Julian George Slater (* 1971 in Maidstone, Kent, England) ist ein britischer Tontechniker.
Leben Der aus der Grafschaft Kent im Südosten Englands stammende Julian Slater hatte sich schon als Kind für Tontechnik interessiert‘Baby Driver’ Sound Designer Julian Slater Discusses Film’s Hit Soundtrack, Interview mit THR Online, 16. Januar 2018. Er studierte an der School of Audio Engineering in London und wollte als Toningenieur in der Musikbranche arbeiten, landete dann aber direkt nach dem Studium mehr zufällig in der Film- und Fernsehbranche, wo er ab 1991 im Unternehmen Hackenbacker des neun Jahre älteren Tontechnikers Nigel Heath arbeitete und 1992 als Heaths Tonschnittassistent an Peter Greenaways Film Das Wunder von Mâcon beteiligt war. Es folgten Arbeiten für die satirische Fernsehserie The Day Today im Bereich der Audio-Postproduktion, die Beteiligung am Tonschnitt von Gabriel Axels Hamlet – Der Prinz von Jütland und der Toneffektschnitt bei Leaving Las Vegas von Regisseur Mike Figgis, immer in Zusammenarbeit mit Nigel Heath, mit dem er dann Anfang 1995 eine eigene Postproduktionsfirma, die spätere Hackenbacker Audio Post Company in London, gründete.
Heath und Slater wurden mit ihrem Team erstmals 1999 für den Film Hilary & Jackie für den BAFTA Award in der Kategorie Bester Ton nominiert. Im Jahr 2000 folgte eine Primetime-Emmy-Nominierung für den Fernsehfilm Animal Farm und 2001 für Shadow of the Vampire eine Nominierung für den Golden Reel Award der MPSE. Neben diesen Filmarbeiten war die Firma allerdings in erster Linie für das britische Fernsehen tätig und lieferte dort unter anderem das Sounddesign der satirischen Fernsehserien von Chris Morris. Die Arbeiten mit Morris – auf The Day Today (1994) folgten Brass Eye (1997) und Jam (2000) – führten auch dazu, dass der Regisseur Edgar Wright, ein großer Fan von Chris Morris, Slater für sein Kinodebüt Shaun of the Dead engagierte. Seitdem war Slater bei allen Spielfilmen Edgar Wrights für den Ton verantwortlich. Der bisherige Höhepunkt der langjährigen Zusammenarbeit war Slaters komplexe Arbeit an Baby Driver. Für den größtenteils entlang einer Reihe komplett ausgespielter Musikstücke choreografierten Film mussten sämtliche Geräusche in Tempo und Tonhöhe an die verwendete Musik angepasst werden, um die Hörperspektive des Protagonisten zu vermitteln. Slater erhielt dafür 2018 seine ersten beiden Oscar-Nominierungen in den Kategorien Bester Ton und Bester Tonschnitt.
Slater, der bereits 2008 aus seiner Postproduktionsfirma ausgestiegen war und danach in London als Freiberufler gearbeitet hatte, zog Mitte 2013 mit seiner Frau und den zwei gemeinsamen Söhnen nach Los Angeles. Zu seinen ersten Arbeiten für das Postproduktionsunternehmen Formosa Group gehörten der Tonschnitt bei The Purge: Anarchy und das Tondesign des oscarprämierten Kurzfilms Liebe geht durch den Magen. Danach war er am Tondesign von George Millers Mad Max: Fury Road beteiligt und gewann als Teil des Teams 2016 einen Golden Reel Award.
Im Jahr 2017 folgte schließlich mit Jumanji: Willkommen im Dschungel die erste Hollywood-Großproduktion, bei der Slater für den Ton hauptverantwortlich war. 2018 wurde er in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences berufen, die jährlich die Oscars vergibt.Academy invites 928 to Membersphip. In: oscars.org (abgerufen am 26. Juni 2018).
