Die Technische Berufliche Schule 1 (TBS1) ist ein Berufskolleg in Bochum mit technischen Bildungsgängen der Aus- und Weiterbildung. Die fachlichen Schwerpunkte sind: Metall-/Maschinenbautechnik, Elektrotechnik, Informationstechnik und Chemietechnik.

Seit 2010 werden am Gebäude umfangreiche Um- und Ausbauten vorgenommen. So wurden in Räumen des ehemaligen Gymnasiums am Ostring moderne Chemielabore eingerichtet. 2017 wurden weite Teile der Brandschutzsanierung im Hauptgebäude abgeschlossen. Das Gebäude am Ostring selbst steht gemeinsam mit dem Walter-Gropius-Berufskolleg unter Denkmalschutz.

Bildungsangebote Grundlage des Bildungsangebots ist die APO-BK. des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Bildungsgänge der Berufsschule werden in teilzeitform unterrichtet, die der Berufsfachschule in vollzeitform, die der Fachschule in teilzeit-, schicht- oder vollzeitform und die Fachoberschule in teilzeit- und vollzeitform. mini|links|Bildungsgänge der TBS1 nach Fachrichtung und APO-BK Anlagen Metall- und Maschinenbautechnik ist traditionell der Bereich der TBS1 mit den meisten Schülern. Begründet ist dies dadurch, dass Bochum über einen langen Zeitraum einen wirtschaftlichen Schwerpunkt in der metallerzeugenden und metallverarbeitenden Industrie hatte. Durch Einrichten neuer moderner Werkstätten wie beispielsweise eines Robotorlabors wurde die Lernumgebung den Anforderungen der Digitalisierung in den Unternehmen angepasst. In der Berufsschule (Anlage A1.1) werden folgende Bildungsgänge unterrichtet: Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Feinwerkmechaniker, Verfahrensmechaniker und Technischer Produktdesigner. Darüber hinaus werden in diesem Bereich die Fachschule für Maschinenbautechnik (Anlage E3) und eine einjährige Berufsfachschule (Anlage B2) mit dem Ziel der Fachoberschulreife angeboten.

Elektrotechnik ist der Bereich mit den zweitmeisten Schülern. In der Berufsschule (Anlage A1.1) werden folgende Bildungsgänge unterrichtet: Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Elektroniker für Betriebstechnik und Mechatroniker. Darüber hinaus werden in diesem Bereich die Fachschule für Elektrotechnik (Anlage E3), eine einjährige Berufsfachschule (Anlage B2) mit dem Ziel der Fachoberschulreife und eine zweijährige Berufsfachschule mit dem Ziel der Fachhochschulreife (Anlage C2) angeboten.

Informationstechnik ist der Bereich mit der größten Zuwachsrate. In der Berufsschule (Anlage A1.1) werden folgende Bildungsgänge unterrichtet: Fachinformatiker Schwerpunkt Anwendungsentwicklung, Fachinformatiker Schwerpunkt Systemintegration und IT-Systemelektroniker. In der dreijährigen Berufsfachschule (Anlage C1) wird der Informationstechnische-Assistent angeboten.

Chemietechnik ist der Bereich, der in den letzten Jahren mit hochmodernen Labors im Bereich der Mess- und Prüftechnik ausgestattet wurde. In der Berufsschule (Anlage A1.1) wird der Chemikant unterrichtet. Darüber hinaus werden in diesem Bereich die dreijährigen Berufsfachschule (Anlage C1) mit dem Chemisch-technischen Assistenten und die Fachschule für Chemietechnik mit den Schwerpunkten Betriebstechnik und Labortechnik (Anlage E3) angeboten.

Die Fachoberschule findet in den Bereichen Metalltechnik, Elektrotechnik oder Chemietechnik statt.

Seit Sommer 2015 gibt es die Internationalen Förderklassen am Berufskolleg. Ihr Ziel ist es, jugendlichen Migranten aus den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt Deutschkenntnisse zu vermitteln und Möglichkeiten des Einstiegs in das deutsche Bildungssystem zu eröffnen.

Auszeichnungen und Preise ab September 2013 Bochumer Klimaschutz Award 2018 mit dem Beitrag „eBike Garage“ Förderpreis für das Zukunftsprojekt 2017 der Stadtwerke Bochum für „RuhrChemAlytic – Junge Talente finden, fordern und fördern“ Labexchange Förderpreis 2017 der Wolfgang Kuster Stiftung für die RuhrChemAlytic eSG Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung 2017 als „nachhaltige Schule“ Erster Platz im Planspiel Börse 2017 der Sparkasse Bochum Erster Platz im Planspiel Börse 2016 der Sparkasse Bochum Talent Award 2015 „Dr. Tausendfreund“ Sonderpreis des Energiesparwettbewerbs „Klima & Co“ 2014 Auszeichnung der Industrie- und Handelskammer: Beschulung der Landesbesten in den Berufen „Zerspanungsmechaniker/in“ und „Verfahrensmechaniker/in in der Hütten- und Halbzeugindustrie“ Seit Februar 2021 akkreditierte Erasmus+ Schule im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Schulpartnerschaften Derzeit (Stand April 2018) werden drei Schulpartnerschaften gepflegt: seit 2003 mit dem Leyton Sixth Form College, London seit 2008 mit der spanischen Hochschule DONAPEA, Pamplona seit 2017 mit der polnischen Schule Zespół Szkół nr 18 we Wrocławiu, Breslau

Geschichte der TBS1 im Kontext der beruflichen Bildung in Bochum 1815 bis 1870: Handwerker-Fortbildungsschule und Gewerbeschule Nach dem Wiener Kongress, der Europa nach der Niederlage Napoleons neu ordnete, sollte die Wirtschaft in Preußen durch weitreichende Reformen gefördert werden, so dass dem Staat ausreichende und regelmäßige fiskalische Einnahmen zuflossen. Zur Sicherung der Einkünfte aus dem Bergbau, der sich in dieser Zeit vom landwirtschaftlichen Nebenerwerb zum eigenständigen Gewerbe weiterentwickelt hatte, wurden ausgebildete Führungskräfte benötigt. Um diesen Bedarf zu decken und um die häufig mangelhafte Bildung der Bergleute zu verbessern, wurde 1816 in Bochum die westfälische Bergschule errichtet. Die dafür erforderlichen Finanzmittel wurden von den Bergbaubetrieben aufgebracht, der Unterricht wurde nebenberuflich von Beamten der Bergbehörden erteilt.Michael Fessner: Der märkische Steinkohlenbergbau zur Zeit Dr. Carl Arnold Kortums. Staatliche Bergverwaltung und Knappschaftsgründung. (online, abgerufen am 2. Februar 2018) Zur Förderung von Wirtschaft und Industrie in der preußischen Provinz Westfalen initiierte Peter Beuth (1781–1853) als Abteilungsleiter im preußischen Innenministerium 1824 die Gründung einer gewerblichen Ausbildungsstätte, einer Gewerbeschule, in Hagen. Diese war eine organisatorisch und im Hinblick auf die Lehrinhalte weiter entwickelte Handwerkerschule und grenzte sich deutlich ab gegenüber dem Lehrbetrieb an Gymnasien und Universitäten – hier sollten nicht wissenschaftliche, sondern praktische Kenntnisse vermittelt werden.C. P. W. Beuth auf www.dmg-berlin.info, abgerufen am 2. Februar 2018 Zunächst wurde die Gewerbeförderung durch technische Bildung auch noch überlagert vom Bedürfnis des Bürgertums zur sozialen Integration der unteren Bevölkerungsschichten. So wurden die handwerklich-zünftischen Traditionen verknüpft mit schulischem Lernen in der Fortbildungsschule, das die Defizite der Elementarschule am Sonntag aufarbeiten sollte. Der Unterricht beschränkte sich deshalb auf Deutsch (Lesen im Neuen Testament, Schreiben biblischer Sprüche), Rechnen und Geometrie.

Als 1844 Jacob Mayer eine Gussstahlfabrik eröffnete, drängte die Bochumer Verwaltung auf die Eröffnung einer Sonntags-Fortbildungsschule. Durch den Einsatz von Fachleuten (Bauconducteur Crone und Bergassessor Küper) versuchte man, an die guten Erfahrungen der Bergschule anzuknüpfen und Bauhandwerker für den Besuch der Schule zu gewinnen. Die Arbeiter der sich entwickelnden Industriebetriebe wurden noch nicht in den Blick genommen. Es wurde versucht, den steigenden Bedarf an Fachkräften für die mittlere und gehobene Führungsebene der Industrie durch Ausbildung geeigneter Handwerker und jugendlicher Schüler zu decken. Da nicht genügend Ausbildungsstellen existierten – in Westfalen nur die Gewerbeschule in Hagen –, wurden neue Gewerbeschulen in Iserlohn und Bochum eingerichtet.Werner Abelshauser, Wolfgang Köllmann, Franz-Josef Brüggemeier (Hrsg.): Das Ruhrgebiet im Industriezeitalter. Geschichte und Entwicklung. Düsseldorf 1990, ISBN 3-491-33206-0, Band 1, S. 330 ff.

Das preußische Ministerium für Handel und Gewerbe genehmigte am 17. November 1851 die Eröffnung einer Provinzial-Gewerbeschule in Bochum, für die 1853/1854 ein eigenes Gebäude auf dem Grundstück Wittener Straße 7 (heute Teil der Massenbergstraße) errichtet wurde. Der Einzug erfolgte am 1. Mai 1854. Der erste Schulleiter war Gustav Carl Hermann Halleur, Mediziner und Fachmann in der neuen Technik der Fotografie; ihm folgte Franz Ferdinand Bothe, der aber schon im Herbst 1856 Leiter der Gewerbeschule Saarbrücken wurde. Karl Bardeleben leitete bis 1873 als dritter Direktor die junge Schule. mini|Gewerbeschule Bochum vor 1870 Nach dem Organisationserlass vom 5. Juni 1850 war an jede Provinzial-Gewerbeschule eine Handwerker-Fortbildungsschule unter gemeinsamer Leitung angeschlossen. Die Lehrer der Gewerbeschule unterrichteten, unter Anrechnung auf ihr Stundendeputat, auch an der Fortbildungsschule. Unterrichtet wurde ganztags in den Fächern Deutsch, Mathematik, kaufmännisches Rechnen, Physik, Mechanik und Maschinenlehre, Chemie und chemische Technologie, Baukonstruktionslehre und (technisches) Zeichnen. Nach zwei (eventuell drei) Jahren wurde mit dem Abschluss auch die Berechtigung zum Besuch des Gewerbeinstituts Berlin erworben, die Gesellenzeit bis zur Meisterprüfung wurde auf ein Jahr verkürzt. Aufgenommen werden konnte, wer mindestens 14 Jahre alt war und Kenntnisse besaß, die bis zur Quarta an einem Gymnasium oder an einer höheren Bürgerschule erworben werden konnten. Junge Erwerbstätige konnten sich auf den Besuch entweder an der Handwerker-Fortbildungsschule oder in einer Vorklasse zur Gewerbeschule vorbereiten.Ludwig von Rönne: Die höhern Schulen und die Universitäten des Preußischen Staates. Berlin 1855, S. 15 und S. 329–337.

Die wachsenden Qualifikationsanforderungen in der Industrie und die Bemühungen des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), der Interessenvertretung der Ingenieure, um mehr soziale Anerkennung führten in der zweiten Hälfte des 1860er-Jahre zu Bestrebungen, die Gewerbeschule in Preußen neu zu organisieren. Durch Erhöhung der Eingangsqualifikation und die Einbeziehung allgemeinbildender Inhalte sollte nach Meinung des VDI an das „Berechtigungswesen“ der preußischen Gymnasien Anschluss gefunden werden. Beide Interessenstränge führten dann zum Organisationserlass des Handelsministeriums zur Gewerbeschule vom 20. März 1870, in dem die Verlängerung der Gewerbeschule auf drei Jahre und die Einrichtung einer gesonderten Gewerbevorschule geplant war. Die organisatorische Verbindung zur Fortbildungsschule wurde aufgelöst.

Gleichzeitig wurde versucht, in Bochum die Akzeptanz der Fortbildungsschule zu erhöhen. Obwohl die Bochumer Ortspolizeiverordnung vom 11. Februar 1853 die „Lehrlinge aller Handwerke, für welche eine Meister-Prüfung vorgeschrieben ist“ oder vorgeschrieben werden könnte zum Besuch der Handwerker-Fortbildungsschule verpflichtet, wurde der Unterricht der städtischen Fortbildungsschule nur schleppend besucht, die Unterrichtsinhalte wurden anscheinend von den Bochumer Handwerkern nicht angenommen. Diese gründeten Anfang 1865 eine private Fortbildungsschule unter der Leitung des Gymnasialdirektors Seidel, die 1869 als städtische Schule weitergeführt wurde. Der Unterricht fand in den ersten Jahren in den Räumen des Gymnasiums statt. Mit der nebenamtlichen Leitung der nun von der Gewerbeschule getrennten Fortbildungsschule wurde 1870 der Gewerbeschullehrer Hüser betraut.

1871 bis 1918: Von der Gewerbeschule zur Fortbildungsschule, Fachschule und Realschule mini|Gewerbeschule Bochum nach 1870 bis 1918