Die Schillerfalter (Apaturinae) sind eine Unterfamilie in der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) mit etwa 100 Arten, nahezu weltweiter Verbreitung und Schwerpunkt im tropischen Asien.

Beschreibung Die Schillerfalter zeigen einen deutlichen Sexualdimorphismus und haben ihren Namen von lila, blau oder grün schillernden Strukturfarben auf der Flügeloberseite, den besonders die Männchen vieler Arten haben. Bekannt sind der National-Schmetterling von Japan, Sasakia charonda, und die Männchen des Kleinen (Apatura ilia) und Großen Schillerfalters (Apatura iris) in Europa. Manche Arten haben kurze Schwänzchen, wie etwa Asterocampa clyton.

Die Schmetterlinge sind mittelgroß, mit starken, gekeulten Fühlern, vorgestreckten, spitzen Palpen, starkem Thorax und schlankem Hinterleib. Der Sauger ist bei vielen Gattungen nicht schwarzbraun pigmentiert, sondern durchschimmernd, im Leben hellgrün, später gelblich. Die Zellen aller Flügel sind meist offen, nur bei den Gattungen Dilipa und Thaleropis geschlossen. Besonderheiten sind die Weibchen von Euripus nyctelius, die einen komplexen Polymorphismus haben und ihre Mimikry mit Arten der Gattung Euploea aus der Unterfamilie Danainae. Mimikry ist außerdem von Arten der Gattungen Hestina und Doxocopa mit Arten aus anderen Unterfamilien, wie z. B. Doxocopa laure mit Adelpha iphiclus aus der Unterfamilie der Eisvögel (Limenitidinae), bekannt.

Die Unterfamilie kann anhand der männlichen Genitalien von den nahe verwandten Unterfamilien der Augenfalter (Satyrinae) und Charaxinae unterschieden werden. Der Aedeagus ist lang, ähnlich wie auch bei den Charaxinae, aber der Saccus, der basale Teil der Valven, ist extrem lang und dünn. Er beansprucht den größten Teil des Abdomen.

Präimaginalstadien mini|Raupe von Rohana parisatis Die schneckenförmigen Raupen haben meist zwei in der Ruhe nach vorn gerichtete, beim Fressen nach oben gestellte, Kopfhörner (daher der Name Schneckenraupen). Wie die Charaxinae haben sie ein gegabeltes Hinterleibsende.

Die Eier sind vieleckig und halbkugelig oder kugelig mit vielen feinen Rippen.

Verbreitung Die Falter kommen fast weltweit vor, fehlen aber in Australien und Neuseeland. Mit Ausnahme des hohen Nordens sind sie über die alte Welt nördlich des Äquators verbreitet, diesen nach Süden hin wenig überschreitend. Der Schwerpunkt der Gattungen und Arten liegt im tropischen Asien. In Nordamerika wird die Unterfamilie nur durch die nicht schillernden Asterocampa, in Südamerika durch Doxocopa vertreten.

Lebensweise Die Falter leben sowohl in Gebirgen wie in der Ebene; sie fliegen in den nördlichen Breiten im Hochsommer und haben einen schwimmenden oder schießenden Flug, bei dem sie die Flügel flach ausgebreitet halten und nur zuweilen kurze, zuckende Schläge ausführen. Die Falter saugen oft an Kot, Aas oder faulenden Früchten, wie es auch die Vertreter der Charaxinae machen.

Die Eier werden meist einzeln abgelegt, nur bei Sasakia und Asterocampa werden sie in Gruppen abgelegt.

Die Raupen fressen oft an Ulmengewächsen (Ulmaceae) und manchmal auch an Birkengewächsen (Betulaceae), Weidengewächsen (Salicaceae) oder Buchengewächsen (Fagaceae) und die Asterocampa in Nordamerika ernähren sich vom Laub von Zürgelbäumen (Celtis). Die in den höheren Breiten lebenden Arten überwintern als Raupe.

Die Stürzpuppen hängen flach auf einem Blatt oder Ast.

