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Das Forum for Macroeconomics and Macroeconomic Policies (FMM, ursprünglich Forschungsnetzwerk Makroökonomie und Makropolitik) ist eine Organisation, die Konferenzen und Bildungsprogramme zu makroökonomischen Themen veranstaltet,http://heterodoxnews.com/hed/institutions.html#entry-19 darunter die zweitgrößte jährliche ökonomische Konferenz in Deutschland. Die dort aufgegriffenen Themen werden von Ökonomen innerhalb und außerhalb des Mainstreams diskutierthttp://www.rogerfarmer.com/rogerfarmerblog/2017/1/30/post-keynesian-dynamic-stochastic-general-equilibrium-theoryhttps://www.wu.ac.at/en/ecolecon/institute/institute-head/https://www.ineteconomics.org/perspectives/blog/rethinking-macro-theoryhttps://www.econbiz.de/events/event/16th-research-network-macroeconomics-and-macroeconomic-policies-fmm-conference-the-state-of-economics-after-the-crisis/10009556828http://wug.akwien.at/WUG_Archiv/2010_36_1/2010_36_1_0117.pdf und die Beiträge sind in den wichtigsten wissenschaftlichen Datenbanken verzeichnet.https://ideas.repec.org/s/imk/fmmcps.html Das Forum befasst sich schwerpunktmäßig mit Fragen der makroökonomischen Theorie und Politik und verfolgt das Ziel, einen Raum für Ansätze außerhalb des Mainstreams zu eröffnen. Unter den Koordinatoren des Netzwerks sowie Gästen der jährlichen FMM Konferenz befinden sich postkeynesianische Ökonomen, wobei die Vorträge und Diskussionen auch andere Ansätze beinhalten.https://www.boeckler.de/pdf/imk_fmm_programme.pdf In den vergangenen Jahren haben auf der Konferenz Paul De Grauwe, Branko Milanovic, Jonathan Ostry, Wendy Carlin, Roger Farmer, Moritz Schularick und Samuel Bowles vorgetragen. Dies hat auch mediales Interesse auf sich gezogen. Das FMM bietet laut seinem Forschungsprogramm Diskussionen über Wirtschaftstheorie und wirtschaftspolitische Debatten: Die makroökonomische Theorie wird als Grundlage für Politiken angesehen, die auf Vollbeschäftigung, ökologisch nachhaltiges Wachstum, Preisstabilität, Verringerung der Ungleichheit und Beseitigung der Armut abzielen.

Das Forum publiziert regelmäßig Working Paper, die auch bei RePec gelistet werden.

Organisationsstruktur Das Forum ist am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung angesiedelt und wurde 1996 gegründet. Die Aktivitäten des Forschungsnetzwerks werden von der Hans-Böckler-Stiftung finanziert, die Bildung, Forschung und Mitbestimmung im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) fördert.https://www.boeckler.de/30.htm Das Koordinationskomitee betreibt eine Webseite und einen Newsletter. Im Gegensatz zu anderen wirtschaftswissenschaftlichen Vereinigungen ist das FMM keine Mitgliedschaftsorganisation und seine Aktivitäten richten sich an alle, die an Diskussionen um seine Forschungsthemen interessiert sind.

Geschichte Das FMM wurde im Jahre 1996 gegründet. In seiner Entwicklung können zwei Phasen unterschieden werden: In der ersten Periode von 1996 bis 2003 wurde das FMM als deutsches Netzwerk, das regelmäßige Konferenzen in Berlin veranstaltet, etabliert. Seit 2004 wurde das FMM schrittweise internationalisiert und ist im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Bestandteil des weltweiten Netzwerks Keynesianischer Ökonomen und Konferenzen geworden. Aufgrund dieser Entwicklung wurde der ursprüngliche Name „Forschungsnetzwerk Makroökonomik und Makropolitik“ im Jahre 2017 durch „Forum Macroeconomics and Macroeconomic Policies“ ersetzt. Im Oktober 1997 fand die erste FMM-Konferenz, die das Thema „Die Renaissance der Makroökonomik“ behandelte, in Berlin statt. Die Konferenzbeiträge wurden im Anschluss vom Metropolis Verlag Marburg veröffentlicht.http://www.metropolis-publisher.com/Reihen/Schriftenreihe-Forschungsnetzwerk-Makrooekonomie-und-Makropolitik/catalog.do

Im Jahr 2005 veranstaltete das FMM die Konferenz „Makroökonomik und Makroökonomische Politik – Alternative zur Orthodoxie“ in Kooperation mit der Post-Keynesian Economics Study Group (PKSG, Großbritannien) und der Association pour le Développement des Études Keynésiennes (ADEK, Frankreich) in Berlin, auf der 72 Papiere aus 16 Ländern vorgestellt sowie 150 Teilnehmer verzeichnet wurden. Im Jahr 2006 arrangierte das Forum eine Kooperation mit der wissenschaftlichen Zeitschrift Intervention. Journal of Economics, die heute von Edward Elgar Publishing als European Journal of Economics and Economic Policies: Intervention (EJEEP) veröffentlicht wird. Seitdem werden ausgewählte Konferenzbeiträge in dem Journal veröffentlicht, seit 2013 als Sonderausgabe. Seit 2010 hat sich die Anzahl der Konferenzteilnehmer auf einem Niveau von über 300 Besuchern stabilisiert. Da auch die Anzahl der Vorträge auf circa 140 Stück angestiegen ist, gliedert sich die Konferenz in parallele Panels. Nachwuchswissenschaftlern wird seit 2006 die Möglichkeit geboten, alternative makroökonomische Forschungsansätze im Rahmen einer Graduate Student Session zu präsentieren. Darüber hinaus organisiert das FMM regelmäßig eine internationale Summer School zu Keynesianischer Ökonomik und europäischer Wirtschaftspolitik. Sie fand im August 2008 erstmals mit 55 Teilnehmern aus 17 Ländern in Berlin statt und wird seither alle zwei Jahre angeboten.

