Der Große Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen wurde von 1953 bis 1968 verliehen.Karl Ditt: Die Entwicklung des Raumbewusstseins in Rheinland und Westfalen, im Ruhrgebiet und in Nordrhein-Westfalen während des 19. und 20. Jahrhundert: Charakteristika und Konkurrenzen. In: Karl Ditt, Klaus Tenfelde (Hrsg.): Das Ruhrgebiet in Rheinland und Westfalen. Koexistenz und Konkurrenz des Raumbewusstseins im 19. und 20. Jahrhundert (= Forschungen zur Regionalgeschichte Band 57). Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2007, ISBN 978-3-506-75748-7, S. 461. Den hochdotierten Preis erhielten renommierte Künstler und Architekten in fünf Kategorien.

Geschichte Der Preis wurde von der Regierung des Landes Nordrhein-Westfalen mit Urkunde vom 17. März 1953 gestiftet.GV. NW. 1953, S. 241 Die Schaffung der Auszeichnung war als identitätsfördernde Maßnahme gedacht:Ulrich von Alemann und Patrick Brandenburg, Nordrhein-Westfalen.: Ein Land entdeckt sich neu (= Schriften zur politischen Landeskunde Nordrhein-Westfalens Band 13). Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 978-3-17015-9-235, S. 68. Nordrhein-Westfalen wurde damals weithin als ein Bundesland wahrgenommen, in dem es Kohle, Stahl und eine Arbeiterklasse gab, wurde aber nicht mit Kultur verbunden. Diesem einseitigen Bild sollte der für damalige Verhältnisse hochdotierte Kunstpreis entgegenwirken.Thomas Schlemmer, Hans Woller (Hrsg.), Bayern im Bund, in: Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, ISBN 978-3-48656-5-966, R. Oldenbourg Verlag, München 2004, S. ?. Die Stiftung des Preises war auf die Initiative des Ministerpräsidenten Karl Arnold nach mehrjähriger Planung von Innenminister Franz Meyers seitens der LandesregierungKarl Ditt, Klaus Tenfelde (Hrsg.), Das Ruhrgebiet in Rheinland und Westfalen: Koexistenz und Konkurrenz des Raumbewusstseins im 19. und 20. Jahrhundert (= Forschungen zur Regionalgeschichte Band 57). ISBN 978-3-50675-7-487, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2007, S. 461. in ihrer 316. Kabinettssitzung am 13. Januar 1953 als Beitrag zur staatlichen Kunstförderung beschlossen worden.

Die Preise gingen an bereits etablierte und erfolgreiche Künstler; der Glanz der bekannten Namen sollte positiv auf das Ansehen des Bundeslandes rückwirken.

Der Große Kunstpreis wurde in 5 Einzelpreisen verliehen: Großer Preis des Landes Nordrhein-Westfalen für Baukunst Großer Preis des Landes Nordrhein-Westfalen für Bildhauerei Großer Preis des Landes Nordrhein-Westfalen für Literatur Großer Preis des Landes Nordrhein-Westfalen für Malerei Großer Preis des Landes Nordrhein-Westfalen für Musik

Die Vergabe erfolgte bis 1963 jährlich am 11. Juli in Düsseldorf.Christian Reinicke, Nordrhein-Westfalen, ein Land in seiner Geschichte: Aspekte und Konturen 1946-1996, Band 36 der Veröffentlichungen der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Quellen und Forschungen, ISBN 978-3-40205-3-751, Aschendorff, Münster 1996 S. 415. In den ersten 10 Jahren wurde jeder Künstler mit 10.000 DM dotiert, ab 1963 erfolgte eine Preisgelderhöhung auf 25.000 DM je Kategorie.Kulturpolitik der Länder, Kultusministerkonferenz (Hrsg.), Westdeutscher Verlag, Opladen 1963, S. 200. Der nordrhein-westfälische Kunstpreis war damit der höchstdotierte Kunstpreis Deutschlands seiner Zeit.Neue Zeitschrift für Musik Band 123, 1962, S. 44. Karl Arnold verlieh den Preis erstmals 1953.Dieter Düding: Parlamentarismus in Nordrhein-Westfalen 1946–1980: vom Fünfparteien- zum Zweiparteienlandtag, Band 8: Handbuch der Geschichte des deutschen Parlamentarismus, ISBN 978-3-77005-2-905, Droste Verlag, Düsseldorf 2008, S. 439. 1963 wurde in der Stiftungsurkunde neben der Höhe des Preisgelds auch der Termin der Preisverleihung neu geregelt: „Der Preis wird alljährlich im Oktober durch den Ministerpräsidenten verliehen.“Volker Ackermann, Landesregierung (Hrsg.), Die Kabinettsprotokolle der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, 1962 bis 1966: fünfte Wahlperiode, ISBN 978-3-87710-3-609, Respublica-Verlag, Berlin 2002, S. ?.

