mini|Flagge der Emigrantenarmee (Variante) mini|Die Emigrantenarmee in der Schlacht um Quiberon

Die Armee der Emigranten () war eine Armee, die von den konterrevolutionären französischen Adeligen aufgestellt und größtenteils mit Geld aus dem Königreich Großbritannien unterhalten wurde. Diese Gelder waren jedoch nicht so reichlich vorhanden, als dass der Comte d’Artois seine Schweizergarde nicht irgendwann hätte entlassen müssen.

Zwischen 1789 und 1815 emigrierten aus Anlass der Französischen Revolution und wegen der dadurch verübten und befürchteten Repressalien, Grausamkeiten und Morde etwa 140.000 Menschen aus dem Land. Diese Emigranten, als Anhänger der Monarchie, fürchteten den Zusammenbruch. Viele von ihnen waren von Adel, reiche Bürger oder Prälaten. Einige von ihnen emigrierten, um die Revolution von außen zu bekämpfen. Dazu bedienten sie sich der Armee der Emigranten.

Diese Armee sollte am Anfang der Revolution in der Vorhut der Koalitionsarmeen marschieren, um die königliche Familie zu befreien und die Monarchie wiederherzustellen. Durch den Fehlschlag der Operation, nach dem Rückzug und in den folgenden Jahren, war das Ziel der Prinzen jetzt, eine französische Armee im Dienst und im Kampf gegen die Revolutionäre und später gegen die Truppen von Napoleon Bonaparte zu halten. Ihr Bestreben war es, am Tag des Sieges ihrer Verbündeten in der Lage zu sein, am Tisch der Friedensverhandlungen zu sitzen, auch um zu vermeiden, dass in Frankreich so wie in Polen eine neue Dynastie gegründet würde und vielleicht Fremde auf dem französischen Thron sitzen würden. Es war daher notwendig, dass eine Armee von Emigranten nicht nur existierte, sondern auch aktiv ihre Rolle im Kampf gegen die revolutionären Armeen spielte, so dass ausländischen Monarchen gegenüber der Anspruch auf die bourbonische Restauration in Paris gefestigt würde.

Nach dem Feldzug von 1792 löste sich das Heer der Prinzen zunächst auf, während die „Armée de Condé“ unter Louis VI. Henri Joseph de Bourbon, prince de Condé, im Dienste Österreichs, dann Englands und Russlands bis 1801 weiterkämpfte. Die Emigranten konnten ihre Pläne nicht durchsetzen. Diejenigen, die die Republik bekämpften, waren entweder in den Kämpfen getötet und nicht ersetzt worden oder kehrten nach Frankreich zurück und dienten teilweise in der Napoleonischen Armee. Als Folge lösten sich die von den alliierten Mächten unterhaltenen Regimenter auf oder traten teilweise in fremde Armeen ein (was besonders für die Offiziere zutraf).

Rekrutierung mini|Soldaten der Emigrationsarmee im Gefecht bei Quiberon:1) Régiment du Dresnay (dann de Léon)2) Régiment Loyal-Émigrant3) Régiment Royal-Louis (dann d’Hervilly)4) Royal Artillerie5) Régiment Hector (auch Marine Royale)

Diese Armee wurde von Emigranten gebildet, die zuerst in Turin und in den anderen Teilen Italiens, dann in Deutschland und Österreich, später in England und Russland Zuflucht suchten. Aber nicht alle Emigranten griffen gegen die Republik zu den Waffen. Einige von ihnen versuchten lediglich, der Guillotine zu entkommen und nach Möglichkeit ihr Leben im Ausland fortzuführen, indem sie zum Beispiel in den Vereinigten Staaten blieben. Andererseits kämpften einige der Konterrevolutionäre nicht in der Armee der Emigranten, sondern in Einheiten der verbündeten Monarchien.

Einige der Royalisten entschieden sich jedoch dafür, Frankreich nicht zu verlassen und in den Armée catholique et royale de Vendée zu kämpfen oder sich an royalistischen Aufständen oder gar an der Chouannerie zu beteiligen.

Die Verbände der französischen Royalisten, die sich der Revolution widersetzten, waren sehr zahlreich. Aber es handelte sich in Wirklichkeit oftmals nur um schwache Einheiten: die „Nobles volontaires“ (freiwillige Adelige), aus Frankreich emigrierte, zum Teil Angehörige der königlichen Armee die Truppen, die von diesen Adeligen durch Subventionen der europäischen Monarchien oder auch selbst aufgebracht wurden die Einheiten der französischen Streitkräfte, die es vorzogen, auf der Seite der Royalisten zu kämpfen, wie z. B. das 4e régiment de hussards oder das Régiment Royal-Allemand cavalerie französische Seeleute, die wegen der britischen Übermacht auf den Meeren zur Untätigkeit verdammt waren die Überlebenden der Belagerung von Toulon (1793) mini|Soldaten der Emigrationsarmee im Gefecht bei Quiberon :1) Légion du Périgord2) Légion de Béon3) Légion de Damas4) Régiment de Rohan5) unbekannt

Nicht unerheblich war auch, dass die Emigrationssoldaten zum Teil oft nur Gefangene der republikanischen Armeen oder Insassen der Gefängnisse von Southampton waren. Gegen Bezahlung (oder auch ohne eine solche) – oder um einer Verurteilung zu entgehen – verpflichteten sie sich, nach Frankreich zurückzukehren und für die Royalisten zu kämpfen.Greg Dening: Beach Crossings. Voyaging Across Times, Cultures, And Self. University of Pennsylvania Press, Philadelphia 2004, ISBN 978-0-8122-3849-5, S. 125. Allerdings sind dann etwa 400 dieser „Soldats carmagnoles“ genannten Soldaten desertiert und zu Hoche übergelaufen.Duc de Castrie: Les Émigrés (= Les temps et les destins). Librairie Arthème Paillard, Paris 1962, S. 187.

Emigranten, Adlige oder Bürgerliche wurden durch die Revolution ihrer Bürgerrechte und ihrer Ländereien beraubt, die Ländereien als nationales Eigentum verkauft. Dekrete sahen ihre Todesstrafe vor, sollten sie nach Frankreich zurückkehren, ihre Familien wurden oft verfolgt. Die Prinzen mit ihrem Anhang waren im eigentlichen Sinne Partisanen, kämpften aber nicht für den gefangenen Louis XVI, weil sie dessen Schicksal vorhersahen und als unabänderlich hinnahmen. Eine Minderheit stützte sich auf den Comte de Provence, der beim Tod seines Bruders Regent sein würde, die Mehrheit setzte ihre Hoffnungen jedoch auf den Dauphin, den als Louis XVII dann rechtmäßigen neuen König. 1802 erließ Napoleon Bonaparte als Erster Konsul eine Generalamnestie, von der nur einige Generäle der Emigrantenarmee ausgeschlossen waren.

Truppen mini|Marsch des modernen Don Quichotte zur Verteidigung der Mühle des übermäßigen Genusses.Anonyme Karikatur von 1791. Verhöhnung des Prince de Condé als Don Quichotte zusammen mit dem Vicomte de Mirabeau (Mirabeau Tonneau) und Sancho Panza, welche eine konterrevolutionäre Armee zur Verteidigung der Mühle des übermäßigen Genusses, die von einer Büste von Louis XVI. gekrönt ist, anführen. mini|Republikanische Karikatur Die Grande Armée des Prince de Condé. Links, Louise-Adélaïde de Bourbon-Condé entnimmt die Soldaten der Armee aus einem Karton und übergibt sie an Louis-Antoine de Bourbon-Condé.Henry-René D’Allemagne: Histoire des jouets. Hachette, Paris 1902, S. 192; .

Armée de Condé (1791–1801) Die Condé, eine Familie im Dienste des Königs

Die „Armée de Condé“, kommandiert von Louis V. Joseph de Bourbon, prince de Condé, als Cousin des Königs, war eine der Truppen der Armee der Emigranten, die zur Bekämpfung der Revolution aufgestellt worden waren.

Condé konnte seiner Verhaftung nach dem Sturm auf die Bastille entkommen, indem er zunächst in die Niederlande flüchtete. Von hier begab er sich nach Turin, dann nach Worms, während sich die Brüder des Königs mit ihrem Hauptquartier in Koblenz, der Residenzstadt des Kurfürstentums Trier, einrichteten. Sie stellten hier die „Armée de Condé“ auf, worüber Kurfürst Clemens-Wenzeslaus ob der massiven Bedrohung aus dem Nachbarland nicht sehr glücklich war. 27 Offiziere des Régiment de Beauvoisis stellten sich am 19. April 1791 dem Prinzen zur Verfügung.

Diese Armee beteiligte sich an den Kriegen der Französischen Revolution von 1792 bis 1801 zusammen mit den Armeen des HRR. So kämpfte sie in den Schlachten bei der gescheiterten Invasion Frankreichs.

Wie in der Armee der Prinzen gab es auch hier eine Reihe von Aristokraten wie seinen eigenen Sohn, Louis VI. Henri de Bourbon-Condé, seinen Enkel, Louis-Antoine de Bourbon-Condé, Armand Emmanuel du Plessis, duc de Richelieu, Pierre-Louis de Blacas d’Aulps, Claude Antoine Gabriel Choiseul, Louis Alexandre Andrault de Langeron, Joseph-François-Louis-Charles de Damas, François Dominique de Reynaud de Montlosier, Graf de Mauny, Louis de Bonald und viele aus dem niederen Adel wie François-René de Chateaubriand. Diese Truppe hatte fast mehr Offiziere als Soldaten. Elegante Offiziere wurden plötzlich zu Soldaten der Monarchie, aber es war eine Truppe, in der niemand ein Gewehr reinigen oder eine Übung abhalten wollte.

Philippe-Jacques de Bengy de Puyvallée, ehemaliger Abgeordneter des Adels der Vogtei von Bourges, aus dem revolutionären Gefängnis entkommen, bemerkte im November 1791:

Chateaubriand notierte über die Armee:

Die Truppe von Condé machte viele Märsche hin und her, was aber der militärischen Ausbildung kaum zugutekam.

Einige kümmerte das wenig. Louis-Antoine de Bourbon-Conde d’Enghien träumte wie sein Großvater davon, die Emigranten in ihre Heimat zurückzubringen, wo sie mehr Recht zu leben hätten als diese Menschen, die sie jeden Tag mehr in die Barbarei zurückwarfen.Louis-Antoine de Bourbon-Condé, zitiert bei Bertaud, 2001, S. 123 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Die „Armée de Condé“ kämpfte an der Seite der Österreicher, wobei von den angestrebten 80.000 Mann aber wohl nur 20.000 vorhanden waren. In dem Bestreben, die Bewegungen der Emigranten genau zu kontrollieren, hielten sie die Österreicher und Preußen 1792 in der Nachhut der Militäroperationen und unterstellten sie 1793 einem österreichischen General.

Nach dieser Quasi-Untätigkeit von 1792 wurde die „Armée de Condé“ von der allgemeinen Auflösung der französischen Emigrantentruppen nicht betroffen. Stationiert in Baden, in Villingen, verblieb die Armee den ganzen Winter in Erwartung weiterer Ereignisse. Die Ausbildung wurde in der Zwischenzeit fortgesetzt. Am 25. Januar 1793 wurde in der Stadtkirche ein Trauergottesdienst zum Gedenken an König Ludwig XVI. abgehalten, der vier Tage zuvor ermordet worden war.

Schließlich gelang es dem Emissär des Prinzen, dem Grafen d’Ecquevilly, den Kaiser zu überreden, die Truppe bis März im Dienst zu behalten. Condé wurde Feldmarschall, sein Sohn, Louis VI. Henri de Bourbon, prince de Condé, Generalmajor. Die höheren Grade der Mehrheit der Herren wurden nicht bestätigt. Die Soldaten erhielten an Sold sieben Sous pro Tag. Condé brachte die Masse der Gehälter (einschließlich seines eigenen) zusammen und verteilte sie an alle, unabhängig von ihrem Rang. Eine sehr demokratische Maßnahme für diese Armee von Aristokraten!

Die Truppe wurde dann dem österreichischen Feldmarschall Dagobert Sigmund von Wurmser, einem gebürtigen Elsässer, unterstellt. Im April wurde sie nach österreichischem Muster reorganisiert. Es wurde vereinbart, dass die nunmehrige Division nicht größer als 6000 Mann sein sollte, wobei sie zu diesem Zeitpunkt 6400 Mann stark war. Hier begann Condé (und das nicht zum ersten Mal), sich selbst für überflüssig zu halten.

Organisation der Armée de Condé zu Beginn des Jahres 1792 mini|Uniform der adeligen Kavallerie. (Régiment de cavalerie noble) mini|Chevaliers de la couronne mini|Der Duc de Richelieu wurde als Kommandant der Chevaliers de la couronne nach seiner Demission durch den Duc Marie-François d’Harcourt, Neffe von François-Henri d’Harcourt, ersetzt

Anfang 1792, als der Krieg gerade begonnen hatte, betrug die Stärke der „Armée de Condé“ etwa 4900 Mann.

Infanterie: das „Régiment noble à pied de Condé“ (auch „Infanterie noble“ genannt) zu etwa 1350 Mann die „Légion noire de Mirabeau“ zu etwa 1200 Mann das Regiment Hohenlohe zu etwa 600 Mann das „Régiment de Rohan“ zu etwa 400 Mann die „Compagnie de quartier général“ (Stabskompanie) zu etwa 100 Mann

Kavallerie: das „Régiment de cavalerie noble“ (Adeliges Kavallerieregiment) zu etwa 560 Mann die Chevaliers de la couronne (Ritter der Krone) zu etwa 300 Mann die „Escadron de Dauphin“ zu etwa 100 Mann die „Hussards de Salm-Kirburg“ zu etwa 200 Mann die „Cavaliers de la Prévôté“ zu etwa 50 Mann