Paradigmatische Ausrichtung Gemäß der eigenen programmatischen Erklärung möchte das FMM zur Entwicklung theoretischer und politischer Alternativen zur Mainstream-Markoökonomik beitragen. Ein Schwerpunkt besteht in der theoretischen Auseinandersetzung mit Keynes Schriften sowie ihrer Entwicklung durch moderne post-Keynesianischen und einigen neo-Keynesianischen Wissenschaftlern. Institutionen- und Evolutionsökonomik, spieltheoretische Ansätze sowie Politische Ökonomie werden ebenfalls diskutiert. Produktion und Beschäftigung werden als makroökonomische Variablen definiert, die durch die aggregierte Nachfrage im Gütermarkt bestimmt werden. In modernen Marktwirtschaften ist es gemäß dieser Auffassung üblich, dass Nachfragebeschränkungen in der Regel vor Kapazitäts- und Angebotsengpässen zum Tragen kommen. Geld ist nicht neutral – weder in der kurzen noch in der langen Frist. Unsicherheit und Institutionen, die Unsicherheiten beeinflussen, sind von großer makroökonomischer Bedeutung. Demnach ist makroökonomische Politik sowohl in der kurzen als auch in der langen Sicht unentbehrlich und beeinflusst sowohl die Nachfrage-als auch die Angebotsseite einer Ökonomie.

Jährliche Konferenzen Die jährlichen Konferenzen finden üblicherweise Ende Oktober bzw. Anfang November in Berlin statt. Jede Konferenz ist einem makroökonomischen Thema gewidmet. Folgende Konferenzen wurden durchgeführt:

1. FMM-Workshop: Alternativen der makroökonomischen Politik im Spannungsfeld von Arbeitslosigkeit, Globalisierung und hoher Staatsverschuldung, Berlin, 1997 2. FMM-Workshop: Perspektiven der Makropolitik zwischen Nationalstaat und Europäischer Union, Düsseldorf, 1998 3. FMM-Workshop: Neue Architektur der Weltwährungsordnung, Berlin, 1999 4. FMM-Workshop: USA - Dekonstruktion eines Modells?!, Berlin, 2000 5. FMM-Workshop: Eine andere Geldpolitik für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa?, Berlin, 2001 6. FMM-Workshop: Neukeynesianismus - der neue wirtschaftspolitische Mainstream?, Berlin, 2002 7. FMM-Workshop: Finanzpolitik in der Kontroverse, Berlin, 2003 8. FMM-Workshop: Löhne, Verteilung und Wachstum, Berlin, 2004 9. FMM-Workshop: Macroeconomics and Macroeconomic Policies - Alternatives to the Orthodoxy, in co-operation with the Post Keynesian Economic Study Group (UK) and the Association pour le Développement des Études Keynésiennes (FR), Berlin, 2005 10. FMM-Workshop: European Integration in Crisis, Berlin, 2006 11. FMM-Workshop: Finance-led capitalism? Macroeconomic effects of changes in the financial sector, Berlin, 2007 12. FMM-Konferenz: Macroeconomic Policies on Shaky Foundations - Whither Mainstream Economics?, Berlin, 2008 13. FMM-Konferenz: The World Economy in Crisis - The Return of Keynesianism?, Berlin, 2009 14. FMM-Konferenz: Stabilising an unequal economy? Public debt, financial regulation, and income distribution, Berlin, 2010 15. FMM-Konferenz: From crisis to growth? The challenge of imbalances, debt, and limited resources, Berlin, 2011 16. FMM-Konferenz: The State of Economics after the Crisis, Berlin, 2012 17. FMM-Konferenz: The Jobs Crisis: causes, cures, constraints, Berlin, 2013 18. FMM-Konferenz: Inequality and the Future of Capitalism, Berlin, 2014 19. FMM-Konferenz: The Spectre of Stagnation? Europe in the World Economy, Berlin, 2015 20. FMM-Konferenz: Towards Pluralism in Macroeconomics? 20 Years-Anniversary Conference of the FMM Research Network. Towards Pluralism in Macroeconomics?, Berlin, 2016 21. FMM-Konferenz: The Crisis of Globalisation, Berlin, 2017 22. FMM-Konferenz: 10 Years after the Crash: What have we learned? Berlin, 2018

Koordinierungsgruppe Die Aktivitäten werden durch eine Koordinierungsgruppe organisiert, deren Sprecher im Jahr 2017 Sebastian Dullien und Sebastian Gechert waren.

Einzelnachweise

Kategorie:Organisation (Wirtschaftswissenschaft) Kategorie:Organisation (Düsseldorf) Kategorie:Non-Profit-Organisation Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1996