Bascons ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Mont-de-Marsan und zum Kanton Adour Armagnac.
Der Name in der gascognischen Sprache lautet ebenfalls Bascons. Er ist eine Lautverschiebung des Wortes Vascons, eine Bezeichnung der Basken, die das Gebiet nördlich der Pyrenäen im Frühmittelalter kolonisierten.
Die Einwohner werden Basconnais und Basconnaises genannt.
Geographie mini|Ruisseau des Longs bei Bascons Bascons liegt ca. zehn Kilometer südöstlich von Mont-de-Marsan im Landstrich Pays de Marsan der historischen Provinz Gascogne am südöstlichen Rand des Départements.
Umgeben wird Bascons von den Nachbargemeinden:
Bascons liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Einer seiner Nebenflüsse, der Ruisseau du Bos, hier auch Ruisseau des Longs genannt, durchquert das Gebiet der Gemeinde. Der Ruisseau de Caillaou, ein Nebenfluss des Ruisseau de Courdaoute, entspringt in Bascons.
Geschichte links|mini|Dagobert I. und der heilige Amand Der heilige Amand von Maastricht (575–676) hat das Dorf maßgeblich geprägt. Nach seiner Verbannung durch den fränkischen König Dagobert I. ging er nach Aquitanien, um die Basken zu missionieren. Der Überlieferung nach soll er Konvertiten am Brunnen in Bascons getauft haben. Außerdem hat er eine Kapelle in Bascons eingeweiht und vermutlich einen Konvent der Benediktiner, der später von den Normannen zerstört wurde. Im Mittelalter war Bascons Sitz des Cour dels Sers, des Gerichtshofs der Vicomté von Marsan. Die Burg von Bascons wurde 1310 von der Vicomtesse Constanze an ihre Schwester Marguerite de Béarn vererbt. Während der englischen Besetzung hielt sich Edward of Woodstock, bekannt auch unter seinem Beinamen „Der Schwarze Prinz“, für eine längere Zeit in Bascons auf. 1460 wurde die Vicomté von Marsan Teil des Béarn. Das Dorf litt unter den Folgen der Hugenottenkriege im 16. Jahrhundert, denn 1569 wurde die Kirche in Brand gesteckt. Ebenso hatte im 17. Jahrhundert die Fronde ihre Auswirkungen. Die Sénéchaussée von Marsan schlug sich auf die Seite der Prinzen und Bascons beherbergte die Truppen des Chevalier d’Aubeterre.
Einwohnerentwicklung Im 18. Jahrhundert zählte Bascons noch 3000 Einwohner. Die Einwohnerzahl zeigte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Höchststand von 1150. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bis zu den 1940er Jahren auf rund 535, bevor eine Wachstumsphase bis nach der Jahrtausendwende einsetzte, die die Größe der Gemeinde auf zuletzt rund 940 Einwohner hob. Seitdem zeigt die Zahl der Einwohner wieder eine rückläufige Tendenz.
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2010 2021 Einwohner 594 620 608 673 823 867 912 856
Gemeindepartnerschaft Bascons unterhält seit 1993 eine Partnerschaft mit Bartenheim im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass).
Am 1. September 1939, am Tag des Überfalls auf Polen durch deutsche Streitkräfte erhielten die Einwohner von Bartenheim die Weisung zur Evakuierung. Nach mehreren Tagen sind die Bartenheimer in Bascons angekommen, wo sie herzlich empfangen wurden. Sie blieben bis September 1940, bevor sie wieder in ihr Dorf zurückkehrten.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Museum des Course Landaise mini|Museum des Course Landaise Der Course Landaise ist ein traditionelles, unblutiges Spiel mit wilden Stieren. Bascons ist die einzige Gemeinde in den Landes mit gleich zwei Arenen, in denen das Spiel ausgetragen wird, jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt, am 22. Juli, dem Gedenktag der heiligen Maria Magdalena, und am 15. August, dem Fest der Mariä Himmelfahrt. Informationstafeln, Videos und Exponaten dienen dem Besucher zum Kennenlernen der Geschichte und Kultur des traditionellen Sports. Die letzten Umbauten im Jahre 2004 umfassten vor allem die Einrichtung eines Vorführungsraums und einer Fläche für temporäre Ausstellungen. Das Museum ist von April bis Oktober geöffnet.
Bauwerke Pfarrkirche Saint-Amand mini|Pfarrkirche Saint-Amand mini|Eingangsportal Sie ist dem heiligen Amand von Maastricht geweiht. Das Gebäude war ursprünglich eine mittelalterliche Burg. Nachdem sie 1569 in Brand gesteckt worden war, wurde sie am Ende des 16. Jahrhunderts im gotischen Stil wieder aufgebaut. Ein Stein, der in die nördliche Außenwand eingelassen ist, trägt die Jahreszahl „1601“. Der Neubau wurde aber wahrscheinlich erst im Jahr 1626 abgeschlossen, wie eine entsprechende Jahreszahl auf einem Schlussstein belegen kann. Im gleichen Zeitraum wurde auch das Seitenschiff auf der Nordseite angefügt. Im Westen wird der Glockengiebel mit fünf Bögen für die Glocken von 1818 und zwei stützenden Strebepfeilern von einer Tourelle flankiert. Die Kirche zeigt noch Elemente defensiven Charakters mit einem Wehrgang unterhalb des Dachs, Reste von Schießscharten für Bogenschützen und Feldschlangen sowie Gusserkern oberhalb der Apsis und des Eingangsportals.
Das Portal mit Archivolten besitzt ein gotisches Tympanon aus dem 16. Jahrhundert. Es zeigt im Relief Maria mit Jesuskind begleitet vom Schutzpatron der Kirche, dem heiligen Amand. Zwei der ansonsten mit Blattwerk verzierten Kapitelle im Gewände der rechten Seite fallen aus dem Rahmen. Auf einem sind zwei Schweine zu erkennen, auf dem anderen ein Dudelsackpfeifer. Diese sehr anschauliche Ikonografie symbolisiert den Tanz, der für die Wollust verantwortlich sein soll, eine der sieben Todsünden der katholischen Kirche. Die zwei Türflügel des Portals sind 1676 entstanden und sind das Werk des Künstlers Lalande aus Mont-de-Marsan. Sie greifen das Motiv des Tympanons auf und folgen einer Ikonografie, die von der Gegenreformation bestimmt ist. Ihr Zweck war es, den Glauben der Gemeindemitglieder wiederzubeleben, der durch die Hugenottenkriege erschüttert worden war. Auf dem linken Flügel wird Maria mit Jesuskind, auf dem rechten der heilige Amand in einem Flachrelief dargestellt. Beide scheinen durch eine stürmisch verzerrte Landschaft zu wandeln. Amand trägt die Mitra eines Bischofs, hält einen Krummstab in seiner linken Hand und hebt die rechte zum Zeichen der Segnung.
Das Kircheninnere ist reich verziert mit zahlreichen Statuen von Heiligen und Aposteln, drei Altarretabeln und Schlusssteinen mit verschiedenen Motiven. Die meisten Elemente datieren aus dem 17. Jahrhundert. Das Hauptschiff misst 18,50 m in der Länge, 7 m in der Breite und 9,50 m in der Höhe. Es wird überragt von einem vierteiligen Kreuzrippengewölbe. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche auch zur Segnung des Öls, genannt Saint-Louis, besucht, das bekannt für seine Wirkung gegen Zahnentzündung gewesen sein soll. Jedes Jahr am 15. August findet eine Wallfahrt zur Pfarrkirche statt.
Das Retabel des Hauptaltars ist im 17. Jahrhundert als Ersatz für die zerstörte frühere Schauwand aufgestellt worden. In der Mitte belegt eine Statue mit dem gekreuzigten Christus den Platz, den früher ein Gemälde eingenommen hatte, das heute verschwunden ist. Ebenso sind der Altar und der Tabernakel durch neuere Werke ersetzt worden. Köpfe von Cherubinen ruhen auf vier reich verzierten Schlangensäulen, die zwei Statuen einrahmen. Diese tragen die Attribute eines Bischofs, Mitra und Krummstab. Es scheint, als würden die Statuen beide den Schutzpatron der Kirche repräsentieren. Oberhalb des Frieses befindet sich eine Struktur aus Holz mit einem Gemälde, das die Dreifaltigkeit illustriert. Zwei Karyatiden, die Vasen mit angedeuteten Flammen auf ihren Köpfen tragen, rahmen das Gemälde ein.
Im nördlichen Seitenschiff befindet sich das Retabel, das ursprünglich dem heiligen Josef gewidmet war, heute aber der Margareta Maria Alacoque geweiht ist. Seine Dekoration mit Schlangensäulen, mit schwarzem und weißem Stuck versehenen Verzierungen und den Nischen, von Cherubinen überragt, bringt seinen barocken Stil zum Ausdruck, der im Südwesten Frankreichs im 17. Jahrhundert weit verbreitet war. Das Gemälde in der Mitte erzählt von der Erscheinung des Herzens Jesu bei Margareta Maria Alacoque. Auf den Seiten stehen Statuen der Heiligen Joachim und Elisabet, die beide im Jahr 1717 aus bemaltem Holz entstanden sind. Die Ausarbeitung von Gesicht und Händen, der Gebrauch von leuchtenden Farben und die Details des Mantels von Joachim verraten einen spanischen Kunststil, der seit dem 18. Jahrhundert diesseits der Pyrenäen sehr geschätzt wird. Auch bei diesem Retabel wurden der ursprüngliche Altar und der ursprüngliche Tabernakel ersetzt.
Im nördlichen Seitenschiff wird ein kleiner Altar von einer Nische überragt, in der eine Christusstatue aus polychromem Holz steht. Sie datiert aus dem 17. Jahrhundert und illustriert die Szene „Christus an der Geißelsäule“. Der Giebel oberhalb der Nische trägt die Inschrift Ecce homo cujus livore sanati sumus (), die teilweise auf einer Pergamentrolle und teilweise auf einer Draperie verteilt ist, die von zwei Engeln gehalten werden. Das Werk wird von einer zweiten Statue aus dem 17. Jahrhundert begleitet, die ebenfalls in einer Nische steht und die heilige Anna darstellt, wie sie Maria das Lesen lehrt.
Auf dem ersten Pfeiler des nördlichen Seitenschiffs zeigt ein Gemälde den Schutzpatron der Kirche mit einer Mitra und einem Krummstab. Er segnet einen Brunnen, der ihm gewidmet ist, und im Hintergrund eine Landschaft, aus der die Pfarrkirche emporragt. Das Werk ist Teil einer Sammlung von acht Gemälden, die unter den Arkaden verteilt sind, die das Seitenschiff zum Langhaus öffnen.
Die Pfarrkirche ist seit dem 23. September 1970, die meisten Ausstattungsgegenstände seit dem 1. September 1986 oder dem 11. Dezember 1989 als Monument historique klassifiziert. mini|Kapelle Saint-Amand
Kapelle Saint-Amand Westlich der Pfarrkirche steht eine kleine Kapelle mit Fachwerk. Sie ist 1946 errichtet und mit einem Dachreiter versehen. Vor der Kapelle befindet sich ein Brunnen, dessen Wasser heilende Wirkungen zugesprochen werden. Ursprünglich kamen die Kranken nach Bascons in der Hoffnung, ihre Rachitis kurieren zu können. Heute werden die Kinder mitgebracht, die an Ekzemen oder anderen Hautkrankheiten leiden. Besonders anlässlich des lokalen Festes kommen zahlreiche Bewohner des Landes, nehmen das Wasser in Gefäßen mit oder befeuchten Taschentücher, um sie auf ihr Gesicht oder das ihrer Kinder zu legen.
Kapelle Notre-Dame-de-la-Course-Landaise mini|Kapelle Notre-Dame-de-la-Course-Landaise mini|Jahreszahl auf dem Sturz des Eingangs