Rabbiner der jüdischen Gemeinde Worms hatten in der Gemeinde oft mehrere Stätten, um tätig zu werden: Die „Alte Synagoge“ (älteste Bauinschrift: 1034), die Jeschiwa, die private Claus-Synagoge der Familie Sinsheimer Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 139f. , die Levy’sche Synagoge (seit 1875) und einige andere „Betstuben“ liturgischer Minderheiten, besonders im 19. Jahrhundert. Außer der Claus-Synagoge hatten all diese Gottesdienstorte allerdings nie einen eigenen Rabbi.
Rabbinat in Worms Alte SynagogeAmtsinhaber (Lebensdaten) Claus-SynagogeAmtsinhaber Anmerkungen Mitte 11. Jh. Meir ben Isaak Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 51. Vorbeter, Lehrer an der Jeschiwa 1190–1238 Eleasar ben Juda ben Kalonymos Bekannter Theologe und Kabbalist, Gründer einer eigenen Jeschiwa in Worms. um 1200 Menachem ben Jakob ben Salomo ben Menachem Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 52. gestorben: 1203 ? – 1521 – ? Samuel ben Elieser Seezum 1521 ernannte ihn Kaiser Karl V. zum obersten Rabbi im Deutschen Reich mit Sitz in Worms.Reuter: Warmasia – das jüdische Worms, S. 674. ? – 1559 – ? Jakob zu Worms Am 26. Juni 1559 ernannte ihn Kaiser Ferdinand I. zum obersten Rabbi im Deutschen Reich.Kober: Die deutschen Kaiser, S. 188. 1608–1614/15 Abraham Samuel Bacharach (1575–1615) Reuter/Schäfer: Wundergeschichten, S. 78. 1623–1636 Elia ben Mosche Loanz (1555 oder um 1564 bis 1636), genannt Baal-Schem Reuter/Schäfer: Wundergeschichten, S. 78. 1650–1670 Moses Simson Bacharach (1607–1670) Reuter/Schäfer: Wundergeschichten, S. 79. 1670–1689 Aaron Teumim Eidelberg: R. Juspa, S. 13. aus Prag 1689–1699 Exil der jüdischen Gemeinde nach der Zerstörung der Stadt Worms im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen. 1699–1702 Jair Chajim Bacharach (1628–1702) Sohn von Moses Simson Bacharach Reuter/Schäfer: Wundergeschichten, S. 79. 1702–1712 Naftali Hirsch Spitz († 1712) Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 139. Sein Grabstein ist auf dem Heiligen Sand erhalten. 1712–1732 Menachem Mendel Rothschild († 1732) Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 139. War zuvor Rabbiner in Prag und Bamberg, sowie LandesRabbiner von Hessen. 1732–1742 Moses Brod († 1742) Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 139. Kam aus Bamberg vor 1758 – vor 1760 David Salomon Schiff Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 140. nach 1758–1763 Hirsch Auerbach († 1778) Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 140. Wird 1763 Rabbiner an der Alten Synagoge 1763–1778 Hirsch Auerbach († 1778) War zuvor Rabbiner an der Claus-Synagoge Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 140. 1778–1808 Samuel Levi (1751–1813) wurde 1808/1809 Rabbin du Consistoire du Département du Mont-Tonnerre mit Sitz in Mainz 1810–1823 Isaak Adler (gestorben 1823) Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 161; Rothschild, S. 14f. 1823–1864 Jakob (Koppel) Bamberger (1785–1864) Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 161; Rothschild, S. 15–20. Während des Rabbinats von Bamberger gab es parallel die Stelle eines Religionslehrers in der Gemeinde, die wahrgenommen wurde von Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 161ff. :* 1839–1842: Samuel Adler* 1842–1849: Abraham Adler (1811–1856). Wegen seines Engagements in der Revolution 1848/1849 erhielt er 1850 Berufsverbot.* 1851–1859: Dr. Ludwig Lewysohn. Beschäftigte sich als erster wissenschaftlich mit dem jüdischen Friedhof Heiliger Sand. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 162. * 1860–1864: Dr. J. Rosenfeld 1864–1866 Dr. Markus Jastrow (1829–1903)Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 161; Rothschild, S. 32–37. 1867–1910 Dr. Alexander Stein (1843–1914)Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 163–165; Rothschild, S. 37–49. 1910–1935 Dr. Isaak Holzer (1873–1951) Er wanderte 1935 in die USA aus.Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 165–167. 1935–1937 Dr. Manfred Rosenberg (1908–1980) Er wanderte nach Palästina aus. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 167. 1938–1939 Dr. Helmut Frank (Jakob bar Israel) (1912–1989)Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 167; Eidelberg: Das Minhagbuch, S. 25; Michael Brocke, Julius Carlebach (Hrsg.): Die Rabbiner im Deutschen Reich 1871-1945. De Gruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11-048569-1, S. 194, Nr. 2150. Er wanderte nach Philadelphia, USA, aus. Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre, S. 167.
Literatur Shlomoh Eidelberg: Das Minhagbuch von Juspa Schammes. In: Der Wormsgau 14 (1982/86), S. 20–30. Shlomoh Eidelberg: R. Juspa, shammash of Warmaisa (Worms). Jewish Life in 17th Century Worms. The Magnes Press, Jerusalem 1991. ISBN 978-965-223-762-0 Adolf Kober: Die deutschen Kaiser und die Wormser Juden. In: Ernst Róth: Festschrift zur Wiedereinweihung der Alten Synagoge zu Worms. Ner Tamid Verlag, Frankfurt am Main 1961, S. 182–198. Fritz Reuter: Warmaisa. 1000 Jahre Juden in Worms. 3. Auflage. Eigenverlag, Worms 2009. ISBN 978-3-8391-0201-5 Fritz Reuter: Warmasia – das jüdische Worms. Von den Anfängen bis zum jüdischen Museum des Isidor Kiefer (1924). In: Gerold Bönnen (Hg. Im Auftrag der Stadt Worms) Geschichte der Stadt Worms. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1679-7, S. 664–690. Fritz Reuter, Ulrike Schäfer: Wundergeschichten aus Warmeisa. Juspa Schammes, seine Ma'asseh nissim und das jüdische Worms im 17. Jahrhundert. Warmeisa, Worms 2007. ISBN 3-00-017077-4 Samson Rothschild: Beamte der Wormser jüdischen Gemeinde (Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart). Kauffmann, Frankfurt 1920 (Digitalisat).
Einzelnachweise
Kategorie:Geschichte (Worms) Worms Rabbiner Rabbiner Kategorie:Liste (Theologen) Kategorie:Liste (Judentum) !Worms Kategorie:Leiter einer religiösen Organisation