Das kleine Schweinderl (österreichische Verkleinerungsform für Schwein) ist der im österreichischen Sprachgebrauch geläufigeAlois Grasböck: Schweine im Gespräch; Konsument 05/2013, bei konsument.at Ausdruck und eine generische Marke für das namenlose Hausschwein-Ferkel, das seit 2005 als Testimonial für die österreichische Supermarkt­kette Billa und deren Handelsmarke Ja! Natürlich „als Garant für nachhaltige und biologische Lebensmittel“Ja, Joschka! bei orf.at in Fernsehspots wirbt.

Werbespots Die wechselnden „Ferkeldarsteller“ des seit 2005 „ewig jungen Schweinderls“ (siehe auch dort) wurden vom Filmtiertrainer Karl LangKatharina Seiser: Alles Roger. , Maxima, Oktober 2008, abgerufen im Januar 2018 trainiert, später von Katja Hawliczekhttps://www.filmtiere.at/news, abgerufen am 12. Mai 2026.. In den Werbespots treten – wie auch bei anderen Filmtiereinsätzen üblich – verschiedene Ferkel für unterschiedliche Aufgaben auf. Jährlich werden drei Werbefilme gedreht, die schnell zu groß werdenden Schweine landen nicht in Schlachthöfen, sondern werden bei ausgewählten Biobauern­höfen für rund 500 Euro pro Jahr und SchweinStefanie Ruep: Gnadenhof statt Schlachthaus; Nach drei Tagen Arbeit in die Schweinspension; bei standard.at „in Pension geschickt“.Bettina Figl: Das Schweinderl wird fetter, bei wienerzeitung.at

Sujet der Spots ist laut Eigendarstellung des werbenden Unternehmens ein „freches, aber wissbegieriges Schweinderl, das stets viele schlaue Fragen an den Bauer hat“., Firmen-Webpräsenz von janatuerlich.at Jeder Werbespot beginnt mit der Phrase, „gesprochen“ vom synchronisierten Schweinchen, „Spitzt’s eure Schweinsohrn, los geht’s!“ und endet mit dem Werbeslogan als Phrase „Ja! Natürlich“. Dazu wird ein Schweinchen beim Fressen gefilmt und die Kaubewegungen mit der Synchronstimme der Werberin Rosa Haider-Merlicek unterlegt.Sascha Bunda: Merlicek & Grossebner und Ja! Natürlich: Schweinderl kehrt heim, bei horizont.at. Abgerufen am 19. Juli 2020.

Neben dem „Schweinderl“ tritt seit der ersten Folge der Schauspieler Wolfgang Lesky in der Rolle eines Bauern im rotkarierten Hemd auf. Da er im Privatleben eine Brille trägt, wird er auf der Straße selten erkannt. Er tritt in den Werbespots mit dem „Schweinderl“ in einen Dialog und spricht es dabei auch als „Schweinderl“ an. Seine Stimme wird beim Dreh direkt aufgenommen.

Regisseur aller Folgen ist Stefan Ruzowitzky, Regisseur unter anderem des oscarprämierten Films Die Fälscher.

Erdacht wurde die Werbelinie von der österreichischen Werbeagentur Demner, Merlicek & Bergmann. Die Spots (oder deren Schöpfer) erhielten Auszeichnungen, beispielsweise den Effie-Award in Gold und Platin, den Staatspreis Werbung und die ORF-Werbetrommel in Silber. Seit 2018 zeichnet die Werbeagentur Merlicek & Partner für die Werbespots verantwortlich.

Kritik Es wird kritisiert, dass mit diesen Werbespots „Landwirtschaft von einer verniedlichenden, romantischen, aber keinesfalls in der Realität existierenden Seite dargestellt wird“.Mersiha Kasupovic: Mayerl attackiert Billa in einem offenen Brief, bei kleinezeitung.at

Trivia Wie beim Film üblich sind manche als Requisiten außerhalb der Pflücksaison verwendete Lebensmittel mitunter Imitate (beispielsweise Himbeeren im Mai).

Rezeption Die populäre Werbesendung wird gerne satirisch parodiert:

Tagespresse-Satire „Ja! Natürlich“-Schwein blitzt mit Forderung nach Gehaltserhöhung ab.„Ja! Natürlich“-Schwein blitzt mit Forderung nach Gehaltserhöhung ab, bei dietagespresse.com

In einer Anspielung des ORF hätte ab 2010Kein „grüner Anstrich“ bei orf.at der Ex-Politiker Joschka Fischer anstatt oder wie das Schweinderl das Nachhaltigkeitskonzept des Rewe-Konzerns, der Konzernmutter von Billa, verbessern sollen.Ja, Joschka! bei orf.at

Weblinks Katharina Seiser: Alles Roger. , Maxima, Oktober 2008, abgerufen im Januar 2018.

Einzelnachweise

Kategorie:Werbefigur Kategorie:Fiktives Schwein Kategorie:Rewe Group