Sâncraiu oder Sîncraiu [] (veraltet Calota-Sîn-Craiu oder Zamsâncraiu; oder auch Szentkirály) ist eine Gemeinde im Kreis Cluj in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Geographische Lage mini|links|Lage der Gemeinde Sâncraiu im Kreis Cluj Die Gemeinde Sâncraiu liegt in den Nordausläufern der Gilăuer Berge (Munții Gilăului) – ein Gebirgszug des Apuseni-Gebirges (Munții Apuseni) – im Westen Siebenbürgens. Auf einer Gesamtfläche von etwa 5700 Hektar befinden sich die eingemeindeten Dörfer vier bis acht Kilometer vom Gemeindezentrum entfernt. Der Ort Sâncraiu liegt am Bach Călata – ein linker Nebenfluss der Schnellen Kreisch (Crișul Repede) – und an der Nationalstraße Drum național 1R im Westen des Kreises Cluj fünf Kilometer südlich von der Kleinstadt Huedin (Heynod) und etwa 55 Kilometer westlich von der Kreishauptstadt Cluj-Napoca (Klausenburg) entfernt.

Geschichte Der Ort Sâncraiu wurde erstmals 1332 urkundlich erwähnt. Auf dem Areal des Ortes wurden bei archäologischen Grabungen Reste einer Burg gefunden, diese konnte aber noch keinem Zeitalter zugeordnet werden.Repertoriul Arheologic al României – Sâncraiu, abgerufen am 3. Februar 2018 (rumänisch). Auf eine Besiedlung des Gemeindeareals in der Bronzezeit deuten archäologische Funde auf dem Areal, genannt Vârful Turdanului, im eingemeindeten Dorf Domoșu (ungarisch Kalotadámos).Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 12,7 MB; rumänisch)

Im Königreich Ungarn gehörte die heutige Gemeinde dem Stuhlbezirk Bánffyhunyad (heute Huedin) in der Gespanschaft Klausenburg, anschließend dem historischen Kreis Cluj und ab 1950 dem heutigen Kreis Cluj an.

Der Ort Sâncraiu ist auch bekannt, wegen der auffällig gestalteten ungarischen Volkstracht im Vergleich zum Rest der Region.

Bevölkerung Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt: VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung am 2. November 2008 (PDF; 1 MB; ungarisch). Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche Andere 1850 1632 625 992 1 14 1920 3795 1505 2227 11 52 1941 3788 1398 2374 1 15 1992 2053 555 1498 - - 2002 1856 457 1396 - 3 2011 1633 332 1281 1 19 2021 1558 321 1191 - 46 (3 Italiener) Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl (3875) und die der Rumänen (1607) 1930 registriert. Die höchste Einwohnerzahl der Magyaren wurde 1941, die der Roma (17) 1977 und die der Rumäniendeutschen 1920 ermittelt.

Die Holzskulptur war und ist das Lieblingshandwerk der Einheimischen. Die Hof- und Haustüren sind mit zahlreichen Pflanzen-, Vögel-, Sonne- und Monddarstellungen wie auch mit unterschiedlichen Inschriften versehen.

Sehenswürdigkeiten Im Gemeindezentrum die reformierte Kirche, im 13. Jahrhundert errichtet und im 15. Jahrhundert erneuert. Das Südwestportal ist eine Holzarbeit von 1742. Die Bergkirche steht unter Denkmalschutz. Im eingemeindeten Dorf Alunișu (ungarisch Magyarókereke) die reformierte Kirche, im 13. Jahrhundert errichtet und im 19. Jahrhundert erneuert, steht unter Denkmalschutz. Die orthodoxe Kirche des Dorfes wurde im 19. Jahrhundert errichtet. Im eingemeindeten Dorf Domoșu die reformierte Kirche,Angaben zur reformierten Kirche in Domoșu bei biserici.org, abgerufen am 4. Februar 2018 (rumänisch) (nach unterschiedlichen Angaben) im 13. oder im 18. Jahrhundert errichtet, steht unter Denkmalschutz. Der Turm mit seinen vier Türmchen hat ein Renaissanceportal und die sechs Tafeln an der Westempore wie auch die 82 Deckenkassetten wurden von dem Siebenbürger Sachsen Lorenz Umling bemalt. Die Krone der Kanzel wurde 1701 aufgebaut. Im Gemeindezentrum das Denkmal und eine Linde zu Ehren des Dichters Endre Ady, der hier 1914 bei Verwandten zu Besuch war und das Gedicht „Pe malul Călatei“ schrieb.Das Denkmal und die Linde des Dichters Ady Endre bei cluj.com, abgerufen am 3. Februar 2018

Weblinks

Sâncraiu bei ghidulprimariilor.ro Sâncraiu auf der Website des Kreisrates von Cluj

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1332