Der Odense Boldklub (kurz: Odense BK oder OB) ist ein dänischer Fußballverein aus Odense, Region Syddanmark. Der Verein gewann drei Meisterschaften und fünf Pokale und spielt in der dänischen Superliga. Sein Heimstadion ist der Nature Energy Park; das Vereinsheim befindet sich in Ådalen beim Fluss Odense Å.

Geschichte Die ersten Jahre Der Verein wurde am 12. Juli 1887 als Odense Criketklub gegründet, wobei Cricket zunächst die einzige Sportart war. 1889 wurden Fußball und Tennis als weitere Sportarten aufgenommen, und der Vereinsname wurde in Odense Boldklub geändert.

Im Fußballbereich konnte 1916 mit dem Gewinn der lokalen Meisterschaft der erste Erfolg gefeiert werden. Dadurch qualifizierte sich die Mannschaft für das Halbfinale der nationalen Meisterschaft, wo man 9:3 gegen den späteren Meister B.93 Kopenhagen verlor.

1945 bis 1975: Bewegte Zeiten Nach der Neuorganisation der dänischen Fußballligen nach der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg, fand sich Odense in der dritten Liga wieder. Durch gute Leistungen und den beiden herausragenden Spielern Jørgen Leschly Sørensen und Svend Jørgen Hansen, erreichte die Mannschaft schnell die höchste Liga Dänemarks. Hansen war auch der erste Nationalspieler Dänemarks. Sørensen wurde 1949 an den italienischen Verein Atalanta Bergamo verkauft.

1951 erlangte OB die Silbermedaille in der nationalen Meisterschaft. Man scheiterte im Finale an den Akademisk Boldklub. Nach diesem Erfolg ging es schnell abwärts. 1959 fand sich die Mannschaft wieder in der zweiten Liga wieder. Zwischendurch gelang 1957 und 1966 der Aufstieg in die 1. Division, Odense hielt sich aber bis 1975 nie lange in der ersten Liga. 1974 erreichte die Mannschaft ihr erstes Pokalfinale, welches mit 5:2 gegen Vanløse IF verloren ging.

1975 bis 1990: Die besten Jahre 1975 stieg Odense BK erneut in die erste Liga auf. Unter Trainer Richard Møller Nielsen und mit einer sehr guten Mannschaft erlangte OB 1977 die erste Meisterschaft. Mittelfeldspieler Allan Hansen wurde zum besten Torschützen und Spieler der Liga gewählt. Diese Erfolge konnte Hansen 1981 wiederholen. Durch den Gewinn der Meisterschaft nahm Odense 1978 zum ersten Mal am Europapokal der Landesmeister teil. Dort traf die Mannschaft in der ersten Runde auf Lokomotive Sofia. Das Hinspiel endete 2:2. Im anschließenden Rückspiel unterlagen die Dänen mit 2:1.

Die Erfolgsserie ging für Odense weiter. 1980 wurde OB Dritter und 1982 gewann man die zweite Meisterschaft. Zusammen mit dem Pokalgewinn 1983 erlangte die Mannschaft sogar das Double. Nachdem im selben Jahr der Boldklubben 1909 in die zweite Liga absteigen musste, war Odense die beste Mannschaft auf der Insel Fünen.

In dieser Zeit konnte OB mit vielen dänischen Talenten glänzen. Keld Bordinggaard wurde 1982 zum Nachwuchsspieler des Jahres ernannt. Der beste Spieler der Mannschaft in dieser Zeit war Lars Høgh, der von 1977 bis 1999 für den Verein insgesamt 817 Spiele absolvierte. 1989 wurde Odense zum dritten Mal Meister, diesmal unter dem neuen Trainer Roald Poulsen. Neben Høgh gehörten Ulrik Moseby, Johnny Anker Hansen und Per Pedersen zu den Leistungsträgern. Letzterer wurde 1997 für die Rekordablösesumme von 2,3 Millionen Pfund an Blackburn Rovers verkauft.

1991 bis heute: Die Superliga 1991 konnte der Verein den dänischen Pokal gegen Aalborg BK gewinnen. Dieser Erfolg ließ sich nicht auf die dänische Superliga übertragen. In der Herbstsaison landete OB auf dem letzten Platz und musste an der Qualifikationsliga teilnehmen. Über einen zweiten Platz konnte sich die Mannschaft wieder für die Superliga qualifizieren.

In der Saison 1992/1993 erreichte OB den zweiten Platz hinter dem FC Kopenhagen und erlangte seinen dritten Pokalerfolg. In der Saison 1995/96 wurde die Mannschaft erneut Dritter der Liga.

Am Ende der Saison 1997/1998 musste Odense BK in die zweite Liga absteigen. Der Wiederaufstieg gelang eine Saison später. 2002 und 2007 gewann die Mannschaft den dänischen Pokal und in der Saison 2008/2009 belegte man den zweiten Platz, das beste Ergebnis von OB seit dem Aufstieg 1999. 2009/2010 wurde man erneut Zweiter.

Obwohl man in der Vorrunde der Saison 2023/24 noch auf dem siebten Tabellenplatz gelegen hatte, musste OB nach der Abstiegsrunde am Ende der Saison als Vorletzter in die 1. Division absteigen. Die sofortige Rückkehr gelang in der folgenden Saison als Meister der 1. Division.

Herrenfußball Erfolge Dänischer Meister (3): 1977, 1982, 1989 Dänischer Pokalsieger (5): 1982/83, 1990/91, 1992/93, 2001/02, 2006/07

Saisonstatistik ab 1975 Saison Liga Platz Pokal Champions League Europa League 1975 2. Division 1. Platz 3. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1976 1. Division 5. Platz Viertelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1977 1. Division1. Platz Viertelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1978 1. Division 4. Platz Viertelfinale 1. Runde nicht qualifiziert 1979 1. Division 5. Platz 4. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1980 1. Division 3. Platz 4. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1981 1. Division 6. Platz 3. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1982 1. Division1. Platz 3. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1983 1. Division2. PlatzSieger 1. Runde nicht qualifiziert 1984 1. Division 9. Platz Viertelfinale nicht qualifiziert 1. Runde 1985 1. Division 4. Platz 4. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1986 1. Division 8. Platz 4. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1987 1. Division 4. Platz Viertelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1988 1. Division 6. Platz 4. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1989 1. Division1. Platz 3. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1990 1. Division 8. Platz 3. Runde 1. Runde nicht qualifiziert 1991 Superliga 4. PlatzSieger nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1991/92 Superliga 10. Platz2. Platz Viertelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1992/93 Superliga2. Platz2. PlatzSieger nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1993/94 Superliga 2. Platz4. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1994/95 Superliga 3. Platz8. Platz Halbfinale nicht qualifiziert Viertelfinale 1995/96 Superliga 3. Platz Halbfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1996/97 Superliga 7. Platz Viertelfinale nicht qualifiziert 1. Runde 1997/98 Superliga 12. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1998/99 1. Division 1. Platz Viertelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 1999/00 Superliga 9. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2000/01 Superliga 7. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2001/02 Superliga 6. PlatzSieger nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2002/03 Superliga 4. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert 1. Runde 2003/04 Superliga 4. Platz Halbfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2004/05 Superliga 6. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2005/06 Superliga 3. Platz Viertelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2006/07 Superliga 4. PlatzSieger nicht qualifiziert Gruppenphase 2007/08 Superliga 4. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2008/09 Superliga2. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2009/10 Superliga2. Platz Halbfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2010/11 Superliga 2. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert Gruppenphase 2011/12 Superliga 10. Platz 3. Runde Play-offs Gruppenphase 2012/13 Superliga 7. Platz Viertelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2013/14 Superliga 8. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2014/15 Superliga 9. Platz 2. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2015/16 Superliga 7. Platz 3. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2016/17 Superliga 11. Platz 3. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2017/18 Superliga 9. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2018/19 Superliga 5. Platz Halbfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2019/20 Superliga 9. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2020/21 Superliga 9. Platz Viertelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2021/22 Superliga 8. PlatzFinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2022/23 Superliga 9. Platz 2. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2023/24 Superliga 11. Platz Achtelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2024/25 1. Division 1. Platz 1. Runde nicht qualifiziert nicht qualifiziert 2025/26 Superliga 8. Platz Viertelfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert

Europapokalbilanz Die größten internationalen Erfolge erreichte OB in der Saison 1994/95. Nur über die Qualifikation in den UEFA-Pokal gestartet, warf OB in der zweiten Runde den 1. FC Kaiserslautern aufgrund eines mehr erzielten Auswärtstreffers aus dem Wettbewerb. Zuhause spielte man 0:0, in Kaiserslautern 1:1. Im Achtelfinale traf OB auf Real Madrid und siegte sensationell im Estadio Santiago Bernabéu mit 2:0, so dass trotz eines 2:3 im Rückspiel vor heimischer Kulisse das Viertelfinale erreicht wurde. Hier scheiterte OB ganz knapp am späteren UEFA-Pokalsieger AC Parma mit 0:1 und 0:0.

In der UEFA-Cup-Saison 2006/2007 warf der Club in der 1. Runde den deutschen Bundesligisten Hertha BSC durch ein 2:2 im Olympiastadion Berlin und ein 1:0 vor heimischer Kulisse aus dem Wettbewerb. 2011/12 verpasste man knapp den Einzug in die Gruppenphase der UEFA Champions League. Gegen den FC Villarreal gewann man das Hinspiel vor eigenem Publikum mit 1:0. Im Rückspiel unterlag man jedoch mit 0:3. Dadurch startete das Team zum zweiten Mal nacheinander in der Gruppenphase der UEFA Europa League.

Kader in der Saison 2026/27 Stand: 16. September 2026

Rekordspieler Stand: Januar 2011

Trainer seit 1948

Bekannte Spieler

Frauenfußball Eine Frauenfußballabteilung wurde erstmals im Jahr 1971 gegründet. Im Jahr 1982 stieg die Mannschaft in die Danmarksserien auf, 1989 folgte der Aufstieg in die 1. division und 1993 schaffte Odense den Aufstieg in die Elitedivisionen als oberster Spielklasse. In der Spielzeit 1995 wurde Odense das erste Mal Dritter. Diese Platzierung erreichte man auch 1997, 1998 und 1999 hinter Fortuna Hjørring und dem HEI aus Aarhus. Der erste Titelerfolg war der Pokalsieg 1998, den man 1999 wiederholen konnte. In den Jahren 2000 und 2001 folgten auch zwei Dänische Meisterschaften. 2003 wurde der nationale Pokalwettbewerb ein drittes Mal gewonnen.

Zum 1. Juli 2016 löste sich die Frauenabteilung aus dem Verein heraus und gründete den Verein Odense Q. Dieser stieg nach der Saison 2019/20 in die 1. Division ab. Im Juni 2023 übernahm Odense Sport & Event 90 Prozent der Anteile am Klub und führte damit die Profimannschaft wieder zurück zum Odense BK. Die Frauen treten seitdem als OB Q an. Als Erster der Qualifikationsrunde stieg Odense 2024 wieder in die Kvindeliga auf.

Erfolge Dänischer Meister (2): 2000, 2001 Dänischer Pokalsieger (3): 1998, 1999, 2003

Kader der Saison 2025/26 Stand: 17. Mai 2026

Weblinks

Offizielle Website (dänisch)

Einzelnachweise

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