mini|alternativtext=Foto von Ludwig Müller mit Ehefrau, vor dem eigenen Anwesen in Eslarn|Foto von Ludwig Müller mit Ehefrau, vor dem eigenen Anwesen in Eslarn Ludwig Richard Müller (* 11. Januar 1879 in Eslarn; † 2. Juli 1964 in München) war ein deutscher Kaufmann und Gründer der Fotopapierfabrik Argenta, der unter dem Pseudonym „Waldmüller“ als Komponist und Zitherspieler bekannt wurde.

Leben Ludwig Müller war der Sohn des Eslarner Kaufmannes Alois Müller.Argenta München. Vierzig Jahre. 1918/1958. Argenta Fabrik photographischer Papiere Ludwig Müller, Verlag F. Bruckmann, München 1958. Er erlernte mit sieben Jahren das Zitherspiel, mit neun Jahren Geige und Trompete und mit zwölf Jahren Klavier.Anton Schreiegg: Ludwig Müller (Waldmüller) 80 Jahre alt. In: Die Oberpfalz, Band 47, M. Lassleben, 1959, S. 3. Sein erstes Werk komponierte er im Alter von 12 Jahren. Er strebte an sich einen musikalischen Beruf an und besuchte als 14-Jähriger für dreieinhalb Jahre die Musikschule Würzburg,Ludwig Müller. In: August Sieghardt: Oberpfalz. Landschaft, Geschichte, Kultur, Kunst. Glock und Lutz, 1965, S. 438. an der auch Max Meyer-Olbersleben zu seinen Lehrern zählte.Josef Brandlmeier: Handbuch der Zither, Band 1, Süddeutscher Verlag, München 1963, S. 233. Musikalisch bildete er sich in München zweieinhalb Jahre lang bei Anton Beer-Walbrunn fort.Ludwig Müller (Waldmüller). In: Neue Zeitschrift für Musik, Band 120 (1959), S. 29. Das Studium musste er gezwungenermaßen aufgeben und sich dem kaufmännischen Beruf zuwenden.Foto-Echo: Ludwig Müller 75 Jahre. In: Foto Prisma Band 5, Knapp., 1954, S. 4.

Müller trat bereits zum 11. Mai 1925 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 5.046), 1928 aber wieder aus, nur um zum 1. Mai 1937 erneut einzutreten (Mitgliedsnummer 5.773.827).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/29661574Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. Kiel 2009, 2. Auflage, CD-ROM-Lexikon, S. 5066.

Unternehmertum Nach kaufmännischer Tätigkeit in verschiedenen Branchen wandte er sich der praktischen Fotografie zu und eröffnete ein umfangreiches Versand- und Exportgeschäft für fotografische Artikel.Ludwig Müller 60 Jahre. In: Das Atelier des Fotografen, Bände 45–46 (1938–1939), S. 332. Anlässlich seines 75. Geburtstags wurde er im Fachmagazin Foto Prisma als einer der Pioniere des Luftbildwesens bezeichnet.

1918, im letzten Kriegsjahr, gründete er im 1938 von Adolf Hitler nach München zwangseingemeindeten Pasing die Argenta, Fabrik photographischer Papiere, Ludwig Müller. Die Fabrik mit Sitz in der Willibaldstraße wurde durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört, bestand aber bis 1992 als GmbH mit letztem Hauptfirmensitz in der Planegger Straße 121 in München fort.ARGENTA Fabrik für photographische Papiere GmbH. HRB 92446 (Amtsgericht München) Sie war auch nach dem Krieg noch international tätig.Argenta. In: Official Gazette of the United States Patent Office, Band 804 (1964), S. 19.

Seine drei aus der Ehe mit Maria Müller, geborene Aschenbrenner, hervorgegangenen Söhne wurden ebenfalls Kaufleute.

Musikalisches Wirken Neben seinem unternehmerischen Erfolg erlangte Ludwig Müller vor allem als Komponist und Musiker Bekanntheit. Sein kompositorisches Schaffen umfasst mehrere Musikgattungen. Seine Zitherkompositionen beinhalten neben Unterhaltungsmusik auch anspruchsvollere Werke, beispielsweise die Humoreske oder ein Fandango für Zitherorchester. Er komponierte zudem Instrumentalkonzerte für Violine, Violoncello und Klavier, Orgelwerke, Kammermusik (Bläsersextett, Streichquartett usw.), Sinfonien, Chormusik und Lieder, darunter das Musikdrama Manuel Venegas, auch eine kleine Symphonie für Kammerorchester, ein Wiegenlied für ein kleines Orchester sowie ein Adagio für Orchester.Müller (Waldmüller), Ludwig, Komponist. In: Kürschners deutscher Musiker-Kalender 1954. 2. Ausg., De Gruyter, Berlin 1954. Noch im Alter von 80 Jahren komponierte er als Auftragsarbeit für das Heimatfest seines Geburtsortes Eslarn als FestouvertüreLudwig Müller (Waldmüller). In: Die Oberpfalz, Band 48, M. Lassleben, 1960, S. 294. die Oberpfälzer Messe (op. 80; 1959). Eslarn widmete er bereits den für Zither gedachten Festmarsch Hoch Eslarn (op. 6). Der Nachbargemeinde Schönsee widmete er den Walzer Erinnerung in Schönsee (op. 14). Insgesamt komponierte er über 80 Werke.

Ehrungen Ehrenbürgerschaft des Marktes Eslarn 1964: Nordgau-Kulturpreis der Stadt Amberg in der Kategorie „Musik“Karla Fohrbeck; Andreas Johannes Wiesand: Handbuch der Kulturpreise und der individuellen Künstlerförderung in der Bundesrepublik Deutschland, 1978. DuMont, 1978, S. 538. ISBN 978-3-770-11089-6

Literatur Karl Ritter von Klimesch (Hrsg.): Köpfe der Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft. Verlag Johann Wilhelm Naumann, Augsburg 1951, o. S. Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 5066 (online).

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