Die persischen Qanate Offizielle Bezeichnungen: , deutsche Bezeichnung entsprechend ist eine von der UNESCO gelistete Stätte des Weltkulturerbes im Iran. Die serielle Welterbestätte umfasst elf Qanate, die zur Zuleitung von Trink- und Nutzwasser aus dem Grundwasser höher gelegener Regionen dienen.

Hintergrund mini|300px|Prinzipieller Aufbau eines Qanats

Das System der Wassergewinnung durch Qanate wurde vor mehreren tausend Jahren im Gebiet des Iran entwickelt und breitete sich von dort aus weiter aus. Qanate finden sich vor allem bei Siedlungen, die in der Nähe relativ niederschlagsreicher Berge liegen. Das beispielsweise durch Steigungsregen niedergehende Wasser versickert und sammelt sich in einem Grundwasserleiter. Im Bereich der Siedlung liegt der Grundwasserleiter oft zu tief unter der Oberfläche, um mit Brunnen Wasser daraus zu gewinnen.

Daher wird Wasser weiter oben am Hang dem Grundwasserleiter entnommen und über einen unterirdischen Qanat-Kanal, der ein wesentlich geringeres Gefälle als der Hang und der Grundwasserleiter hat, in die Siedlung geleitet. Durch sein geringes Gefälle tritt der Qanat-Kanal an einer Stelle aus dem Hang aus, und das Wasser kann dort zur Wasserversorgung der Siedlung oder zur Bewässerung von Feldern abgezapft werden. Vertikale Zugangsschächte dienten zunächst dem Bau des Kanals und dann auch zu dessen Wartung und Reinigung. Durch die unterirdische Führung des Kanals ist der Wasserverlust durch Verdunstung verringert, was vor allem in heißen, trockenen Gebieten von Vorteil ist.

Einschreibung Die persischen Qanate wurden 2016 aufgrund eines Beschlusses der 40. Sitzung des Welterbekomitees in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen. Die elf für das Welterbe ausgewählten Qanate mit ihren jeweiligen Quellen und Strukturen verdeutlichen die Vielfalt der verwendeten Techniken und die Varianz der Kanalsysteme hinsichtlich ihrer geografischen Verteilung, Länge und Entstehungszeit. Einige der Strukturen sind darüber hinaus von besonderer Bedeutung aufgrund ihrer Verbindung mit bestimmten Ritualen oder religiösen Strömungen, so beispielsweise im Falle der Qanate Ebrahim Abad und Mozd Abad. Die Eintragung erfolgte aufgrund der Kriterien (iii) und (iv).

Umfang Die Welterbestätte umfasst elf voneinander getrennte Areale. Diese haben insgesamt einen Schutzbereich von 14.565 ha. Die einzelnen Schutzbereiche sind von Pufferzonen umgeben, die insgesamt eine Fläche von 355.249 ha haben.

Ref.-Nr. Bezeichnung Lage Schutzbereich Pufferzone 1506-001 Qasabeh-Qanat GonabadProvinz Razavi-Chorasan() 4.492 ha 25.805 ha 1506-002 Qanat von Baladeh EslamiyehProvinz Süd-Chorasan() 2.757 ha 19.321 ha 1506-003 Qanat von Zārtsch ZārtschProvinz Yazd() 3.984 ha 125.162 ha 1506-004 Hasam-Abade-Moshir-Qanat 2.759 ha 121.662 ha 1506-005 Ebrahim-Abad-Qanat 1.238 ha 23.655 ha 1506-006 Qanat von Vazvan 5 ha 29.631 ha 1506-007 Mozd-Abad-Qanat 3.636 ha 29.631 ha 1506-008 Qanat des Mondes ArdestānProvinz Isfahan() 5 ha 3.047 ha 1506-009 Qanat von Gohariz DschupārProvinz Kerman() 151 ha 2.980 ha 1506-010 Ghasem-Abad-Qanat 15 ha 80 ha 1506-011 Akbar-Abad-Qanat 15 ha 80 ha Summen: 14.565 ha 355.249 ha

Literatur

Weblinks

Die persischen Qanate. Meisterwerke technischen Könnens auf der Website der Deutschen UNESCO-Kommission

Einzelnachweise

Kategorie:Welterbestätte in Asien Kategorie:Welterbestätte im Iran Kategorie:Weltkulturerbestätte