Als unabhängiger Staat war Kasachstan erstmals 1994 bei Olympischen Spielen vertreten. Kasachstan ist eines der wenigen Länder, deren Olympiadebüt bei Winterspielen stattfanden. Seit 1994 schickte Kasachstan Athleten zu allen Winterspielen, seit 1996 zu allen Sommerspielen. Von 1952 bis 1988 waren kasachische Sportler Mitglieder der Olympiamannschaften der Sowjetunion. 1992 nahmen Kasachen im Vereinten Team der ehemaligen Sowjetrepubliken teil. Jugendliche Sportler nahmen an allen bislang ausgetragenen Jugendspielen im Sommer und im Winter teil.

Übersicht Sommerspiele Kasachstan trat als unabhängiger Staat erstmals 1996 bei Olympischen Sommerspielen an. Die ersten Olympioniken waren am 19. Juli 1996 die Ringer Nurum Dusenow, Juri Melnitschenko und Däulet Turlychanow. Die erste Frau Kasachstans bei Olympischen Sommerspielen war einen Tag später die Schwimmerin Jewgenija Jermakowa.

Atlanta 1996

In Atlanta gingen kasachische Sportler in den Sportarten Leichtathletik, Boxen, Ringen, Gewichtheben, Moderner Fünfkampf, Schießen, Radsport, Schwimmen, Wasserspringen, Kanusport, Fechten, Bogenschießen, Judo und Turnen an den Start. Gleich bei der ersten Teilnahme gab es die ersten Medaillen für Kasachstan, darunter drei Olympiasiege. Erster Medaillengewinner und zugleich Olympiasieger bei Sommerspielen war der Ringer Juri Melnitschenko, der im Bantamgewicht des griechisch-römischen Stils gewann. Im Fliegengewicht des Freistils gewann Mäulen Mamyrow eine Bronzemedaille. Im Boxen gewann Wassili Schirow im Halbschwergewicht. Bolat Schumadilow gewann Silber im Fliegengewicht, Bolat Nijasymbetow Bronze im Halbweltergewicht und Jermachan Ybrajymow Bronze im Halbmittelgewicht. Alexander Parygin steuerte mit seinem Sieg im Modernen Fünfkampf den dritten Olympiasieg in Atlanta bei. Im Gewichtheben gewann Anatoli Chrapaty Silber im 1. Schwergewicht. Drei Medaillen konnten die Sportschützen gewinnen. Der Sportschütze Sergei Beljajew gewann zwei Silbermedaillen mit dem Kleinkalibergewehr, eine im Dreistellungskampf, die zweite im Liegendanschlag. Wladimir Wochmjanin gewann schließlich Bronze mit der Schnellfeuerpistole.

Weitere Topplatzierungen gelangen de Leichtathleten Igor Potapowitsch mit Platz 4 im Stabhochsprung und Sergei Korepanow mit Platz 8 im Gehen über 50 Kilometer. Der Kanute Konstantin Negodjajew erreichte im Einer-Kanadier das Finale über 500 Meter und belegte Platz 7. Im Wasserspringen wurde Irina Wügussowa Siebte im Turmspringen. Bei den Sportschützen wurde Galina Beljajewa Sechste mit der Luftpistole, Julija Bondarewa wurde Siebte. Im Ringen verlor Däulet Turlychanow im Mittelgewicht des griechisch-römischen Stils seinen Kampf um die Bronzemedaille.

Sydney 2000 mini|Alexander Winokurow, Silber 2000, Olympiasieg 2012

In Sydney gaben kasachische Ruderer, Wasserballspieler und Triathleten ihr olympisches Debüt. Kasachischen Sportlern gelangen wie schon vier Jahre zuvor drei Olympiasiege. Im 100-Meter-Hürdenlauf wurde Olga Schischigina die erste kasachische Frau, die bei Sommerspielen Olympiasiegerin wurde. Im Boxen wurde Beksat Sattarchanow Olympiasieger im Federgewicht, Jarmachan Ybrajymow im Halbmittelgewicht. Im Fliegengewicht wiederholte Bolat Schumaldilow seine Silbermedaille von Atlanta. Muchtarchan Dildäbekow holte Silber im Superschwergewicht. Der Freistilringer Islam Bairamukow gewann Silber im Schwergewicht. Eine weitere Silbermedaille gewann der Radrennfahrer Alexander Winokurow Silber im Straßenrennen.

Vordere Platzierungen erreichten die Leichtathletin Swetlana Salewskaja mit Platz 6 im Hochsprung und der Gewichtheber Sergei Filimonow im Mittelgewicht. Der Freistilringer Gennadi Lalijew verlor im Mittelgewicht seinen Kampf um Bronze. Im Schießen wurde Wladimir Guschtscha Achter mit der freien Pistole, Dina Aspandijarowa Sechste mit der Luftpistole und Olga Dowgun Siebte mit dem Kleinkalibergewehr im Dreistellungskampf. Der Radrennfahrer Andrei Teterjuk wurde Sechster im Einzelzeitfahren. Im Kanusport erreichte der Zweier-Kanadier der Männer über 500 Meter als Siebter das Ziel. Der Turner Sergei Fedortschenko erreichte das Gerätefinale im Pferdsprung und wurde Fünfter. Im Triathlon wurde Dmitri Gaag Vierter.

