Wolf-Dieter Stempel (* 7. Juli 1929 in Landau in der Pfalz; † 2. September 2026) war ein deutscher Romanist und Sprachwissenschaftler. Er lehrte als Professor für Romanische Philologie an den Universitäten Bonn (1963–1967), Konstanz (1967–1973), Hamburg (1973–1985) und München (1985–1994).
Leben und Werk Stempel wuchs als Sohn des evangelischen Pfarrers Hans Stempel, langjähriger Kirchenpräsident der pfälzischen Protestantischen Landeskirche, in Landau auf. Sein Großvater mütterlicherseits war der Germanist Friedrich Panzer. Er besuchte von 1940 bis 1949 das Altsprachliche Gymnasium Landau. Er studierte Romanische Philologie und Latein an den Universitäten Marburg (1949–1951), Aix-en-Provence (1951), Sorbonne (1951–1952) und Heidelberg (1952–1954). Promoviert wurde er dort im Jahr 1955 mit der Dissertation Die romanischen Obstbaumbezeichnungen. Eine morphologische Untersuchung. Mit 4 Karten (nicht im Druck erschienen).
Er ging 1954 mit seinem Lehrer Harri Meier an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und war dort sein Assistent bis 1962 (ab 1958 beurlaubt). Er habilitierte sich 1962 mit der Schrift Untersuchungen zur Satzverknüpfung im Altfranzösischen (Westermann, Braunschweig 1964) und wurde 1963 (nach Ablehnung eines Rufes an die Justus-Liebig-Universität Gießen) Ordinarius für Romanische Philologie an der Universität Bonn. Von 1967 bis 1973 lehrte er an der Universität Konstanz, von 1973 bis 1985 (nach Ablehnung eines Rufes an die Georg-August-Universität Göttingen) an der Universität Hamburg und von 1985 bis zu seiner Emeritierung 1994 (als Nachfolger von Helmut Stimm) an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Von Stimm übernahm er das Projekt eines großen Wörterbuchs des mittelalterlichen Okzitanischen (DOM), das er bis 2012 leitete; seine Nachfolgerin wurde Maria Selig. Stempel gehörte zur interdisziplinären Forschergruppe Poetik und Hermeneutik. Von 1982 bis 1988 war er Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Er war ab 1988 ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und ab 1990 der Academia Europaea. Er war Träger der Werner Heisenberg-Medaille der Alexander von Humboldt-Stiftung (2000) und Ehrendoktor der Universität zu Köln (2002).
Stempel starb Anfang September 2026 im Alter von 97 Jahren.
Werke Als Autor
Als Herausgeber
Dictionnaire de l’occitan médiéval (DOM). Niemeyer, Tübingen / De Gruyter, Berlin 1996 ff. Fasc. 1: A – ACCEPTAR, 1996. Fasc. 2: ACCEPTAT – ADENAN, 1999. Fasc. 3: ADENAN – AFERMAT, 2001. Fasc. 4: AFERMETAT – AGREABLE, 2003. Fasc. 5: AGREAR – AIRIENC, 2005. Fasc. 6: AIRIER – AJOST, 2009. Fasc. 7: AJOSTADA – ALBUM, 2013. Supplement 1, 1997. Webauftritt des DOM
Literatur Interdisziplinarität als Abenteuer. Interview mit Wolf-Dieter Stempel. In: Petra Boden, Rüdiger Zill (Hrsg.): Poetik und Hermeneutik im Rückblick. Interviews mit Beteiligten. Wilhelm Fink, Paderborn 2017, S. 81–104.
Weblinks Personalseite der LMU Personalseite der Academia Europaea, mit Bild
Einzelnachweise
Kategorie:Sprachwissenschaftler (Romanistik) Kategorie:Romanistischer Mediävist Kategorie:Französist Kategorie:Okzitanist Kategorie:Linguist Kategorie:Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Konstanz) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Hamburg) Kategorie:Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München) Kategorie:Person (Landau in der Pfalz) Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Academia Europaea Kategorie:Person (Deutsche Forschungsgemeinschaft) Kategorie:Ehrendoktor der Universität zu Köln Kategorie:Absolvent der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Kategorie:Deutscher Kategorie:Bayer Kategorie:Geboren 1929 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann