Das Marien-Hospital Düsseldorf (Eigenschreibweise Marien Hospital Düsseldorf, kurz MHD) ist ein akademisches Lehrkrankenhaus im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort (Rochusstraße 2, 40479 Düsseldorf). Es gehört zu den Düsseldorfer Kliniken der St. Franziskus Stiftung und umfasst verschiedene Fachkliniken, in denen jährlich etwa 63.000 Patienten behandelt werden. Das Haus verfügte 2018 über 437 Betten und beschäftigt rund 850 Mitarbeiter.
Geschichte Katholische Bürger der Stadt Düsseldorf gründeten 1864 einen Verein mit der Aufgabe, ein neues Krankenhaus mit dem Namen Marien-Hospital Düsseldorf zu errichten.…, bildete sich ein neues Comité, welches sich die Gründung eines Vereins zum Zwecke der Errichtung eines katholischen Krankenhauses unter dem Namen „Marien-Hospital“ zur Aufgabe machte. Das Comité entwarf am 22. Juli 1864 die Statuten des zu gründenden „Marien-Hospital-Vereins“. In Das Marien-Hospital zu Düsseldorf. Bericht des Vorstandes für die Jahre 1864–1873, S. 4 (uni-duesseldorf.de) Zwei Jahre später wurde ein Grundstück, der westlich an der Düssel gelegene Teil des Stockkamp-Guts, im Zentrum der Stadt angekauft und dort zum Bau des Hospitals eine Ziegelei angelegt. Der Architekt August Rincklake übernahm die Leitung des Baus des Marien-Hospitals Düsseldorf. Die Grundsteinlegung erfolgte im September 1867. Seine ersten Kranken erhielt es am 15. August 1870, obgleich es damals im Inneren noch nicht ganz fertiggestellt war. Die Franziskanerinnen übernahmen die Krankenpflege in dem neuen Haus. Es waren Verwundete aus dem Deutsch-Französischen Krieg, von denen im Ganzen ca. 800 dort verpflegt worden sind. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 1872. Das Hauptgebäude, mit damaliger Anschrift Sternstraße 91, lag in einem 11 Morgen großen Garten und war im Stil der Neugotik ausgeführt.Bericht des „Marien-Hospital-Verein“ in Düsseldorfer Volksblatt (No. 115) vom 26. Mai 1874 (uni-duesseldorf.de) Am 1. Juni 1881 wurde die von den Architekten August Rincklake und Caspar Clemens Pickel erbaute Kapelle des Marien-Hospitals eingeweiht.Lokales und Provinzielles: „Einweihung der Kapelle des Marienhospitals“ Düsseldorfer Volksblatt (No. 144) vom 1. Juni 1881 (uni-duesseldorf.de) Im Jahr 1888 löste sich der ursprüngliche Gründerverein des Marien-Hospitals Düsseldorf auf. Das Krankenhaus wurde 1895 von 180 auf 300 Betten erweitert. 1902 hatte das Hospital 350 Betten, die auf 24 Säle und 40 Zimmer verteilt waren. 1903 wurde Georg Rody zum Rektor berufen.Personalnachrichten. Ernennung katholischer Geistlichen. Am 16. April 1903: Rody, Georg Christian Maria, bisher beurlaubt, zum Rektor am Marienhospital in Düsseldorf. in Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf. (1903) S. 224 (uni-duesseldorf.de)
1945 war das Haus nach vielen Luftangriffen im Krieg stark zerstört. Es wurde jedoch direkt mit dem Wiederaufbau begonnen. In dieser Zeit erfolgte der Bau eines Schwesternwohnheims nach Plänen von Peter Dierichsweiler. 1953 fand die Wiederaufbauphase ein Ende. Der Vorstand beschloss 1959, ein neues Krankenhaus zu bauen.
1966 erfolgte die Grundsteinlegung für das neue Marien-Hospital Düsseldorf. Als Kunst am Bau nahm Helga Radener-Blaschke in jedem Foyer eines Stockwerks unterschiedliche Farbgestaltungen vor. Das fertige Krankenhaus mit 484 Betten wurde 1970 eingeweiht. 1979 wurde ein fortschrittliches neues Onkologisches Zentrum als interdisziplinäre Einrichtung aller an der Krebsversorgung beteiligten Kliniken eingerichtet. 1981 erfolgte die Fertigstellung des Ostflügels mit onkologischer Abteilung und Krankenpflegeschule. Zudem erfolgte die Anbindung als akademisches Lehrkrankenhaus an die Universität Düsseldorf.
150 Jahre nach seiner Gründung war das Marien-Hospital Düsseldorf als akademisches Lehrkrankenhaus mit 439 Betten ein anerkanntes Zentrum für Wissenschaft und Hochleistungsmedizin. Seit 2007 gehört das Marien Hospital Düsseldorf als Mitglied zur VKKD.
Bei einem Brand in der Klinik am 9. September 2019 kam ein Patient ums Leben, 19 Menschen wurden verletzt, sieben davon schwer. Von diesen befanden sich vier Menschen noch in Lebensgefahr.
Struktur Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist das Marien-Hospital Düsseldorf Zentrum medizinischer Wissenschaft und bietet Ausbildungsmöglichkeiten für Ärzte und Pflegepersonal.
Es bestehen folgende Kliniken/Institute im Marien-Hospital Düsseldorf: Anästhesiologie und operative Intensivmedizin Augenheilkunde Gynäkologie und Geburtshilfe Innere Medizin und konservative Intensivmedizin Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie Neurologie Onkologie und Hämatologie, Palliativmedizin Senologie und Brustchirurgie Strahlentherapie und Radiologische Onkologie Unfall- und Wiederherstellungschirurgie Urologie, Uro-Onkologie und Kinderurologie Viszeral-, Minimalinvasive und Onkologische Chirurgie
Es bestehen folgende Zentren im Marien-Hospital Düsseldorf: Brustzentrum Darmkrebszentrum Dialysezentrum Interdisziplinäre Notaufnahme Interdisziplinäres Wundzentrum Kontinenz- und Beckenbodenzentrum MyomZentrum OnkologieZentrum (OZ) ProstatatherapieZentrum SchlaganfallZentrum
Verkehrsanbindung Die Straßenbahnlinien 706 und 707 sowie die Buslinie 722 bedienen die Haltestelle Marienhospital. Außerdem halten die Busse der Linie 721 an der nahe gelegenen Haltestelle Prinz-Georg-Straße.
Siehe auch Liste von Krankenhäusern in Düsseldorf
Weblinks
Website des Marien-Hospitals Düsseldorf Die Kapelle des Marien Hospitals Düsseldorf (Wolfgang Vossen), Marien Hospital Düsseldorf (PDF; 6,0 MB). Abgerufen am 23. November 2025
Einzelnachweise
Kategorie:Krankenhaus in Düsseldorf Kategorie:Bauwerk in Pempelfort Kategorie:Unternehmensgründung 1870