Athen 2004

In Athen nahm erstmals ein Taekwondoin aus Kasachstan teil. Der Boxer Baqtijar Artajew wurde Olympiasieger im Weltergewicht. Gennadi Golowkin gewann Silber im Mittelgewicht, Serik Jeleuow Bronze im Leichtgewicht. Im Gewichtheben holte Sergei Filimonow im Mittelgewicht Silber. Ebenfalls Silber gewannen der Freistilringer Gennadi Lalijew im Mittelgewicht und der Ringer Georgi Tsurtsumia im Superschwergewicht des griechisch-römischen Stils. In dieser Stilart gewann Mchitar Manukjan Bronze im Weltergewicht. Der Leichtathlet Dmitri Karpow gewann Bronze im Zehnkampf.

Im Weltergewicht des Freistilringens verlor Leonid Spiridonow seinen Kampf um die Bronzemedaille. Bei den Sportschützen erreichte Wladimir Issatschenko Platz 6 mit der freien Pistole. Olga Dowgun wurde Vierte mit dem Kleinkalibergewehr im Dreistellungskampf. Radrennfahrer Alexander Winokurow belegte Platz 5 im Einzelzeitfahren. Der Schwimmer Wladislaw Poliakow wurde sowohl über 100 Meter als auch über 200 Meter Brust jeweils Fünfter. Jernar Jerimbetow erreichte im Turnen das Gerätefinale am Barren und belegte Platz 8. In der Rhythmischen Sportgymnastik wurde Alija Jusupowa Vierte.

Peking 2008 mini|Baqyt Särsekbajew, Olympiasieger 2008, auf einer kasachischen Briefmarke von 2013

Handball, Volleyball und Tischtennis wurden in Peking erstmals von kasachischen Athleten absolviert. Die Spiele von Peking wurden von mehreren Dopingfällen überschattet. Der Gewichtheber Ilja Iljin hatte im Mittelschwergewicht die Goldmedaille gewonnen. Bei Nachtests 2016 wurde ihm Doping nachgewiesen. Das IOC disqualifizierte Iljin nachträglich und erkannte ihm den Olympiasieg wieder ab.IOC-Meldung vom 25. November 2016 (englisch) Im Gewichtheben der Frauen wurden drei Kasachinnen disqualifiziert. Irina Nekrassowa hatte im Mittelgewicht die Silbermedaille gewonnen. 2016 wurde sie des Dopings überführt und nachträglich disqualifiziert. Auch ihre Teamkameradin Maija Manesa, die sich nicht für den Endkampf qualifizieren konnte, wurde nachträglich disqualifiziert. Im Superschwergewicht verlor Marija Grabowezkaja ihre Bronzemedaille.Sport1 am 17. November 2016 Auch der vierte Platz von Wladimir Sedow im Halbschwergewicht wurde annulliert.Meldung der IWF (englisch) Alla Waschenina belegte im Schwergewicht zunächst Platz 2, wurde jedoch nach der Disqualifikation der ursprünglichen Siegerin, der Chinesin Cao Lei zur Olympiasiegerin erklärt.

Auch im Ringen gab es nachträgliche Disqualifikationen für kasachische Athleten. Im Schwergewicht des Freistils wurde der Silbermedaillengewinner Taimuras Tigijew disqualifiziert.Meldung der Associated Press vom 26. Oktober 2016 (englisch) Asset Mambetow, der im Schwergewicht des griechisch-römischen Stils angetreten war, verlor seine Bronzemedaille.IOC-meldung vom 17. November 2016 (englisch) Demgegenüber wurde Nurbakyt Tengisbajew im Leichtgewicht des griechisch-römischen Stils nach Disqualifikation des Zweitplatzierten Vitali Rəhimov aus Aserbaidschan mit der Silbermedaille bedacht.

Der Boxer Baqyt Särsekbajew gewann die Goldmedaille im Weltergewicht. Im Halbschwergewicht gewann Jerkebulan Schynalijew Bronze. Im Freistilringen gewann Marid Mutalimow Bronze im Superschwergewicht sowie Jelena Schalygina Bronze im Mittelgewicht. Asqat Schitkejew gewann Silber im Halbschwergewicht des Judoturniers. Im Taekwondo erkämpfte sich Arman Tschilmanow die Bronzemedaille im Schwergewicht.

Die Leichtathletin Olga Rypakowa verpasste mit Platz 4 im Dreisprung nur knapp eine Medaille. Bei den Sportschützen wurde Olga Dowgung Sechste mit dem Luftgewehr und im Dreistellungskampf mit dem Kleinkalibergewehr. Jelena Strutschajewa wurde Sechste im Trapschießen. Alija Jusupowa wurde in der Rhythmischen Sportgymnastik Fünfte.

London 2012

In London nahmen erstmals kasachische Tennisspieler teil. Auch bei den Spielen von London gab es Disqualifikationen wegen Dopings unter den kasachischen Athleten. Alle vier ursprünglichen Olympiasieger im Gewichtheben wurden des Dopings überführt und disqualifiziert. Ilja Iljins Blutprobe wurde zum gleichen Zeitpunkt wie die Probe von 2008 untersucht und auch hier fanden sich Nachweise für Doping. Bei den Frauen wurde die Federgewichtlerin Sülfija Tschinschanlo disqualifiziert, im Mittelgewicht Maija Manesa und im Schwergewicht Swetlana Podobedowa.

Die Leichtathletin Olga Rypakowa wurde Olympiasiegerin im Dreisprung, der Radrennfahrer Alexander Winokurow im Straßenrennen und der Boxer Serik Säpijew im Weltergewicht. Im Halbschwergewicht gewann Ädilbek Nijasymbetow Silber, Iwan Dytschko holte Bronze im Superschwergewicht und Marina Wolnowa im Mittelgewicht. Drei Bronzemedaillen wurden im Ringen gewonnen durch Danijal Gadschijew im Halbschwergewicht des griechisch-römischen Stils, Aqschürek Tangatarow im Weltergewicht des Freistils und Güsel Manjurowa im Schwergewicht des Freistils.

Rio de Janeiro 2016

In Rio de Janeiro wurde der Gewichtheber Nischat Rachimow Olympiasieger im Mittelgewicht. Weitere drei Bronzemedaillen gewannen die Männer mit Farchad Charki im Federgewicht, Denis Ulanow im Halbschwergewicht und Alexander Saitschikow im Schwergewicht. Hinzu kam ein vierter Rang durch Arli Chontey im Bantamgewicht. Bei den Frauen gewannen Karina Goritschewa Silber im Mittelgewicht und Schasira Schapparkul Bronze im Halbschwergewicht. Der Boxer Danijar Jeleussinow wurde Olympiasieger im Weltergewicht. Ädilbek Nijasymbetow gewann, wie vier Jahre zuvor, Silber im Halbschwergewicht, Wassili Levit Silber im Schwergewicht. Bei den Frauen holte Dariga Schakimowa Bronze im Mittelgewicht. Der dritte kasachische Olympiasieger von Rio de Janeiro war der Schwimmer Dmitri Balandin, der über 200 Meter Brust gewann. Über die 100-Meter-Distanz wurde er Achter. Die Ringerinnen steuerten drei Medaillen bei. Güsel Manjurowa gewann im Schwergewicht Silber, Jekaterina Larionowa Bronze im Mittelgewicht und Elmira Sysdykowa Bronze im Halbschwergewicht. Der Judoka Jeldos Smetow gewann Silber im Extraleichtgewicht, in der gleichen Gewichtsklasse gewann bei den Frauen Galbadrachin Otgontsetseg Bronze. Titelverteidiger Olga Rypakowa gewann im Dreisprung diesmal Bronze.

Im Modernen Fünfkampf wurde Jelena Potapenko Neunte der Einzelwertung. Der Radrennfahrer Andrei Seiz belegte im Straßenrennen Platz 8. Bei den Kanuregatten erreichte das Zweier-Kajak der Frauen über 500 Meter das Finale und wurde Siebte. Im Einer-Kajak über 200 Meter wurde Inna Klinowa Achte.

Winterspiele Kasachstans erste Olympioniken überhaupt waren Wintersportler, die bei den Winterspielen 1994 in Lillehammer teilnahmen. Am 13. Februar 1994 waren die Eisschnellläufer Radik Biktschentajew, Jewgeni Sanarow und Wadim Sajutin, der alpine Skirennfahrer Andrei Kolotwin sowie die Skilangläuferinnen Oksana Kotowa, Jelena Wolodina und Jelena Tschernetsowa die ersten Olympioniken Kasachstans.

Lillehammer 1994

mini|Wladimir Smirnow, Olympiasieger 1994, Silber 1994, auf einer kasachischen Briefmarke von 2007 Bei der ersten Teilnahme an Olympischen Spielen konnten gleich drei Medaillen gewonnen werden. Alle wurden im Skilanglauf durch Wladimir Smirnow gewonnen, der schon 1988 für die Sowjetunion und 1992 für das Vereinte Team der unabhängigen Sowjetrepubliken bei Olympischen Winterspielen teilnahm und Medaillen gewonnen hatte. Smirnow wurde Olympiasieger über 50 Kilometer im klassischen Stil und gewann Silber über 10 Kilometer klassisch und in der Verfolgung. Im Biathlon belegte Inna Scheschkil Platz 4 im Sprint. Im Eisschnelllauf wurde Ljudmila Prokaschowa Vierte über 3000 Meter und Sechste über 5000 Meter. Weitere Athleten traten in den Sportarten Eiskunstlauf, Short Track, Skispringen, Freestyle-Skiing und Ski Alpin an.

Nagano 1998