1. April 1936 bis 1939 und erneut von Februar 1940 bis August 1940 war Generalmajor/Generalleutnant Georg Poten Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Mannheim Mannheim hatte 10 Wehrbezirke. Vom 1. Oktober 1935 bis zum 30. April 1939 war Generalmajor/Generalleutnant Emil Zimmermann Inspekteur der Wehrersatzinspektion. Vom 1. Mai 1943 bis zum 2. Januar 1945 war Generalleutnant Friedrich Karl von Wachter Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis XIII Im Wehrkreis XIII (Nürnberg) gab es drei Wehrersatzbezirke.

Nürnberg Nürnberg als Hauptquartier des Wehrkreises hatte 11 Wehrbezirke.

Regensburg Regensburg hatte 5 Wehrbezirke. Von Anfang April 1943 bis Kriegsende war Generalmajor Gustav von Mauchenheim genannt Bechtolsheim Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Karlsbad Karlsbad hatte 5 Wehrbezirke.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis XVII Im Wehrkreis XVII (Wien) gab es drei (1941) bzw. zwei (1943) Wehrersatzbezirke.

Niederdonau Der Wehrersatzbezirk Niederdonau hatte 8 Wehrbezirke. Dieser Wehrersatzbezirk wird 1943 nicht mehr aufgeführt.

Linz Linz hatte 5 Wehrbezirke.

Wien Wien als Hauptquartier des Wehrkreises hatte 4 (1941) bzw. 12 (1943) Wehrbezirke. Von Oktober 1942 bis Kriegsende war Generalmajor/Generalleutnant Wilhelm von Apell Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Wehrersatzbezirke im Wehrkreis XVIII Im Wehrkreis XVIII (Salzburg) gab es zwei Wehrersatzbezirke.

Graz Graz hatte 7 (1941) bzw. 10 (1943) Wehrbezirke.

Innsbruck Innsbruck hatte 3 Wehrbezirke. Von 1938 bis zum 15. Oktober 1939 war Generalmajor/Generalleutnant Erich Clößner Inspekteur der Wehrersatzinspektion.

Wehrersatzbezirk im Wehrkreis XX Im Wehrkreis XX (Danzig) gab es nur einen Wehrersatzbezirk mit 1943 7 Wehrbezirken.

Wehrersatzbezirk im Wehrkreis XXI Im Wehrkreis XXI (Posen) gab es nur einen Wehrersatzbezirk mit 1943 5 Wehrbezirken.