mini|Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche Sankt Gumbertus
Westheim (fränkisch: WehschdaE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 227. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „wēšdɒ“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Illesheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Westheim hat eine Fläche von 12,661 km². Sie ist in 1019 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 12424,95 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Sontheim.
Geografische Lage Das Pfarrdorf liegt in der Windsheimer Bucht in einer fast baumfreien Ackerbaulandschaft mit Wiesen. Westlich des Ortes liegen die Steigäcker, südöstlich die Klinge. Durch den Ort fließt der Kehrbach, der mit dem Talgraben (links) zum Scheckenbach zusammenfließt, einem rechten Zufluss der Aisch. 1 km südöstlich bei der Rauhen Bühl () befindet sich neben einer Deponie eine Motocrossanlage.
Die Kreisstraße NEA 39 führt nach Urfersheim (1,7 km nordwestlich) bzw. nach Sontheim (1,3 km nordöstlich). Die Kreisstraße NEA 43 führt die Bundesstraße 13 kreuzend nach Marktbergel (3,7 km südwestlich).
Geschichte Der Ort wurde wahrscheinlich wie die umliegenden -heim-Orte um 650 gegründet.Siehe Website illesheim.de 1200 wurde ein „Walconus de Westheim“ urkundlich erwähnt. Dies ist zugleich die erste schriftliche Erwähnung des Ortes. Der Ortsname ist eine Lagebezeichnung und bezieht sich auf Sontheim.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 227 ff.
Das Kloster Heilsbronn kaufte 1252 von Konrad von Külsheim einen Hof in Westheim. In der Folgezeit erwarb das Kloster zehn weitere Höfe. Zu dieser Zeit war auch die Reichsstadt Rothenburg im Ort begütert.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 391 f. Am 30. Mai 1525 wurde Westheim im Bauernkrieg von den Soldaten des Markgrafen Kasimir heimgesucht und angezündet.R. Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Uffenheim, S. 102. Auch während des Dreißigjährigen Krieges litt der Ort stark.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Westheim 51 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Vogtamt Altheim aus. Es hatte ggf. an das Schultheißenamt Markt Bergel auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Ipsheim. Grundherren waren das Fürstentum Bayreuth (50 Anwesen; Kastenamt Ipsheim: Schulhaus, 5 Höfe, 29 Güter, 3 Häuser, Schmiede, 2 Hirtenhäuser; Kastenamt Windsheim: 2 Höfe, 1 Zweidrittelhof, 6 Güter) und die Reichsstadt Windsheim (Pfarrhof).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 140. Dort abweichend 41 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.
Im Jahr 1810 kam Westheim an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Westheim gebildet, zu dem Penleinsmühle, Sontheim und Urfersheim gehörten. Im Jahr 1817 entstand die Ruralgemeinde Westheim, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden zwei Ruralgemeinden gebildet: Urfersheim; Westheim mit Penleinsmühle und Sontheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 227. Die Ruralgemeinde Westheim war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Die freiwillige Gerichtsbarkeit über vier Anwesen in Sontheim hatten jedoch bis 1848 die Patrimonialgerichte Obernzenn-Aberdar und -Gutend inne.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 217. Ab 1862 gehörte Westheim zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Im Jahre 1939 musste die Gemeinde 19,104 ha Wald an das Luftgaukommando XII/XIII Nürnberg verkaufen, 1941 20 ha für die Munasiedlung, 1943 nochmals 1,42 ha zur Errichtung eines Barackenlagers. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 12,710 km².
Am 1. Juli 1975 wurde Westheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Illesheim eingegliedert.
Baudenkmäler In Westheim gibt es zehn Baudenkmäler, darunter Haus Nr. 23: Pfarrhaus Haus Nr. 25: Fachwerkwohnstallhaus mit Altsitz Haus Nr. 41: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Gumbertus Haus Nr. 69: ehemaliges Gasthaus mit Fachwerkscheune Haus Nr. 71: Wohnstallhaus Haus Nr. 72: Wohnstallhaus
Einwohnerentwicklung Gemeinde Westheim Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 454 478 474 464 454 459 448 456 474 458 446 416 414 383 417 382 372 374 396 521 466 446 349 351HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 74 81 79 88 90 87 78 81 78 Quelle Für die Gemeinde Westheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Pönleinsmühle (S. 72) und Sontheim (S. 87). Zahl der Haushaltungen und Wohngebäude offensichtlich vertauscht.
Ort Westheim Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 345 359 314 330 349 311 291 366 277 266 251Häuser 56 62 66 67 62 62 62 65Quelle
Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Gumbertus und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 140. Die Katholiken sind nach St. Bonifaz (Bad Windsheim) gepfarrt.
Persönlichkeiten Petrus Wegel († 1479), 23. Abt des Klosters Heilsbronn Michael Fürst († 1564 in Sontheim), Pfarrer während der Einführung der Reformation
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Illesheim) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1200 Kategorie:Gemeindegründung 1817 Kategorie:Gemeindeauflösung 1975 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim