AIDA Cruises ist eine vorwiegend auf den deutschsprachigen Markt ausgerichtete Kreuzfahrtmarke. Eigentümer der Schiffe ist Costa Crociere, ein Tochterunternehmen der Carnival Corporation & plc mit Sitz in Genua. Für den Betrieb der unter italienischer Flagge fahrenden Flotte von AIDA Cruises ist die im Februar 2015 gegründete Carnival Maritime GmbH in Hamburg verantwortlich.

Die Flotte umfasst elf Schiffe, die zusammen eine Kapazität von rund 30.800 Betten haben. Mit einem Marktanteil von ca. 4,8 Prozent im Jahr 2024 gehört die Marke zu den umsatzstärksten Kreuzfahrtmarken der Welt.

Geschichte Wechsel der Eigentümer, wirtschaftlicher Erfolg Deutsche Seereederei mini|Hauptverwaltung der AIDA Cruises – Branch of Costa Crociere in Rostock (2018) Die Deutsche Seereederei (DSR) mit Sitz in Rostock war ab 1960 mit der Völkerfreundschaft, von 1961 mit dem GTMS Fritz Heckert und ab 1985 mit der Arkona als Kreuzfahrtveranstalter beim FDGB-Feriendienst der DDR tätig. 1993 wurde das Unternehmen privatisiert, an die Investorengruppe Horst Rahe und Nikolaus H. Schües aus Hamburg verkauft und mit der F. Laeisz Schiffahrtsgesellschaft zur Reederei F. Laeisz verschmolzen., auf der Website der Reederei F. Laeisz GmbH, abgerufen am 27. Februar 2018.

Noch im selben Jahr beschloss das neue Management, das Kreuzfahrtgeschäft mit der Arkona durch einen Neubau zu erweitern. Erstmals am deutschen Markt sollte dabei nach amerikanischem Vorbild der „Fun Ships“ („Spaßschiffe“) von Carnival Cruise Lines das Konzept eines Cluburlaubs auf Schiffsreisen übertragen werden. Der Neubau wurde im Juni 1996 unter dem Namen AIDA in Dienst gestellt und unter der Marketingbezeichnung „Das Clubschiff“ intensiv beworben. Man wollte mit dem Namen an die anderen Schiffe der Reederei anknüpfen, deren Namen ebenfalls mit dem Buchstaben A begannen und endeten. Die Wahl fiel auf Aida, nach der gleichnamigen Protagonistin einer Oper von Giuseppe Verdi, die 1869 mit der Eröffnung des Suezkanals an den Komponisten in Auftrag gegeben wurde, so dass damit ein Bezug zur Schifffahrt hergestellt war. Der Grafiker Feliks Büttner entwarf 1996 das Markenzeichen. Der Kussmund mit großen Augen und blauem Lidstrich als Rumpflackierung kennzeichnet seitdem alle AIDA-Schiffe.

Trotz guter Buchungszahlen erzielte das Unternehmen mit der AIDA keinen Gewinn. Im Gegenteil kostete auch die Vermarktung der Kabinen durch den für diesen Zweck gegründeten eigenen Veranstalter Arkona Reisen zunächst viel Geld.Harry Weiland: Aida: Verluste trotz guter Buchungslage. In: Die Zeit, Ausgabe 23/1997, 30. Mai 1997, abgerufen am 18. Februar 2018. Um die Liquidität des Unternehmens zu stärken, verkaufte man im August 1997 das Schiff für 324 Millionen DM an den Wettbewerber Norwegian Cruise Line (NCL).Willi Bremkes: "Aida" wird skandinavisch. In: Die Zeit, Ausgabe 35/1997, 22. August 1997, abgerufen am 28. Februar 2018. Durch einen gleichzeitig vereinbarten Charter-Vertrag blieb AIDA jedoch im Betrieb der DSR-Tochter Deutsche Seetouristik, die ihren Namen 1998 in Arkona Touristik änderte.

P&O Im November 1999 überließ Arkona Touristik sein Kreuzfahrtgeschäft der britischen Reederei P&O, zu diesem Zeitpunkt weltweit die Nr. 3 im Kreuzfahrtgeschäft. Der Verkauf erfolgte durch Übertragung der Tochtergesellschaft Seetours International, die man im Oktober 1997 selbst erst von TUI erworben und der man im Anschluss das operative Kreuzfahrtgeschäft und alle Rechte an der Marke AIDA anvertraut hatte. Arkona Touristik blieb mit einem 49-%-Minderheitsanteil an dem in London neu gegründeten Joint Venture AIDA Cruises Ltd. nur noch finanziell beteiligt. Da Seetours ein für Schiffsreisen gut eingeführter Name war, ergänzte ihn P&O als Namensbestandteil der deutschen Niederlassung zu Seetours – German Branch of Aida Cruises. P&O kaufte das erste AIDA-Clubschiff von NCL zurück und gab 2002 und 2003 zwei weitere Schiffe bei der Aker MTW Werft in Wismar in Auftrag. Im Jahr 2000 tauschte Arkona Touristik vereinbarungsgemäß seinen Joint-Venture-Anteil gegen Aktien der P&O Princess Cruises International, in die P&O gerade sein gesamtes Kreuzfahrtgeschäft ausgegliedert hatte. Daraufhin änderte sich der Name der deutschen Niederlassung in Seetours – German Branch of P&O Princess Cruises International Ltd.

Carnival Corporation & plc Seit Zusammenschluss der in Carnival plc. umfirmierten P&O Princess Cruises International mit der amerikanischen Carnival Corp. im April 2003 gehört auch die Marke AIDA Cruises zum neu entstandenen Weltmarktführer für Kreuzfahrten Carnival Corporation & plc.

Noch im Verlauf des Jahres 2004 übertrug der Konzern den Betrieb der AIDA-Marke von seinem britischen Unternehmensteil auf die italienische Konzerntochter Costa Crociere in Genua, eine bereits 1997 durch Carnival Corp. übernommene italienische Reederei. Das Eigentum an den Schiffen ging zunächst an die Società di Crociere Mercurio, ebenfalls in Genua, mit deutscher Niederlassung AIDA Cruises – German Branch of Società di Crociere Mercurio S.r.l., ab Juli 2010 dann direkt zur Costa Crociere, weshalb die deutsche Niederlassung seitdem als AIDA Cruises – German Branch of Costa Crociere S.p.A. firmiert. Ihre Geschäftsräume befinden sich in wiederaufgebauten Speicherhäusern am Rostocker Stadthafen. Zudem wurde im selben Jahr die bisherige A'Rosa Blu zur Marke AIDA transferiert, umgebaut und in AIDAblu umbenannt. Das Schiff blieb bis 2007 bei AIDA und wurde anschließend innerhalb des Carnival-Konzerns für andere Marken eingesetzt.

Zwischen 2007 und 2013 investierte Carnival mehr als zwei Milliarden Euro in den Ausbau der AIDA-Flotte. In diesem Zeitraum stellte AIDA Cruises in jedem Jahr ein Schiff der Sphinx-Klasse, insgesamt sieben Schiffe, in Dienst. Alle Schiffe wurden auf der Meyer-Werft in Papenburg im Emsland gebaut.

Anfang August 2011 gab das Unternehmen die Bestellung zweier Neubauten bei Mitsubishi Heavy Industries in Japan bekannt. Die mit etwa 125.000 BRZ vermessenen und für 3250 Passagiere ausgelegten Schiffe sollten jeweils im März der Jahre 2015 und 2016 abgeliefert werden. Beim ersten Neubau, AIDAprima, kam es zu Verzögerungen beim Bau. Die angekündigte 50-tägige Jungfernfahrt von Japan nach Dubai und Hamburg musste von März zunächst auf den 1. Oktober 2015 verschoben und am 4. August 2015 schließlich abgesagt werden. Jungfernfahrt abgesagt: Mitsubishi-Werft kann "Aida Prima" nicht fristgerecht ausliefern. In: Spiegel Online, 4. August 2015, abgerufen am 27. Februar 2018. Auch die Ablieferung der AIDAperla, des zweiten Neubaus, verzögerte sich um mehr als ein Jahr bis Mitte 2017.

Im Februar 2015 gründete Costa Crociere die Tochtergesellschaft Carnival Maritime GmbH in Hamburg. Als neue Betreibergesellschaft übernahm diese unter Leitung von Jens Lassen das Management der bis dahin von Genua und Rostock betriebenen Kreuzfahrtschiffe der Marken AIDA Cruises, Costa Crociere und Costa Asia.About us, auf der Website der Carnival Maritime GmbH, abgerufen am 18. September 2015. Am 1. September 2015 ernannte die Costa-Gruppe Felix Eichhorn zum neuen Präsidenten von AIDA Cruises.

2015 bestellte der Mutterkonzern vier neue Schiffe mit Flüssigerdgas-Antrieb bei der Meyer Werft, davon zwei für AIDA Cruises. Die Schiffe sind mit 183.900 BRZ vermessen, 337 Meter lang und 42 Meter breit. Das Typschiff AIDAnova wurde im Dezember 2018 in Dienst gestellt. Das zweite Schiff, die AIDAcosma, wurde gut drei Jahre später, im Dezember 2021, übernommen.

Ende 2019 übernahm AIDA die zur AIDAmira umgebaute ehemalige Costa neoRiviera und erweiterte damit das Selection-Programm auf vier Schiffe, das besondere und einzigartige Routen mit den kleinsten Schiffen der Flotten umfasste, um diese Reisen besser vermarkten zu können – wobei dieses Angebot so erfolgreich war, dass der Mutterkonzern beschloss, das Schiff, das für Costa Crociere nicht rentabel war, innerhalb des Konzerns an AIDA Cruises zu übertragen.

Am 15. Februar 2020 wurden wegen des Ausbruchs der COVID-19-Pandemie alle Fahrten von, nach und in Asien und Australien abgebrochen. Auch die Ende März 2020 geplanten vier- und fünftägigen Kurzreisen im westlichen Mittelmeer von und nach Mallorca wurden im März 2020 abgesagt. Die durch die Karibik reisende AIDAdiva musste wegen der Verweigerung des Einlaufens in die Häfen von Montego Bay auf Jamaika und George Town auf den Kaimaninseln kurzfristig nach Alternativen suchen. Die AIDAaura durfte Mitte März nicht den Hafen der norwegischen Stadt Bergen anlaufen und musste die Route „Winter im hohen Norden“ schließlich abbrechen. Ursprünglich sollte am 5. August 2020 wieder eine Rundfahrt mit Hamburg als Start- und Zielhafen ohne Landgang auf AIDAperla beginnen, diese Fahrt und weitere für den August 2020 geplante Reisen mussten aber abgesagt werden. Erst Mitte Oktober 2020 gelang der Neustart mit Reisen entlang der Westküste Italiens mit AIDAblu, die aber nach einigen Reisen aufgrund einer Zunahme des Infektionsgeschehen wieder abgesagt wurden. Es folgten Reisen auf die Kanaren Ende 2020, die z. T. aufgrund von Hacker-Angriffen unterbrochen werden mussten, sowie auch der Neustart ab Deutschland ab Pfingsten 2021.

Das Schwesterschiff der AIDAnova, die AIDAcosma, die sich in nur wenigen Details wie der Gestaltung des Heckbereiches auf den oberen Decks von ihr unterscheidet, wurde am 21. Dezember 2021 als vorerst letzte Ergänzung zur Flotte nach mehreren Verzögerungen von insgesamt über einem halben Jahr aufgrund der Pandemie abgeliefert. 2021 gab AIDA Cruises den Verkauf der AIDAcara bekannt. Dieser Ankündigung folgte im Januar 2022 die Bekanntgabe des Verkaufs eines weiteren Schiffes, der AIDAmira. Das Schiff wurde als Ambition von der britischen Ambassador Cruise Lines übernommen, die aus der während der Corona-Pandemie in die Insolvenz gegangene Reederei CMV hervorging. Um die daraus entstandenen Lücken im markeneigenen „Selection“-Programm zu füllen, wurde außerdem die Ausweitung dieses Programmes beschlossen, das nun auch besondere Reise auf größeren und jüngeren Schiff umfasst und sich nicht mehr ausschließlich auf die kleinsten Schiffe der Flotte konzentrieren soll. 2022 wurde die AIDAvita ausgemustert, und im September 2023 verließ mit der AIDAaura das letzte „kleinere“ Schiff die Flotte.

Anfang April 2025 gab Carnival bekannt, bei der Fincantieri-Werft für AIDA Cruises zwei Schiffe einer neuen Klasse mit Ablieferung in den Jahren 2030 und 2031 bestellt zu haben. Die für etwa 4200 Passagiere (bei Doppelbelegung) ausgelegten Neubauten sollen sich hinsichtlich ihrer Größe zwischen der Hyperion-Klasse und der Helios-Klasse einordnen. Branchenexperten zufolge dienen Schiffe der Sphere-Klasse der Schwestermarke Princess Cruises innerhalb des Konzerns als technisches Vorbild und Plattform für diese Einheiten, um durch die Nutzung einer gemeinsamen Basis Synergieeffekte bei Bau und Betrieb zu erzielen.

AIDA Evolution Im Februar 2025 begann das größte Flottenerneuerungsprogramm in der AIDA-Geschichte, die sogenannte Zukunftsinitiative AIDA EvolutionAIDA Evolution AIDA.de, aufgerufen am 25. März 2025.

Die ersten drei Schiffe der Sphinx-Klasse werden auf der Werft Chantier Naval in Marseille umfassend und einheitlich modernisiert. Restaurants (z. B. French Kiss und East) und Bars der beiden großen AIDA-Klassen kommen neu hinzu. Alle Kabinen werden renoviert, teilweise auch durch Suiten ersetzt. Das Theatrium und viele Bereiche der Schiffe erhalten ein neues Farbkonzept, ganze Außendecks werden umgestaltet.

Den Anfang machte die AIDAdiva vom 3. Februar bis 21. März 2025AIDAdiva kehrt aus der Werft zurück AIDA.de, aufgerufen am 25. März 2025. Es folgte die AIDAluna vom 22. Oktober bis 10. Dezember 2025. Die AIDAbella war vom 21. Januar bis 11. März 2026 in der Werft.

Einsatz der Schiffe