Klassische Gärten von SuzhouOriginalbezeichnung: , , deutsche Bezeichnung entsprechend der ist eine von der UNESCO gelistete Stätte des Weltkulturerbes in China. Das Kulturerbe umfasst neun Gärten der Stadt Suzhou in der ostchinesischen Provinz Jiangsu. Die Gärten aus dem 11. bis 19. Jahrhundert sind herausragende Meisterwerke chinesischer Gartenkunst, die danach strebt, natürliche Landschaften im Kleinformat nachzubilden. In ihrer sorgfältig ausgearbeiteten Gestaltung spiegeln die Gärten die tiefgründige Bedeutung natürlicher Schönheit in der chinesischen Kultur wider. Von den über 170 Gärten zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind noch über 60 vollständig erhalten.Lou Qingxi: Chinas klassische Gärten. Übersetzt von Olivier Roos und Katharina Schneider-Roos. (= Cultural China Series). China Intercontinental Press, Beijing, 2003, S. 25.
Hintergrund Suzhou liegt in einem Becken am Unterlauf des Jangtse (長江 „Langer Fluss“) entlang des Tai Hu (太湖, „Tai-See“). Die Stadt wurde 514 v. Chr. als Hauptstadt des Königreichs Wu gegründet und ist seitdem das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region.
Die frühesten Gärten in Suzhou datieren zurück auf die Zeit der Stadtgründung im 6. Jahrhundert v. Chr. Während der Ming- und Qing-Dynastie und insbesondere vom 16. bis 17. Jahrhundert ermöglichte der Wohlstand der Stadt, dass im Verlauf der Zeit an die 200 Gärten innerhalb der Stadtmauern angelegt wurden. Aufgrund der Qualität und des Reichtum der Gärten wurde Suzhou als ein „irdisches Paradies“ bezeichnet.
Der klassische Suzhou-Garten ist ein Mikrokosmos der Welt, dargestellt durch die Grundgestaltungselemente Wasser, Steine, Pflanzen und Bauwerke. In ihm gelingt es zwei scheinbar unversöhnliche menschliche Bestrebungen miteinander zu verbinden – in einem komfortablen Haus zu wohnen und zugleich in der Natur zu leben. Die Gartenanlage ahmt ein natürliches Landschaftsbild nach und bedient so intellektuelle und emotionale Bedürfnisse gemäß der philosophischen Lehren Laozis und Zhuangzis. Künstlich angelegte Hügel und Wasserläufe sind mit Bäumen, Sträuchern und Blumen bepflanzt und werden durch eine Vielzahl kleiner und großer Bauwerke ergänzt, die verschiedensten Zwecken dienen: Der Meditation, dem Lesen und Schreiben, dem Teetrinken sowie dem Musikspielen und -hören. Die Bauten sind im traditionellen chinesischen Stil reich geschmückt und möbliert. Kalligraphische Inschriften, bezugnehmend auf chinesische Philosophie und Literatur, sowie antike Stelen tragen zum Reichtum der Gärten bei.
Einschreibung Die ersten vier Gärten wurden 1997 in die Liste des Welterbes aufgenommen. Zugleich empfahl das Welterbekomitee, den Schutzstatus auf weitere historische Bereiche Suzhous auszudehnen und Maßnahmen zum Erhalt der historischen Stadt zu ergreifen. Die Verbindung des Kanalsystems der Stadt mit den Gärten stelle einen kulturellen Wert dar, der über die vier nominierten Gärten hinausreiche. Entsprechend dieser Empfehlung wurden weitere fünf Gärten zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgeschlagen, wobei nun auch über die Gärten hinausgehende Schutzzonen ausgewiesen wurden. Dieser Vorschlag zur Erweiterung wurde bei der 24. Sitzung des Welterbekomitees vom 27. November bis 2. Dezember 2000 angenommen. Die Einschreibungen erfolgten auf Grundlage der Kriterien (i), (ii), (iii), (iv) und (v):
Liste der Gärten Die ersten acht Gärten liegen relativ nahe beieinander im Stadtbezirk Gusu, der Garten der Abgeschiedenheit und Meditation etwa 25 km südlich der anderen in Tongli im Stadtbezirk Wujiang.
Ref.-Nr. Bild Bezeichnungen 'Kernzone (K) Pufferzone (P) Lage Jahr der Einschreibung 813-001 200px (weitere Bilder) Garten des bescheidenen Beamten 拙政园 (Zhuozheng Yuan) The Humble Administrator’s Garden K: 5,195 ha P: –– 1997 813-002 200px (weitere Bilder) Garten des Verweilens 留园 (Liu Yuan) The Lingering Garden K: 2,331 ha P: –– 1997 813-003 200px (weitere Bilder) Garten des Meisters der Netze 网师园 (Wangshi Yuan) The Master-of-Nets Garden K: 0,540 ha P: –– 1997 813-004 200px (weitere Bilder) Bergvilla in einer Umgebung von Schönheit 环秀山庄 (Huanxiu-Shanzhuang) The Mountain Villa with Embracing Beauty K: 0,218 ha P: –– 1997 813-005 200px (weitere Bilder) Canglang-Pavillon 沧浪亭 (Canglang Ting) The Canglang Pavilion K: 1,174 ha P: 16,362 ha 2000 813-006 200px (weitere Bilder) Löwenhaingarten 狮子林 (Shizi Lin) The Lion Forest Garden K: 0,874 ha P: 4,790 ha 2000 813-007 200px (weitere Bilder) Yipu-Garten 艺圃 (Yì Pǔ) The Garden of Cultivation K: 0,380 ha P: 1,117 ha 2000 813-008 200px (weitere Bilder) Garten des Ehepaars 耦园 (Ou Yuan) The Couple’s Retreat K: 0,789 ha P: 3,039 ha 2000 813-009 200px (weitere Bilder) Garten der Abgeschiedenheit und Meditation 退思园 (Tuisi-Yuan) The Retreat & Reflection Garden K: 0,421 ha P: 1,531 ha 2000
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Anmerkungen und Einzelnachweise
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