Als Peripherie-Radios (französisch: radios périphériques) oder Peripheriesender wurden kommerzielle Hörfunk-Sender bezeichnet, die aus dem Ausland in ein Zielgebiet sendeten, in dem kommerzieller Hörfunk (noch) nicht erlaubt war. Anders als Piratensender wurden sie in der Regel legal betrieben.

Hauptsächlich wurde der Begriff für Frankreich als Zielgebiet verwendet und meinte dann die Sender100 ans de radio: Radios périphériques Radio Luxembourg (ab 1933) aus Luxemburg Radio Andorra (1939–81) aus AndorraAqui Radio Andorra Radio Monte Carlo (ab 1943) aus Monaco Europe 1 (ab 1955) aus dem Saarland/Deutschland Radio Atlantic (1956–60, via EAJ-8) und Radio Océan/Atlantic 2000 (1968–75, via EFE-23) aus dem Baskenland/Spanien Sud Radio (1958–81) aus Andorra

Auch andere Länder waren das Ziel kommerzieller Sendeaktivitäten in der ausländischen Peripherie. Bekannte Beispiele:

Deutschland Radio Luxemburg (ab 1957) aus Luxemburg

RBI/M1 (1979–2003), Radio Brenner/Südtirol 1 (1981–90) und andere aus ItalienMike Louis (uhini.de): Radio History - Übersicht

Österreich Radio Valcanale (1977–98), Radio Uno (1985–2000) und andere aus ItalienFelix Hafner: Radioszene Kärnten Radio MM2/RMI (1985–2001) aus Slowenien Antenne Austria (1989–92) aus Ungarn Radio CD International (1990–96) aus der Slowakei

Schweiz Radio 24 (1979–83) aus Italien

Großbritannien International Broadcasting Company (IBC) von Leonard Plugge (1931–39) aus verschiedenen Ländern Radio Luxemburg/2-0-8 (1933–92) aus Luxemburg

Eine weitere Möglichkeit zur Umgehung des Privathörfunkverbots waren Sendungen aus internationalen Gewässern:

Dänemark Radio Mercur, 1958–62

Schweden Radio Syd, 1958–66

Niederlande Radio Veronica, ab 1959

Großbritannien Radio Caroline, ab 1964

Einzelnachweise

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