Die Westeuropaliga des FEI-Weltcups Dressurreiten 2017/2018 (FEI World Cup™ Dressage 2017–2018, Western European League) war die 33. Saison der west- und mitteleuropäischen Liga des FEI-Weltcups der Dressurreiter. Der Weltcup gilt im Bereich der Westeuropaliga als wichtigste Turnierserie in der Hallensaison.

Ablauf der Turnierserie Zur Weltcupsaison 2017/2018 gab es größere Änderungen vor allem im Bezug auf die Zentraleuropaliga, für die kein eigenes Ligafinale mehr vorgesehen war. Für Teilnehmer der Westeuropaliga änderte sich wenig, lediglich der Austragungsort der ersten Etappe wechselte innerhalb Dänemarks. (mark-up version)

Ausgeschrieben waren alle Turniere der Westeuropaliga als CDI. Sie wurden mit dem Zusatz -W (also CDI-W) gekennzeichnet, um sie als Weltcupturniere kenntlich zu machen.

Auftakt der Saison war die erste Wertungsprüfung am 22. Oktober 2017, die Schlussetappe wurde am 10. März 2018 ausgetragen. Für das Weltcupfinale 2018 qualifizierten sich die besten neun Reiter der Westeuropaliga sowie eventuelle Zusatzteilnehmer („extra competitors“). „Analytics Sponsor“ des Weltcups der Dressurreiter ist der Softwarehersteller SAP.Equestrian fans taken to next level as SAP becomes new FEI sponsor, fei.org, 1. April 2017

Der Modus der Etappen war identisch zum Vorjahr: Ein Grand Prix de Dressage diente als Einlaufprüfung für die Grand Prix Kür. Der Umfang des Starterfelds war hierbei nach oben hin durch das Weltcupreglement nicht festgelegt. Aus dem Grand Prix qualifizierten sich die 15 bestplatzierten Teilnehmer für die Grand Prix Kür. Nur die Grand Prix Kür zählte als Wertungsprüfung für die Westeuropaliga.

Die Prüfungen 1. Prüfung: Herning Der Auftakt zur Westeuropaliga fand wie in den Vorjahren in Dänemark statt, hatte jedoch einen neuen Austragungsort erhalten. Das seit zehn Jahren durchgeführte Weltcupturnier von Odense wurde wie schon im Sommer das Nationenpreisturnier am selben Ort nicht mehr ausgetragen, da die Kooperation zwischen den Veranstaltern (der Firma JBK Horse Show und der Odense Kommune) 2016 endete.Odense Horse Show 2016 markerer afslutning på succesfuldt samarbejde, odense.dk, 23. September 2016

Als neuer Austragungsort wurde Herning gewählt: Das Turnier World Cup Herning fand vom 18. bis 22. Oktober 2017 in der Jyske Bank Boxen statt. Als letzte Prüfung des Sonntags in der Jyske Bank Boxen wurde die Weltcupkür durchgeführt. Von den 14 Startern in der Grand Prix Kür war es Isabell Werth, die mit ihrem Wallach Don Johnson FRH als erste die 80-Prozent-Marke knacken konnte – sie kam auf 83,755 Prozent. Auch der nächste Reiter, der Däne Daniel Bachmann Andersen, kam mit dem 13-jährigen Hengst Zack über 80 Prozent. Doch in die Top 3 des Endergebnisses schaffte er es nicht: Cathrine Dufour hatte hier bei ihrem ersten Turnierstart mit Cassidy seit den Europameisterschaften in Göteborg schon den Grand Prix mit über zwei Prozent Vorsprung gewonnen (79,840 Prozent). In der Kür konnte sie diese Dominanz bestätigen – mit fast 86 Prozent sahen die Richter sie erneut zwei Prozent vor Werth. Patrik Kittel als letzter Starter konnte mit Delaunay OLD ebenso einen guten Start in die Hallensaison verzeichnen, über 81 Prozent bedeuteten Rang drei für ihn.Ergebnis Weltcupkür Herning 2017Herning: Cathrine Dufour schlägt Isabell Werth im Grand Prix für die Weltcup-Quali, Dominique Wehrmann / St. Georg, 21. Oktober 2017

ReiterPferdProzentWertungs-punkte1 Cassidy 85,945 % 202 Don Johnson FRH 83,755 % –3 Delaunay OLD 81,095 % 17 (Plätze eins bis drei von insgesamt 14 Teilnehmern)

2. Prüfung: Lyon Anfang November führte die Westeuropaliga die Reiter nach Frankreich: Vom 1. bis 5. November 2017 fand im Rahmen der Equitá Lyon die zweite Etappe der Turnierserie statt. Die Dressur stand in Eurexpo bereits an den ersten Turniertagen auf dem Programm, am Freitagnachmittag wurde die Weltcupkür ausgetragen.

