St. Hermann Josef ist eine ehemalige römisch-katholische Filialkirche im Stolberger Stadtviertel Liester in der Städteregion Aachen in Nordrhein-Westfalen. Die Kirche war dem hl. Hermann Joseph von Steinfeld geweiht und eine Filialkirche der zum 1. Januar 2010 gegründeten Großpfarre St. Lucia Stolberg. Am 13. September 2025 wurde die Kirche profaniert.
Lage mini|Westseite von St. Hermann Josef Das Kirchengebäude liegt im Zentrum der Siedlung Liester an der Ardennenstraße, gegenüber dem Geschwister-Scholl-Platz.
Geschichte Die Wohnsiedlung Liester entstand erst in den 1950er und 1960er Jahren. Bereits Anfang der 1960er Jahre waren so viele Menschen nach Liester gezogen, dass der zuständige Pfarrer der Pfarre Münsterbusch Karl Scheidt den Bau einer eigenen Kirche und die Einrichtung eines eigenen Seelsorgebezirkes anregte. Zur Gründung eines Kirchbauvereins kam es am 1. Oktober 1964 und zum 1. Juni 1965 wurde Liester aus Teilen der Pfarren Münsterbusch, Büsbach und St. Lucia Stolberg zur Vikarie erhoben.
Seit 1965 diente zunächst die Aula der Schule als Gottesdienstraum, bereits ein Jahr später konnte mit dem Bau der nach Plänen des Architekten Heinz Kaldenbach entstandenen Kirche begonnen werden. Der Grundstein wurde in einer feierlichen Zeremonie am 8. Mai 1966 gelegt und im darauffolgenden Jahr am 19. Dezember 1967 fand die feierliche Kirchweihe und Konsekration statt. Die Pläne zum Bau der neuen Kirche entwarf der Eschweiler Architekt Heinz Kaldenbach.
Die Errichtung der Pfarrvikarie erfolgte am 15. Januar 1968, eigenständige Pfarrei wurde Liester schließlich am 15. Dezember 1990. Nach knapp 20 Jahren der Eigenständigkeit wurde die Pfarre zum 1. Januar 2010 im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen des Bistums Aachen aufgelöst und mit den ebenfalls aufgelösten Pfarren St. Sebastian Atsch, St. Franziskus Stolberg, St. Lucia Stolberg, Herz Jesu Münsterbusch, St. Josef Donnerberg und St. Mariä Himmelfahrt Stolberg-Mühle zur neuen Großpfarre St. Lucia Stolberg fusioniert.
Neue Nutzungspläne wurden seit 2021 diskutiert. Am 13. September 2025 wurde St. Hermann Josef im Rahmen einer letzten Heiligen Messe profaniert. 2026 soll das Kirchengebäude mit Ausnahme des Turmes abgerissen werden und auf dem Grundstück Wohnungen für Menschen mit seelischer Behinderung entstehen.
Baubeschreibung mini|Luftaufnahme von St. Hermann Josef St. Hermann Josef ist eine einfache Saalkirche in Formen der Moderne auf quadratischem Grundriss mit leicht vorgezogenem Chor im Südwesten. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich eine Eingangshalle. An der Nordseite befindet sich der 26 Meter hohe freistehende Glockenturm.
Ausstattung Der Innenraum wird von einer modernen Ausstattung aus der Erbauungszeit der Kirche geprägt. Der Stolberger Künstler Ludwig Mohnen schuf das Altarkreuz aus Bronze mit eingearbeiteten Bergkristallen sowie das Tabernakel. Eine Figur aus Blaustein des Kirchenpatrons Hermann Josef sowie den Altar fertigte Bildhauer Hermann Pier aus Mulartshütte an.
Pfarrer Folgende Priester wirkten bis zur Auflösung der Pfarre 2010 an St. Hermann Josef Pfarrer, bis zur Pfarrerhebung 1990 trugen die Priester den Titel Pfarrvikar: von – bis Name 1965–1992 Wilhelm Buscher (seit 1990 Pfarrer) 1993–2010 Ferdinand Bruckes
Weblinks
Stolberg, St. Hermann Josef, auf moderne-regional de
Einzelnachweise
Kategorie:Hermann-Josef-Kirche Kategorie:Profaniertes Kirchengebäude im Bistum Aachen Hermann Josef Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Bauwerk der Moderne in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Ehemalige Pfarrkirche