Die Liste der Stolpersteine in Freiberg enthält sämtliche Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projektes von Gunter Demnig in Freiberg verlegt wurden.

Hintergrund Mit diesen Gedenksteinen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Freiberg lebten und wirkten. Eine erste Aktion fand am 6. Juli 2007 statt, weitere folgten 2008 und 2010.Pressemitteilungen zur ersten Stolpersteinverlegung in Freiberg. juden-in-mittelsachsen.de; abgerufen am 25. Januar 2018 Insgesamt wurden bisher 24 Steine an 11 Adressen verlegt. Weitere Verlegungen befinden sich in Vorbereitung.Stolpersteinverlegungen in Vorbereitung. juden-in-mittelsachsen.de; abgerufen am 25. Januar 2018

Liste der Stolpersteine in Freiberg Zusammengefasste Adressen zeigen an, dass mehrere Stolpersteine an einem Ort verlegt wurden. Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach der Adresse. Die Spalte Person, Inschrift wird nach dem Namen der Person alphabetisch sortiert.

Bild Adresse Verlege­datum Person, Inschrift Kurzvita / Anmerkungen 150px16px|verweis=d:Q125662578 Burgstraße 3 Hier wohnte Erna Kisch geb. Spiro Jg. 1891 deportiert 1941 Ghetto Lodz ermordet 10.5.1942 in Chelmno Erna Kisch wurde am 19. Juni 1888 als Tochter des Textilkaufmanns Hermann Hirsch Spiro und seiner Frau Flora in Freiberg geboren. Im März 1900 zogen ihre Eltern mit ihr nach Berlin. 1912 heiratete sie in Prag den tschechischen Kaufmann Alfons Kisch, mit dem sie einen Sohn hatte. Die Ehe wurde nach einigen Jahren geschieden; Vater und Sohn zogen nach Spanien. Erna Kisch führte in Hamburg ein unstetes Leben. Obwohl sie sich 1939 taufen ließ nahm die Gestapo sie in „Schutzhaft“ in das KZ Fuhlsbüttel bei Hamburg. Am 25. Oktober 1941 wurde sie in das Ghetto Lodz und am 10. Mai 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof (Chelmno) deportiert, wo sie vermutlich noch am gleichen Tag vergast wurde.Erna Kisch. Stolpersteine in Hamburg; abgerufen am 27. Januar 2018 Für Erna Kisch wurde auch ein Stolperstein in Hamburg-Hamm verlegt. 150px16px|verweis=d:Q125948281 Burgstraße 22 / Ecke Thielestraße 100px Hier wohnte Gitta Braun geb. Weiss Jg. 1873 deportiert 1942 Theresienstadt tot 22.1.1942 Als Tochter von Adolf Weiss (1844–1911) und Esther Weiss (1845–1925) wurde Gitta Braun am 8. August 1873 in Bautzen geboren.Online-Datenbank Juden in Dresden 1933–1945. Stiftung Sächsische Gedenkstätten; abgerufen am 27. Januar 2018 Ihre Schwester Celestine Silberstein wurde am 10. März 1876 in Bautzen geboren.Online-Datenbank Juden in Dresden 1933–1945. Stiftung Sächsische Gedenkstätten; abgerufen am 27. Januar 2018 Nach dem Tod ihres Ehemannes Salomon Braun 1916 setzte Gitta Braun dessen Geschäfte in Freiberg unter dem Namen „Handel mit Konfektionsartikeln“ bis 1929 fort. Ihre ebenso verwitwete Schwester Celestine Silberstein zog zu ihr, beide wohnten unter der damaligen Adresse Burgstraße 24B. Beide wurden am 1. Juli 1942 über Dresden in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie kurz hintereinander starben, Gitta Braun am 2. November 1942 und Celestine Silberstein am 16. März 1943. 150px16px|verweis=d:Q125948303 Hier wohnte Celestine Silberstein geb. Weiss Jg. 1876 deportiert 1942 Theresienstadt tot 16.3.1943 150px16px|verweis=d:Q125948318 Burgstraße / Ecke Thielestraße 2 100px Hier wohnte Hans-Günter Wunderlich Jg. 1917 deportiert 1943 ermordet in Auschwitz 150px16px|verweis=d:Q125948327 Hier wohnte Ida Wunderlich geb. Wreschinski Jg. 1887 deportiert 1942 ermordet in Riga 150px16px|verweis=d:Q125953033 Heinrich-Heine-Straße 12 100px Hier wohnte Wilhelm Heymann Jg. 1904 deportiert 1942 ermordet in Piaski 150px16px|verweis=d:Q125953067 Hier wohnte Hildegard Heymann geb. Brauer Jg. 1907 deportiert 1942 ermordet in Piaski 150px16px|verweis=d:Q125953073 Hier wohnte Ursula Heymann Jg. 1931 deportiert 1942 ermordet in Piaski 150px16px|verweis=d:Q125953080 Hier wohnte Norbert Heymann Jg. 1932 deportiert 1942 ermordet in Piaski 150px16px|verweis=d:Q125953094 Humboldtstraße 34 Hier wohnte Szolem Druck Jg. 1887 gedemütigt, entrechtet Flucht in den Tod 25.12.1938 150px16px|verweis=d:Q125953782 Kesselgasse 1a Hier wohnte Fritz Baum Jg. 1898 deportiert 1943 Auschwitz ermordet 12.3.1943 150px16px|verweis=d:Q125953928 Kreuzgasse 4 100px Hier wohnte Otto Fleischner Jg. 1884 gedemütigt, entrechtet Flucht in den Tod 17.2.1936 150px16px|verweis=d:Q125954074 Hier wohnte Anna Fleischner geb. Geiger Jg. 1886 deportiert 1942 ermordet in Riga 150px16px|verweis=d:Q125954173 Lange Straße 41 Hier wohnte Max Freud Jg. 1883 verhaftet 1941 "Schutzhaft" in Dresden 1942 Buchenwald Dachau ermordet 5.9.1942 150px16px|verweis=d:Q125955784 Obermarkt 5 Hier wohnte Frieda Manasse geb. Lewy Jg. 1876 deportiert 1941 ermordet 4.5.1942 in Chelmno 150px16px|verweis=d:Q125955795 Poststraße 16 100px Hier wohnte Max Pinkus Jg. 1887 deportiert 1943 Riga Transportschiff von SS versenkt 1943 ertrunken 150px16px|verweis=d:Q125955796 Hier wohnte Grete Pinkus geb. Dobkowsky Jg. 1893 deportiert 1943 Riga Transportschiff von SS versenkt 1943 ertrunken 150px16px|verweis=d:Q125955814 Hier wohnte Werner ‘Willy’ Pinkus Jg. 1926 Flucht 1939 Kindertransport überlebt 150px16px|verweis=d:Q125955985 Silberhofstraße 24 Hier wohnte Ida Dux geb. Wehle Jg. 1869 deportiert 1942 Theresienstadt 1942 Treblinka ermordet 15.4.1943 150px16px|verweis=d:Q125955994 Weisbachstraße 23 100px Hier wohnte Abraham Georg Wolff Jg. 1879 vor Deportation Flucht in den Tod 22.1.1942 150px16px|verweis=d:Q125955997 Hier wohnte Meta Sophie Wolff geb. Taubenschlag Jg. 1887 vor Deportation Flucht in den Tod 25.1.1942 150px16px|verweis=d:Q125955999 Hier wohnte Manfred Wolff Jg. 1920 Kindertransport 1939 nach England überlebt 150px16px|verweis=d:Q125956002 Hier wohnte Paula Brück geb. Taubenschlag Jg. 1885 deportiert 1942 ermordet 1942 in Auschwitz 150px16px|verweis=d:Q125956004 Hier wohnte Dorothea Gray geb. Wolff Jg. 1920 Kindertransport 1939 nach England überlebt

Literatur Michael Düsing (Hrsg.): Steine gegen das Vergessen – Stolpersteine in Freiberg (PDF) 2011; abgerufen am 25. Januar 2018

Weblinks

Stolpersteine in Freiberg mit biografischen Informationen. Geschichtswerkstatt Freiberg; abgerufen am 25. Januar 2018 Website des Künstlers Gunter Demnig Projekt Shalom: ersten 1. Verlegung von Stolpersteinen in Freiberg juden-in-mittelsachsen.de; abgerufen am 25. Januar 2018 75. Jahrestag der Reichspogromnacht. Webseite der Stadt Freiberg, 1. November 2013; abgerufen am 25. Januar 2018

Einzelnachweise

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