Filmografie (Auswahl)
1993: Das Wunder von Mâcon (The Baby of Mâcon) – Regie: Peter Greenaway 1994: The Day Today (TV-Serie, Folgen: Stretchcast und Big Report) 1994: Hamlet – Der Prinz von Jütland (Prince of Jutland) – Regie: Gabriel Axel 1994: The World of Lee Evans (TV-Serie, Folgen: Off the Rails, One Late Night und The Late Shift/Meet the Folks) 1995: Leaving Las Vegas – Regie: Mike Figgis 1996: Die Bettlektüre (The Pillow Book) – Regie: Peter Greenaway 1996: Small Time – Regie: Shane Meadows 1997: Heirat nicht ausgeschlossen (The Matchmaker) – Regie: Mark Joffe 1997: Brass Eye (TV-Serie) 1998: Hilary & Jackie (Hilary and Jackie) – Regie: Anand Tucker 1999: The Loss of Sexual Innocence (Loss of Sexual Innocence) – Regie: Mike Figgis 1999: Miss Julie – Regie: Mike Figgis 1999: Animal Farm (TV-Film) – Regie: John Stephenson 2000: Shadow of the Vampire – Regie: E. Elias Merhige 2000: Jam (TV-Serie) 2001: Revelation – Die Offenbarung (Revelation) – Regie: Stuart Urban 2003: Das Mädchen mit dem Perlenohrring (Girl with a Pearl Earring) – Regie: Peter Webber 2004: Shaun of the Dead – Regie: Edgar Wright 2004: Beyond the Sea – Musik war sein Leben (Beyond the Sea) – Regie: Kevin Spacey 2004: Fat Slags – Regie: Ed Bye 2006: Half Light – Regie: Craig Rosenberg 2006: Big Nothing – Regie: Jean-Baptiste Andrea 2007: Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis (Hot Fuzz) – Regie: Edgar Wright 2008: Brügge sehen… und sterben? (In Bruges) – Regie: Martin McDonagh 2008: Die Schwester der Königin (The Other Boleyn Girl) – Regie: Justin Chadwick 2008: Miss Pettigrews großer Tag (Miss Pettigrew Lives for a Day) – Regie: Bharat Nalluri 2009: Radio Rock Revolution (The Boat That Rocked) – Regie: Richard Curtis 2010: Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (Scott Pilgrim vs. the World) – Regie: Edgar Wright 2011: Paul – Ein Alien auf der Flucht (Paul) – Regie: Greg Mottola 2011: Attack the Block – Regie: Joe Cornish 2011: Arthur Weihnachtsmann (Arthur Christmas) – Regie: Sarah Smith und Barry Cook 2012: Dark Shadows – Regie: Tim Burton 2013: Das hält kein Jahr…! (I Give It a Year) – Regie: Dan Mazer 2013: In Fear – Regie: Jeremy Lovering 2013: The World’s End – Regie: Edgar Wright 2014: Young Ones – Regie: Jake Paltrow 2014: The Purge: Anarchy – Regie: James DeMonaco 2014: Liebe geht durch den Magen (Feast) (Kurzfilm) – Regie: Patrick Osborne 2014: Unknown User (Unfriended) – Regie: Levan Gabriadze 2015: Mad Max: Fury Road – Regie: George Miller 2015: The Gift – Regie: Joel Edgerton 2015: The Danish Girl – Regie: Tom Hooper 2015: Paranormal Activity: Ghost Dimension – Regie: Gregory Plotkin 2016: Der Spion und sein Bruder (Grimsby) – Regie: Louis Leterrier 2016: Bad Moms – Regie: Jon Lucas und Scott Moore 2017: Baby Driver – Regie: Edgar Wright 2017: Bad Moms 2 (A Bad Moms Christmas) – Regie: Jon Lucas und Scott Moore 2017: Jumanji: Willkommen im Dschungel (Jumanji: Welcome to the Jungle) – Regie: Jake Kasdan
Einzelnachweise
Weblinks
Baby Driver editors — Syncing cuts to music
Kategorie:Tontechniker Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Mann