Hermann Heinrich Emil Theodor von Lettow-Vorbeck, häufig nur Hermann von Lettow, (* 16. September 1835 in Mallschütz; † 3. Februar 1913) war ein preußischer General der Infanterie.

Leben Herkunft Hermann entstammte dem pommerschen Uradelsgeschlecht Lettow-Vorbeck. Er war ein Sohn des Johann von Lettow-Vorbeck (1787–1855) und dessen zweiten Ehefrau Adelheid, geborene von Brauneck (1810–1859). Seine Familienlinie schrieb sich zumeist nur von Lettow.

Militärkarriere Aus dem Kadettenkorps kommend wurde Lettow-Vorbeck am 29. April 1854 als Sekondeleutnant dem Kaiser Alexander Grenadier-Regiment der Preußischen Armee überwiesen. Er stieg im Januar 1861 zum Premierleutnant auf und war ab Mitte August desselben Jahres als Adjutant der 2. Garde-Division kommandiert. Mit der Beförderung zum Hauptmann folgte am 7. November 1865 seine Versetzung als Kompaniechef in das 1. Ostpreußischen Grenadier-Regiment Nr. 1 „Kronprinz“. Lettow-Vorbeck führte seine Kompanie 1866 während des Krieges gegen Österreich in der Schlacht bei Trautenau, wurde dabei schwer verwundet und mit dem Roten Adlerorden IV. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet.

Nach dem Krieg folgte Anfang Februar 1867 eine Kommandierung in das Kriegsministerium und am 30. April 1867 seine Versetzung hierher. Als Major nahm Lettow-Vorbeck beim mobilen Stab des Kriegsministers von Roon im Großen Hauptquartier des Königs 1870/71 am Krieg gegen Frankreich teil. Er kämpfte bei Gravelotte, Beaumont, Sedan sowie vor Paris und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Nach dem Friedensschluss begleitete Lettow-Vorbeck den Kaiser im Sommer 1872 nach Bad Ems und Bad Gastein. Mitte Juni 1873 trat er dann mit der Ernennung zum Bataillonskommandeur im 3. Pommerschen Infanterie-Regiment in den Truppendienst zurück und stieg im Juli 1875 zum Oberstleutnant auf. Vom 28. Oktober 1875 bis zum 5. November 1879 war Lettow-Vorbeck als Kommandeur des Füsilier-Bataillons im 1. Garde-Regiment zu Fuß tätig. Anschließend beauftragte man ihn als Oberst unter Stellung à la suite mit der Führung des 3. Ostpreußischen Grenadier-Regiments Nr. 4 und ernannte ihn am 13. Januar 1880 zum Kommandeur dieses Regiments. Daran schloss sich ab dem 7. Juli 1883 eine Verwendung als Kommandeur des 4. Garde-Regiments zu Fuß an, bis man ihn am 26. März 1885 unter Stellung à la suite mit der Führung der 62. Infanterie-Brigade in Straßburg beauftragte. Mit seiner Beförderung zum Generalmajor wurde Lettow-Vorbeck am 16. September 1885 Kommandeur dieser Brigade. Am 2. August 1888 zunächst mit der Führung der 19. Division in Hannover beauftragt, wurde er schließlich am 19. September 1888 unter Beförderung zum Generalleutnant zum Kommandeur dieses Großverbandes ernannt. In dieser Stellung verlieh ihm Großherzog Peter II. das Ehrengroßkreuz des Oldenburgischen Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig.Militär-Wochenblatt. Nr. 81, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin vom 16. September 1891, S. 2072. Am 5. Januar 1892 wurde Lettow-Vorbeck zu den Offizieren von der Armee versetzt und am 23. Januar 1892 mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt. Kaiser Wilhelm II. zeichnete ihn anlässlich seiner Verabschiedung mit dem Kronenorden I. KlasseMilitär-Wochenblatt. Nr. 6, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin vom 20. Januar 1892, S. 167. aus und verlieh Lettow-Vorbeck am 12. September 1895 den Charakter als General der Infanterie. Zudem erhielt er am 29. April 1904 die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1.

Nach seiner Verabschiedung lebte er auf seinem Gut Groß Reetz in Pommern, welches zunächst seine Ehefrau erbte. Hermann von Lettow war u. a. MitgliedL. Beissner: Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. 1901. Nr. 10, mit: Mitglieder-Liste, Selbstverlag Expedition L. Beissner, Bonn / Wendisch-Wilmersdorf 1901, S. 123. der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft.

Familie Lettow-Vorbeck hatte sich am 7. Januar 1867 in Berlin mit Hildegard von Selchow (1845–1923), Tochter der Karoline von Hanstein und des Staatsministers Werner von Selchow, verheiratet. Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor:

Adele (1867–1949), Gutsbesitzerin, zunächst auf AltmühlErnst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Pommern. . Verzeichnis. Handbuch der Königlichen Behörden. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Güter-Adressbücher. Band I, 4. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 158–159. bei Pielburg im Kreis Neustettin, dann in Schlochow Kreis Lauenburg Mechela (1868–1941) ⚭ 29. März 1894 Siegfried von La Chevallerie (1860–1950), deutscher General der Artillerie Klaus (1870–1932), preußischer Kammerherr, Erbe zu Gut Groß Reetz ⚭ Adda Gräfin Finck von Finckenstein-Jäskendorf Wilfrid (1871–1918), preußischer Oberst ⚭ Hildegard von Schwerin, Tochter des Albert Graf von Zieten-Schwerin Alexander (1881–1914), preußischer Oberleutnant, Ehrenritter des Johanniterordens ⚭ Gustava Freiin von Rheinbaben, Tochter des Georg von Rheinbaben

Literatur Hans Friedrich von Ehrenkrook, Walter von Hueck, u. a.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1960. Band IV, Band 22 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1960, , S. 468–470. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1941. Vierzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 270–271. Paul Curtius: Offizier-Stammliste des Königlich Preußischen 4. Garde-Regiments zu Fuß. 1860–1905. Verlag R. Eisenschmidt, Berlin 1905, S. 120. von Lindequist, Claus von Lettow-Vorbeck: Gedenkblätter zur Rang-Liste des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments No. 1. Verlag W. Moeser, Berlin 1899, S. 132–133. Marcelli Janecki: Jahrbuch des Deutschen Adels. Zweiter Band, Hrsg. Deutsche Adelsgenossenschaft, Vaterländische Verlagsanstalt, W. T. Bruer, Berlin 1898, S. 454–455.

Einzelnachweise

Kategorie:General der Infanterie (Königreich Preußen) Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 1. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 1. Klasse Kategorie:Ehrenritter (Johanniterorden) Kategorie:Großkreuz des Oldenburgischen Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig Hermann Kategorie:Preuße Kategorie:Geboren 1835 Kategorie:Gestorben 1913 Kategorie:Mann