Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) e. V. ist eine medizinische Fachgesellschaft für Ärzte und Wissenschaftler auf dem Gebiet der klinischen und experimentellen Neurophysiologie. Mit mehr als 4.700 Mitgliedern ist sie die zweitgrößte Fachgesellschaft für Neuromediziner in Deutschland.
Tätigkeiten und Ziele Die DGKN e. V. fördert die Erforschung von Gehirn und Nerven, sichert die Qualität von Diagnostik und Therapie neurologischer Krankheiten und treibt Innovationen auf diesem Gebiet voran. Die DGKN richtet den jährlichen Kongress für Klinische Neurowissenschaften mit Fortbildungsakademie aus. Darüber hinaus entwickelt und publiziert die DGKN medizinische Leitlinien, Richtlinien und Empfehlungen für die Diagnosemethoden der Neurophysiologie sowie deren Ausbildung. Hierbei besitzt die DGKN eine besondere Relevanz für die Feststellung des Hirntodes, da die Empfehlungen der DGKN zur technischen Durchführung von der Bundesärztekammer übernommen werden und somit deutschlandweit verpflichtend gültig sind, beispielsweise im Rahmen der Hirntodiagnostik für Organtransplantationen. Die Zertifizierung von Anwendungs- und Ausbildungskompetenzen in den neurophysiologischen Methoden, u. a. Elektroenzephalografie (EEG), Elektromyografie (EMG), Elektroneurografie (ENG) und Evozierte Potenziale (EP), stellt eine der Hauptaufgaben der DGKN dar. Mit ihrer Fortbildungsakademie betreibt die DGKN Aus-, Weiter- und Fortbildung. Ebenso unterstützt die Fortbildungsakademie die Organisation von externen Fortbildungsveranstaltungen und zertifiziert diese. Die Nachwuchsorganisation der DGKN sind die Jungen Klinischen Neurophysiologen (JKN). Die Zeitschrift Klinische Neurophysiologie ist das Mitteilungsorgan der DGKN. Sie erscheint viermal jährlich. Die DGKN ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und die Deutsche Sektion der International Federation of Clinical Neurophysiology (IFCN).
Organisationsstruktur Zentrale Organe der DGKN sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand. In Fachkommissionen findet die Facharbeit statt, d. h. administrative und klinische Aufgaben. Die DGKN kooperiert u. a. mit folgenden Organisationen: Deutsche Gesellschaft für Neurologie Deutsche Gesellschaft für Epileptologie Berufsverband Deutscher Neurologen Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin
Vorstand Der Vorstand der DGKN besteht aus dem Präsidenten, dem 1. und 2. Vizepräsidenten, dem Past-Präsidenten, dem 1. und 2. Sekretär sowie dem Schatzmeister und dem IFCN-Delegate.
Amtsperiode Präsident 1950–1952 1953 1954–1955 1956–1958 1958–1959 1959–1960 1961–1963 1963–1964 1965–1967 1967–1968 1968–1969 1969–1970 1970–1971 1971–1972 1972–1973 1973–1974 1974–1975 1975–1976 1976–1977 1977–1978 1978–1979 1979–1980 1980–1981 1981–1982 1982–1983 1983–1984 1984–1985 1985–1986 1986–1987 1987–1988 1988–1989 1989–1990 1990–1991 1991–1992 1992–1993 1993–1994 1994–1995 1995–1996 1996–1997 1997–1998 1998–1999 1999–2000 2000–2001 2001–2002 2002–2003 2003–2004 2004–2006 2006–2007 2007–2008 2008–2009 2009–2010 2010–2011 2011–2012 2012–2013 2013–2014 2014–2015 2015–2016 2016–2017 2017–2018 2018–2019 2019–2020 2020–2021 2021–2022 2022–2023 2023–2024 2024–2025 2025–2026Jan Rémiab 2026Rainer Surges
Geschichte Die Geschichte der DGKN begann 1924 mit der Erfindung des EEG durch Hans Berger. In den 1930er- und 40er-Jahren entstand ein erster Vorreiter der DGKN: eine neurophysiologische und eine physikalisch-elektrische Abteilung innerhalb des Kaiser-Wilhelm-Instituts der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. Am 17. April 1950 wurde die DGKN als „Deutsche EEG-Gesellschaft“ auf Bestreben von Richard Jung und weiteren Ärzten gegründet. 1996 wurde die Gesellschaft in „Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung“ umbenannt. Im Jahr 2020 befasste sich die DGKN mit dem Verhalten wichtiger Neurophysiologen in der Zeit des Nationalsozialismus. In diesem Zusammenhang wurden mehrere der verliehenen Preise umbenannt. Ebenso auch das Richard-Jung-Kolleg.
Preise Der Verein verleiht folgende Preise: DGKN-Verdienstmedaille für das Lebenswerk im Bereich Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (seit 1960; bis 2018: Hans-Berger Preis). Der Preis ist mit 5000,- Euro dotiert. Der Große Forschungspreis der DGKN (bis 2018: Richard-Jung-Preis) wird seit 1987 von der DGKN an Wissenschaftler verliehen, die ein Thema der Theoretischen oder Klinischen Elektroneurophysiologie längere Zeit verfolgt und kritisch bearbeitet haben. Der Preis ist mit 4000,- Euro dotiert. Die Verleihung des Preises findet beim DGKN-Jahreskongress statt.
Daneben werden noch Nachwuchspreise vergeben: DGKN-Nachwuchsförderpreis für Klinische Neurophysiologie (seit 1986) DGKN-Nachwuchsförderpreis für Neurosonologie (seit 2001) DGKN-Nachwuchsforschungspreis Funktionelle Bildgebung (Niels-A.-Lassen-Preis, seit 2011) Fortbildungspreis der Fortbildungsakademie (seit 2006)
Weblinks Website der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung
Einzelnachweise
Kategorie:Neurophysiologie Kategorie:Ärzteverband (Deutschland) Kategorie:Ärztliche Aus-, Weiter- und Fortbildung Kategorie:Vereinsgründung 1950 Kategorie:Verein (Darmstadt) KlinischeNeurophysiologie