Systematik Aktuell besteht die Unterfamilie nach aus 98 Arten in 20 Gattungen, darunter vier monotypische, das heißt Gattungen mit jeweils nur einer Art. Die Unterfamilie ist eng mit den Charaxinae und Satyrinae verwandt, hat zweimal den Rang gewechselt und wurde als Tribus (Apaturidi) der Satyrinae oder eigene Familie () betrachtet. Die frühere Gattung Doxocopa, , ist heute Asterocampa , dafür entspricht die heutige Doxocopa der früheren Chlorippe

Gattungen und Arten mini|Asterocampa leilia mini|Weibchen von Euripus consimilis mini|Mimathyma ambica mini|Weibchen von Rohana parisatis mini|Männchen von Sasakia charonda mini|Timelaea albescens Apatura, 1807, 4 Arten Apatura iris Apatura ilia Apatura metis Apatura laverna Apaturina, 1864, monotypisch Apaturina erminea Apaturopsis, 1898, 3 Arten Apaturopsis cleochares Apaturopsis kilusa Apaturopsis pauliani Asterocampa, 1916, 5 Arten Asterocampa celtis Asterocampa reinthali (Asterocampa celtis reinthali ist bei zur Art erhoben) Asterocampa leilia Asterocampa clyton Asterocampa idyja Chitoria, 1896, 6 Arten Chitoria sordida Chitoria ulupi Chitoria chrysolora Chitoria subcaerulea Chitoria cooperi Chitoria fasciola Dilipa, 1857, 2 Arten Dilipa fenestra Dilipa morgiana Doxocopa, 1819, 18 Arten Doxocopa thoe Doxocopa agathina Doxocopa clothilda Doxocopa callianira Doxocopa elis Doxocopa pavon Doxocopa kallina Doxocopa felderi Doxocopa zunilda Doxocopa zalmunna Doxocopa cherubina Doxocopa cyane Doxocopa laurentia Doxocopa excelsa Doxocopa laure Doxocopa griseldis Doxocopa laurona Doxocopa linda Euapatura, 1971, monotypisch Euapatura mirza Eulaceura, 1872, 2 Arten Eulaceura manipurensis Eulaceura osteria Euripus, 1848, 3 Arten Euripus consimilis Euripus nyctelius Euripus robustus Helcyra, 1860, 5 Arten Helcyra chionippe Helcyra superba Helcyra heminea Helcyra plesseni Helcyra subalba Herona, 1848, 2 Arten Herona marathus Herona sumatrana Hestina, 1850, 12 Arten mini|Hestinalis nama Hestina nama Hestina divona Hestina dissimilis Hestina waterstradti Hestina japonica Hestina assimilis Hestina mena Hestina persimilis Hestina jermyni Hestina ouvradi Hestina nicevillei Hestina namoides Hestinalis, 1938, monotypisch Hestinalis mimetica Mimathyma, 1896, 4 Arten Mimathyma schrenckii Mimathyma nycteis Mimathyma chevana Mimathyma ambica Rohana, 1880, 6 Arten Rohana parisatis Rohana nakula Rohana ruficincta Rohana rhea Rohana macar Rohana parvata Sasakia, 1896, 3 Arten Sasakia charonda Sasakia funebris Sasakia pulcherrima Sephisa, 1882, 4 Arten Sephisa dichroa Sephisa princeps Sephisa chandra Sephisa daimio Thaleropis, 1871, monotypisch Thaleropis ionia Timelaea, 1883, 6 Arten Timelaea maculata Timelaea albescens Timelaea aformis Timelaea radiata Timelaea nana

Mit Apaturoides monikae konnte 2026 aus dem Oligozän von Céreste-en-Luberon erstmals ein fossiler Vertreter der Unterfamilie nachgewiesen werden.

Literatur Niels P. Kristensen: Lepidoptera, moths and butterflies. In: Maximilian Fischer (Hrsg.): Handbook of Zoology. 1. Auflage. Band 4 – Arthropoda: Insecta, Teilband 35, de Gruyter, Berlin, New York 1998, ISBN 3-110-15704-7, S. 289

Einzelnachweise Niels P. Kristensen: Lepidoptera, moths and butterflies. In: Maximilian Fischer (Hrsg.): Handbook of Zoology. 1. Auflage. Band 4 - Arthropoda: Insecta, Teilband 35, de Gruyter, Berlin, New York 1998, ISBN 3-110-15704-7, S. 289

H. Rajaei, T. Wappler, R. De Jong, N. Wahlberg & M. S. Engel: Exceptionally preserved Oligocene emperor butterfly from France provides a new calibration point for Apaturinae evolution. In: Acta Palaeontologica Polonica, Band 71, Nummer 1, 2026, S. 185–191, .

Weblinks

Nymphalidae.net, Niklas Wahlberg Apaturinae Tree of Life Web Project. 2009. Boisduval 1840. Emperors and Hackberry Butterflies. Version 18 May 2009 (under construction)

Kategorie:Edelfalter