mini|Dorfkirche Gentha Die unter Denkmalschutz stehende evangelische Dorfkirche Gentha befindet sich in Gentha, einem Ortsteil von Jessen (Elster) im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt.
Lage Die Landstraße 37 führt als Ruhlsdorfer Straße von Südwesten kommend in das historische Ortszentrum. Sie trifft dort auf die von Südosten kommende Kreisstraße 2235 und führt in nordwestlicher Richtung wieder aus dem Ort hinaus. Nördlich dieser Kreuzung steht das Bauwerk auf einem Grundstück, dass mit einer Hecke eingefriedet ist.
Geschichte Die in Fachwerkbauweise errichtete Kirche stammt aus dem Jahr 1624 und wurde auf Veranlassung der kursächsischen Witwe Hedwig von Dänemark errichtet, die zwischen 1611 und 1641 in Lichtenburg bei Prettin lebte.
Baubeschreibung mini|Ansicht von Südwesten Das Bauwerk besitzt einen dreiseitigen Ostschluss, an dessen östlicher Seite ein kleines und hochrechteckiges Fenster eingelassen ist. An der Nordost- und Südostseite sind hingegen je ein großes Rundbogenfenster, das sich annähernd über die gesamte Höhe des Chores erstreckt.
Daran schließt sich nach Westen das Kirchenschiff an. Es hat einen im Kern rechteckigen Grundriss. An der Nordseite befinden sich ein zweigeschossiger Anbau für eine Loge sowie eine Sakristei. Der Anbau kann durch zwei hochrechteckige Pforten von Westen her betreten werden. Zwischen Chor und Anbau ist ein kleines und hochrechteckiges Fenster, zwischen Anbau und Westturm ein großes, rundbogenförmiges Fenster. Drei weitere, gleichartig konstruierte Öffnungen dominieren die Südseite des Langhauses.
Der Kirchturm nimmt die volle Breite des Schiffs auf und kann durch eine Pforte von Westen her betreten werden. An der Nordseite ist ein kleines, rechteckiges Fenster. Oberhalb der Dachtraufe des Schiffs erstreckt sich ein quadratischer Turmaufsatz mit je einer hochrechteckigen Klangarkade an jeder Seite. Der Turm schließt mit einem Pyramidendach mit Turmkugel und Kreuz ab.
Ausstattung Der hölzerne Altaraufsatz in Ädikulaform mit Wangen mit den Buchstaben C und H sowie das Altarbild mit der Darstellung des Heiligen Abendmahls sind laut Kirchenchronik von Gentha eine Stiftung der unverheirateten Adligen Johanna Elisabeth von Kanne aus dem Jahr 1695 und erinnern so an die Kirchenstifterin Hedwig von Dänemark.
Das Abendmahlsgemälde zeigt Hedwig von Dänemark nicht als Außenstehende am Rand, sondern anstelle eines der Jünger an der Seite von Jesus. Das Bild lässt sich als Beispiel pietistischer Ikonografie deuten. Es ist aber auch ein Symbol für die nachhaltige Verehrung Hedwigs in ihrem ehemaligen Wirkungsraum über ihren Tod hinaus und ist der Memorialkultur zuzuordnen.
Die Patronatsloge der Kirche ist verglast, Emporen befinden sich an der Nord- sowie Westwand. An der Balkendecke befinden sich erneuerte Schablonenmalereien. Die barocke Kanzel stammt aus dem 18. Jahrhundert. Eine kelchförmige, aus Sandstein gefertigte Taufe ist in Formen des Barock ausgeführt.Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen Anhalt II, Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München 1999, ISBN 3-422-03065-4, Seite 201.
1864 oder 1865 schenkte die Gemeinde der Kirche eine Orgel.
Westlich des Gebäudes erinnert ein Findling mit einer Inschrift an die Opfer von Krieg und Gewalt.
Einzelnachweise
Weblinks
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