mini|Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche Sankt Bartholomäus
Urfersheim (fränkisch: ÄrfaschaE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 208. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „æʳfɘšɒ“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Illesheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Urfersheim hat eine Fläche von 3,446 km². Sie ist in 299 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11526,45 m² haben.
Geografische Lage Das Pfarrdorf liegt in der Windsheimer Bucht in einer fast baumfreien Ackerbaulandschaft mit Wiesen allein in den tiefen Tallagen. Am Nordrand des Ortes fließt der Talgraben, der mit dem Kehrbach (rechts) zum Scheckenbach zusammenfließt, einem rechter Zufluss der Aisch. Unmittelbar nördlich des Ortes befindet sich der Flugplatz Illesheim, der von der US Army genutzt wird. Die Kreisstraße NEA 39 führt nach Illesheim zur Bundesstraße 470 (1,7 km nordwestlich) bzw. nach Westheim (1,8 km südöstlich).
Geschichte Der Ort wurde wahrscheinlich wie die umliegenden -heim-Orte um 650 gegründet. In einer Urkunde von 779/803 wurde der Ort als „Vrbaresheim“ erstmals erwähnt, laut der die Gräfin Reginsuint dem Kloster Fulda u. a. diesen Ort schenkte. Dem Ortsnamen liegt der Personenname Urbir zugrunde. Um 1200 erhielt der Ort den Status des Reichsdorfes, den es 300 Jahre behielt. 1300 verpfändete König Albrecht I. u. a. Urfersheim an Albrecht II. von Hohenlohe-Uffenheim. 1386 verkaufte Gerlach von Hohenlohe die verpfändeten Dörfer Urfersheim und Westheim an die Reichsstadt Rothenburg.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 208 ff. Hiernach wird die Schenkungsurkunde im 9. Jahrhundert datiert.
Das Kloster Heilsbronn erwarb 1312 in Urfersheim von Gottfried von Hohenlohe zwei Höfe. In der Folgezeit kam noch ein weiterer Hof hinzu.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 386 f.
Am 30. Mai 1525 wurde Urfersheim im Bauernkrieg von den Soldaten des Markgrafen Kasimir heimgesucht und angezündet.R. Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Uffenheim, S. 97. Weil der Ort die Bauern unterstützte, wurde dem Ort der Status des Reichsdorfes aberkannt und in das Markgrafentum Brandenburg-Bayreuth einverleibt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Urfersheim 25 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Vogtamt Altheim aus. Es hatte ggf. an das Schultheißenamt Markt Bergel auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatten das Kastenamt Ipsheim und die Reichsstadt Windsheim gemeinsam inne. Grundherren waren das Fürstentum Bayreuth (23 Anwesen; Kastenamt Ipsheim: Pfarrhaus, Schulhaus, Hirtenhaus, 3 Höfe, 12 Güter, 1 Gütlein; Kastenamt Windsheim: 1 Hof, 1 Halbhof, 2 Güter) und die Reichsstadt Windsheim (2 Güter).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 137.
Im Jahr 1810 kam Urfersheim an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeediktes wurde es 1811 dem Steuerdistrikt Westheim und der 1817 gebildeten Ruralgemeinde Westheim zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Urfersheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 227. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 217. Ab 1862 gehörte Urfersheim zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,413 km².
Am 1. Juli 1975 wurde Urfersheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Illesheim eingegliedert.
Baudenkmäler An der Ortsstraße eine Reihe von drei Dreiseithöfen (Häuser Nr. 3–5); das Wohnhaus in jedem Fall erneuert; von der ursprünglichen Anlage jedoch die Hofhäuser – erdgeschossige Wohnstallhäuser aus verputztem Fachwerk mit Satteldach – erhalten, um 1800.H. K. Ramisch: Landkreis Uffenheim, S. 205. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 26: altes Schulhaus. eingeschossiger, verputzter Massivbau, wohl aus dem frühen 18. Jahrhundert; aufgestockte Stube mit eingeschiftetem Walmdach, Westgiebel mit Krüppelwalm; als Kulisse vor der Kirche für das Ortsbild wichtig Haus Nr. 27: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Bartholomäus mit Kirchhofmauer und Friedhof Haus Nr. 32: Fachwerkkleinhaus
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 Einwohner 171 177 198 183 169 168 184 170 177 172 158 153 149 153 162 164 152 140 141 230 209 223 153 191 161HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 26 35 37 29 35 41 38 36 33 39 Quelle
Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Bartholomäus und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Katholiken sind nach St. Bonifaz (Bad Windsheim) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Illesheim) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung im 8. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1975 Kategorie:Reichsdorf Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim