mini|hochkant|Barbara von Annenkoff Barbara von Annenkoff (* 25. Februar 1898Laut Heiratsregister Standesamt Berlin-Charlottenburg I, Nr. 58/1930 (Landesarchiv Berlin) und Annenkoffs Reichsfilmkammerakte (Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde). Das Heiratsregister des Standesamts Berlin-Charlottenburg I, Nr. 336/1924 gibt den 13. Februar an. In beiden Heiratsurkunden ist als ihr Name Barbara von Annenkoff eingetragen, gemäß dem Geburtsregister 51/98 der Domkirche Petersburg. in St. Petersburg, Russland; † 30. November 1978 in Baden-Baden) war eine russischstämmige, deutsche Schauspielerin bei Bühne, Film und Fernsehen.
Leben und Wirken Die aus altem russischen Adel stammende Barbara von Annenkoff war die Enkelin des Publizisten, Literatur- und Theaterkritiker Pawel Annenkow (1813–1887), der vor allem als Herausgeber der Werke Alexander Puschkins bekannt wurde und 1846 einen Briefwechsel mit Karl Marx führte. Infolge der Oktoberrevolution 1917 verließ sie wie viele belarussische Künstler die junge Sowjetunion Richtung Westen und ließ sich in Berlin nieder.
Im Alter von 25 Jahren knüpfte sie Kontakte zur blühenden deutschen Filmindustrie und spielte Haupt- wie Nebenrollen in künstlerisch nicht allzu bedeutenden Streifen von eher zweitrangigen Regisseuren, darunter Wolfgang Neff, Adolf Edgar Licho, James Bauer und Erich Waschneck. In Hans Neumanns heftig umstrittener Modernisierung von William Shakespeares Ein Sommernachtstraum verkörperte Annenkoff 1925 die Helena. Mehrfach wurde die Künstlerin mit der eleganten Erscheinung als hochadelige Dame der Gesellschaft besetzt, so beispielsweise als Fürstin von Kantorowitz in Nunzio Malasommas Eine Minute vor Zwölf und als Fürstin Endoxia in Alexander Rasumnys Roman-Adaption Fürst oder Clown.
Ihren Einstand beim Tonfilm gab Barbara von Annenkoff erst recht spät, und dort konnte sie nie so recht Fuß fassen und musste sich überdies mit stetig kleiner werdenden Rollen begnügen. Zu ihrem alten Rollenfach der Grande Dame kehrte sie 1937 in Gerhard Lamprechts Flaubert-Verfilmung Madame Bovary und verkörperte dort die Marquise de Andervillier. Ihren Lebensabend verbrachte sie in Baden-Baden, wo schon seit Dostojewskis Zeiten die russische Adelselite in Deutschland ihre Zelte aufgeschlagen hatte. In der beschaulichen Bäder- und Casino-Stadt trat sie sporadisch auch auf der Theaterbühne auf und wirkte verschiedentlich in Hörspielen mit, etwa unter der Regie Gert Westphals in dem vom SWF hergestellten Zweig-Stück Ungeduld des Herzens (1961) sowie in den Roman-Adaptionen Die grünen Fensterläden (1964) und in Der Zug (1966) von Georges Simenon.
Filmografie 1919: Die Hoffnung auf Segen 1924: Die Luftfahrt über den Ozean 1924: Der Sturz ins Glück 1924: Die Fahrt ins Verderben 1925: Ein Sommernachtstraum 1925: Sündenbabel 1925: Eine Minute vor Zwölf 1926: Mein Freund der Chauffeur 1926: Derby 1927: Bismarck 1862–1898 1927: Das Erwachen des Weibes 1927: Höhere Töchter 1927: Fürst oder Clown 1934: Petersburger Nächte. Walzer an der Newa 1935: Mazurka 1936: Der Kaiser von Kalifornien 1937: Madame Bovary 1941: Tanz mit dem Kaiser 1962: Das lange Weihnachtsmahl (Fernsehfilm)
Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A–Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, , S. 35.
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