Zu dem Großen Kunstpreis wurden vom Land seit 1957 auch Förderungspreise für junge Künstler vergeben: Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler.Dieter Breuer, Gertrude Cepl-Kaufmann: Öffentlichkeit der Moderne, die Moderne in der Öffentlichkeit: das Rheinland 1945–1955. Vorträge des Interdisziplinären Arbeitskreises zur Erforschung der Moderne im Rheinland, Klartext Verlag, Essen 2000, S. 204.

1968 kam es beim Großen Kunstpreis zum Streit über den Preisträger Günter Wallraff und zur Einstellung des Preises. Der Förderpreis war von der Einstellung nicht betroffen und wird noch vergeben.

Jurymitglieder (unvollständig) Stefan AndresS. 228 Wilhelm Grenzmann Josef Haubrich Johannes Langfeld, Kölner Bibliotheksdirektor Paul Luchtenberg Benno von Wiese Joseph Caspar Witsch

Träger (unvollständig) Preisträger des Jahres 1953 Baukunst: Wilhelm Riphahn Bildhauerei: Ewald Mataré Literatur: Emil Barth Malerei: Julius Bretz Musik: Frank MartinKarl-Heinz Hering, Zehn Jahre Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. 15. Juni bis 22. Juli 1962, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, 1962Preisträger des Jahres 1954 Baukunst: Dominikus Böhm Bildhauerei: Gerhard Marcks Literatur: Stefan Andres Malerei: Werner Gilles Musik: Günter BialasPreisträger des Jahres 1955Das Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft, 8. Jahrgang, 1955, S. 265. Baukunst: Fritz Schupp Bildhauerei: Ludwig Gies Literatur: Gertrud von le Fort Malerei: Georg Meistermann Musik: Wolfgang Fortner Preisträger des Jahres 1956 Baukunst: Paul Schneider-EslebenKarla Fohrbeck, Andreas Johannes Wiesand, Handbuch der Kulturpreise und der individuellen Künstlerförderung in der Bundesrepublik Deutschland, ISBN 978-3-77011-0-896, Bundesministerium des Innern (Hrsg.), DuMont, Köln 1978, S. 174. Bildhauerei: Bernhard Heiliger Literatur: Gottfried Benn Malerei: Ernst Wilhelm Nay Musik: Hans Werner HenzePreisträger des Jahres 1957 Baukunst: Hans Schwippert Bildhauerei: Zoltan Székessy Literatur: Richard BenzOtto Lorenz, Die Öffentlichkeit der Literatur: Fallstudien Zu Produktionskontexten und Publikationsstrategien: Wolfgang Koeppen, Peter Handke, Horst-Eberhard Richter. ISBN 978-3-48435-0-663, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1998, S. 64. Malerei: Max Ernst Musik: Karl Amadeus HartmannPreisträger des Jahres 1958 Baukunst: Rudolf Schwarz Bildhauerei: Hans Wimmer Literatur: Ina Seidel Malerei: Karl Schmidt-RottluffKarl Schmidt-Rottluff: Biografie Musik: Paul Hindemith Preisträger des Jahres 1959 Baukunst: Ludwig Mies van der Rohe Bildhauerei: Kurt Lehmann Literatur: Heinrich Böll Malerei: Fritz Winter, 1959 Musik: Giselher Klebe, 1959Nachruf auf Giselher Klebe, Website der Stadt DetmoldPreisträger des Jahres 1960 Baukunst: Walter Gropius Bildhauerei: Emy Roeder Literatur: Friedrich Georg Jünger Malerei: Joseph Faßbender Musik: Bernd Alois Zimmermann/Peter Richter Preisträger des Jahres 1961 Baukunst: Bernhard Pfau Bildhauerei: Alfred Lörcher Literatur: Georg Britting Malerei: Erich Heckel Musik: Boris Blacher Preisträger des Jahres 1962 Baukunst: Harald Deilmann Bildhauerei: Karl Hartung/Toni Stadler Literatur: Max Frisch Malerei: Hann Trier Musik: Luigi DallapicollaPreisträger des Jahres 1963 Baukunst: Gerd Lohmer Bildhauerei: Norbert Kricke Literatur: Ernst Meister Malerei: Emil Schumacher Musik: Olivier MessiaenPreisträger des Jahres 1964 Baukunst: Emil Steffan Bildhauerei: Hans Arp Literatur: Paul Celan Malerei: Julius Bissier Musik: Ernst Krenek Preisträger des Jahres 1965 Baukunst: Egon EiermannWestermanns Monatshefte, Ausgabe 7–12, 1965, S. 138. Bildhauerei: Etienne Hajdu Literatur: Herbert Eisenreich Malerei: Bruno Goller Musik: Preisträger des Jahres 1966 Baukunst: Bildhauerei: Literatur: Siegfried Lenz Malerei: Richard Oelze Musik: Krzysztof PendereckiPreisträger des Jahres 1967 Baukunst: Bildhauerei: Naum Gabo Literatur: Malerei: Musik: Preisträger des Jahres 1968 Baukunst: Bildhauerei: Literatur: Peter Huchel Malerei: Musik: Karlheinz Stockhausen

Einzelnachweise

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