Bereits im Grand Prix dominierte Isabell Werths 11-jähriger Wallach Emilio die Prüfung, mit 80 Prozent lag er über drei Prozent in Führung. In der Kür hatte Werth den fünftletzten Startplatz zugelost bekommen und musste somit in der Schlussgruppe vorlegen. Dies tat sie auch: Alle Richter sahen sie in der A-Note bei über 80 Prozent, insgesamt 86,115 Prozent stellten für Emilio ein neues Bestergebnis dar. Die folgenden vier Reiter konnten sich alle vor die zuvor Führende Fabienne Lütkemeier und D'Agostino FRH (75,225 %) schieben, doch an Werths Ergebnis kamen sie deutlich nicht heran. Auf den vierten Platz kam Dorothee Schneider, deren Europameisterschaftspferd von 2017, Sammy Davis jr., mit seinem zweiten Über-80-Prozent-Ergebnis auf Grand Prix-Niveau einen guten Start in die Hallensaison verzeichnen konnte.Ergebnis Weltcupkür Lyon 2017Emilio – Sieg mit Bestergebnis, dressursport-deutschland.de, 3. November 2017

ReiterPferdProzentWertungs-punkte1 Emilio 86,115 % –2 Delgado 82,630 % 203 Deja 81,555 % 17 (Plätze eins bis drei von insgesamt 15 Teilnehmern)

3. Prüfung: Stuttgart Zwei Wochen nach Lyon stand die erste deutsche Etappe des Dressurreiter-Weltcups auf dem Programm: Die Stuttgart German Masters wurden vom 15. bis 19. November 2017 in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle durchgeführt.

Am Nachmittag des Samstags, im Anschluss an die Weltcupprüfung der Vierspännerfahrer, wurde die Weltcupkür ausgerichtet. Im Stuttgarter Grand Prix de Dressage der Kür-Tour gelang Isabell Werth ein noch deutlicherer Sieg als zuvor in Lyon: Mit der Rappstute Weihegold OLD, mit der sie auch die Weltrangliste anführte, kam sie auf 82,080 Prozent – sechs Prozent Vorsprung auf die Zweitplatzierte Helen Langehanenberg.

In Stuttgart war Isabell Werth der vierte Startplatz im Block der sieben letzten Reiter der Kür zugelost worden. Auch in der Weltcupkür war Werths Stute das dominierende Pferd der Prüfung, trotz Fehler in den Zweierwechseln reichte es für ein Ergebnis von 87,575 Prozent. Bei ihrem zweiten Weltcupturnier der Saison steigerten sich Dorothee Schneider und Sammy Davis jr. nochmals, für einen Ritt mit „deutlicher Schwebephase und viel Dynamik“ vergaben die Richter deutlich über 82 Prozent. Als Schlusspaar gingen Helen Langehanenberg und ihr 15-jähriger Hengst Damsey FRH an den Start. Der Hannoveraner Hengst ging seiner ersten Kür seit den Europameisterschaften übermotiviert an, nach Ansicht von Chefrichter Dr. Dietrich Plewa mit etwas zu viel Spannung. Damit kam er auf ein Gesamtergebnis von knapp unter 80 Prozent, was ihnen den dritten Platz einbrachte.Ergebnis Weltcupkür Stuttgart 2017Keine Weltcup-Kür, ein Kür-Erlebnis! , dressursport-deutschland.de, 18. November 2017

ReiterPferdProzentWertungs-punkte1 Weihegold OLD 87,575 % –2 Sammy Davis jr. 82,805 % 203 Damsey FRH 79,615 % 17 (Plätze eins bis drei von insgesamt 15 Teilnehmern)

4. Prüfung: Salzburg Die Amadeus Horse Indoors in Salzburg waren im Jahr 2017 zum dritten Mal Austragungsort eine Weltcupprüfung im Dressurreiten. Die Veranstaltung wurde vom 6. bis 10. Dezember 2017 in der Salzburgarena ausgerichtet.

Die Weltcupkür stand am Schlusstag ab 10:45 Uhr auf dem Programm. Den Auftakt zur zweiten Hälfte der Prüfung machte der Franzose Ludovic Henry, der sich mit After You mit einem Ergebnis von 75,635 Prozent vorläufig in Führung setzte. Nächste Starterin war Vorjahressiegerin Dorothee Schneider, die in diesem Jahr mit Sammy Davis jr. antrat. Schneider hatte tags zuvor bereits den Grand Prix gewonnen. Nachdem Wallach Sammy Davis jr. bereits drei Wochen zuvor in Stuttgart eine Bestleistung in der Kür aufgestellt hatte, konnte er diese in Salzburg nochmals übertrumpfen. Zusammen mit Dorothee Schneider kam er auf 83,415 Prozent.

Der übernächste Starter, der Däne Daniel Bachmann-Andersen, wurde mit dem Hengst Zack von den Richtern ebenso über 80 Prozent bewertet, mit 80,375 Prozent setzte er sich zunächst auf den zweiten Platz. Vorletzte Starterin war Jessica von Bredow-Werndl, die mit dem inzwischen 16-jährigen Gribaldi-Sohn Unee BB antrat. Die Bewertung aller Richter sowohl in A- als auch in B-Note blieb knapp unter der vor Dorothee Schneider, das Endergebnis betrug 81,565 Prozent. Den letzten Startplatz hatte Fabienne Lütkemeier erhalten, sie ritt den erst 10-jährigen Wallach Fabregaz. Obwohl die österreichische Richterin bei E sie in der B-Note identisch zu Dorothee Schneider mit 88,200 Prozent in Führung sah, reichte es in der Gesamtbewertung aller Richter nicht ganz für 80 Prozent, mit 79,220 Prozent sortierte sie sich auf Rang vier ein.Ergebnis Weltcupkür Salzburg 2017Salzburg: Dorothee Schneider wiederholt Weltcup-Sieg, Lena Heitsch / St. Georg, 10. Dezember 2017

ReiterPferdProzentWertungs-punkte1 Sammy Davis jr. 83,415 % 202 Unee BB 81,565 % 173 Zack 80,375 % 15 (Plätze eins bis drei von insgesamt 12 Teilnehmern)

5. Prüfung: London Die nächste Prüfung der Westeuropaliga fand nur wenige Tage später statt: An den ersten beiden Tagen der Olympia London International Horse Show, dem 12. und 13. Dezember 2017, wurden die Dressurprüfungen der britischen Weltcupetappe durchgeführt. Ausgetragen wurde die Weltcupkür von London am 13. Dezember ab 19:20 Uhr in der Olympia Grand Hall.

Am Vortag hatte der 9-jährige Zonik, geritten von Edward Gal, seine erste international ausgeschriebene Prüfung bei einem Hallenturnier mit anderthalb Prozent Vorsprung gewonnen. In der Kür unterliefen Gal und seinem Hengst noch Fehler etwa in den Einerwechseln, dennoch reichte es für ein Ergebnis von 79,340 Prozent. Madeleine Witte-Vrees folgte als nächste Reiterin, sie brachte den 10-jährigen Cennin an den Start. In dieser zweiten Weltcupkür nach Lyon in seiner zweiten Weltcupsaison kam der Hengst auf 77,645 Prozent. Hierbei waren sich die Richter jedoch wenig einig in der Platzierung: Die australische Richterin bei B gab mit 80,575 Prozent das beste von ihr an diesem Tag vergebene Resultat, während der französische Richter bei H das Paar nur auf Platz neun setzte.

Erstmals seit 13 Jahren war Patrik Kittel wieder in London am Start. Mit dem 11-jährigen Wallach Delaunay OLD setzte er sich als vorletzter Starter in Führung, mit hohen B-Noten zwischen 83,600 und 87,000 Prozent kam er auf ein Gesamtresultat von 80,560 Prozent. Den letzten Ritt des Tages zeigten der in Niedersachsen tätige Brite Emile Faurie und Delatio. Der Hengst, der im Sommer noch von Bianca Kasselmann geritten wurde und Anteil an Fauries Sieg im Deutschen Dressurderby hatte, ging in London erstmals eine internationale Grand Prix Kür. Diese Premiere glückte: 80,405 Prozent und damit im Endergebnis der zweite Platz.Ergebnis Weltcupkür London 2017London: Weltcup-Etappe für Patrik Kittel, Faurie und Gal dahinter, Dominique Wehrmann / St. Georg, 14. Dezember 2017

ReiterPferdProzentWertungs-punkte1 Delaunay OLD 80,560 % 202 Delatio 80,405 % 173 Zonik 79,340 % 15 (Plätze eins bis drei von insgesamt 15 Teilnehmern)

6. Prüfung: Amsterdam Nach über einem Monat Unterbrechung startete die Westeuropaliga Ende Januar in das Jahr 2018. Die sechste Etappe wurde im Rahmen des Hallenreitturniers von Amsterdam, genannt Jumping Amsterdam, vom 25. bis 28. Januar 2018 durchgeführt.

Ein weiteres Mal in dieser Saison sicherte sich Isabell Werth bereits im Grand Prix mit mehreren Prozenten Vorsprung einen klaren Sieg und hatte damit auch in der Grand Prix Kür die Favoritenrolle inne. In Amsterdam wurde ihr der letzte Startplatz zugelost, so dass ihre Konkurrenten zunächst mit ihren Ritten vorlegen mussten. Die Gruppe der besten sieben des Grand Prix wurde in der Weltcupkür von Emile Faurie und Delatio eröffnet. Die Weltcupzweiten von London kamen in Amsterdam nicht ganz auf 79 Prozent, verbunden mit der deutlichen stärkeren Konkurrenz reichte es im Endergebnis der Prüfung nur für Rang sieben.