mini|hochkant|Pfarrkirche Allerheiligen
Egenhausen (fränkisch: EnghausnE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 41. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „eŋhāusn“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Obernzenn im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Egenhausen hat eine Fläche von 5,576 km². Sie ist in 556 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10028,54 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Sichelbronn.
Geografie Beim Pfarrdorf entspringt der Brachbach, ein rechter Zufluss der Zenn. Der Ort liegt im Tal und ist im Osten, Westen und Süden von bewaldeten Anhöhen umgeben. 0,5 km nordwestlich erhebt sich der Eichelberg (), im Westen liegt das Furtholz, im Süden der Siegelranken und im Osten das Kohlholz. Die Staatsstraße 2253 verläuft nach Obernzenn (1,8 km nördlich) bzw. zur Staatsstraße 2245 (1 km südlich). Ein Anliegerweg führt nach Sichelbronn (0,5 km südlich).
Geschichte Die Ortsnamensendung -hausen weist auf eine Gründung während der Fränkischen Landnahme hin, die im späten achten Jahrhundert abgeschlossen war.Siehe Website obernzenn.de
Die ursprüngliche Allerheiligenkirche wurde wahrscheinlich von dem Benediktinerkloster Herrieden errichtet. 1059 wurde die Kirche in „Eginhusen“ durch den Eichstätter Bischof Gundekar II. geweiht. Um 1300 wurde sie dem Chorherrenstift St. Nikolaus in Spalt einverleibt.R. Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Uffenheim, S. 51. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Ago.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 41 f. Die Urkunde selber lässt sich nicht genau datieren. Sie entstand im Zeitraum von 1057 bis 1075.
Als Gegner der Reformation wirkte der Egenhausener Pfarrer Paul Leutermann den Absichten des Obernzenner Pfarrers Philipp Getreu und des Markgrafen entgegen. Die ortsansässige Herrschaft von Seckendorff wurde erst 1533 evangelisch.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Egenhausen 59 Anwesen. Das Hochgericht übte das Rittergut Unternzenn aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Unternzenn inne. Grundherren waren das Rittergut Unternzenn (Schloss, Brauhaus, Kirche, Pfarrhaus, 1 Hof, 19 Güter, 5 Gütlein, 14 Tropfhäuser, 8 Häuser, 4 Häuslein, 1 Mühle) und das Rittergut Obernzenn-Gutend (3 Güter). Neben den Anwesen gab es die Schule und das Hirtenhaus, die beide kommunale Gebäude waren.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 92. Dort fälschlicherweise 60 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.
Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1799) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:
Im Jahre 1806 kam Egenhausen an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Unternzenn und der 1810 gebildeten Ruralgemeinde Unternzenn zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Egenhausen, zu der Sichelbronn gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und die Polizei über 55 Anwesen hatte jedoch bis 1848 das Patrimonialgericht Unternzenn inne.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 212. Von 1862 an gehörte Egenhausen zum Bezirksamt Ansbach und zum Rentamt Ansbach. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Leutershausen. Am 1. Januar 1880 kam Egenhausen an das Bezirksamt Uffenheim (1938 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und an das Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1932 Finanzamt Uffenheim).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 212. Die Gerichtsbarkeit hatte das Amtsgericht Windsheim inne, seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,695 km².
Am 1. Juli 1975 wurde Egenhausen im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Obernzenn eingemeindet.
Baudenkmäler Haus Nr. 45: ehemaliges Pfarrhaus Haus Nr. 47: evangelisch-lutherische Pfarrkirche Allerheiligen Haus Nr. 71: altes Schloss mit Nebengebäuden Haus Nr. 73: ehemaliges Gasthaus Zum Lindenzweig
Bodendenkmäler In der Gemarkung Egenhausen gibt es fünf Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Egenhausen Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 304 326 324 286 319 332 336 360 383 389 325 320 313 339 329 298 305 293 280 410 392 350 264 267HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 75 69 76 79 76 75 68 65 64 Quelle Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 327 Einwohner.
Ort Egenhausen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 304 308 284 317 364 299 299 381 259 263 210 248Häuser 75 65 78 71 66 63 63 76 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei Allerheiligen.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 92. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Mariä Himmelfahrt (Sondernohe) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Obernzenn Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ersterwähnung 1059 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1975 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim