Elkenroth ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain an. Mundartlich wird der Ort „Elgert“ genannt.

Geographische Lage Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Betzdorf und Hachenburg am Nordrand des „Neunkhausener Plateaus“. Die höchste Erhebung der Gemarkung ist der Hasselichskopf (508 m ü. NHN). Nachbargemeinden sind Dickendorf und Kausen im Nordwesten, Weitefeld im Osten, Neunkhausen im Südosten, Nauroth im Süden und Rosenheim im Südwesten.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung als „Elkerode“ stammt aus einer Marienstätter Urkunde aus dem Jahre 1370. Die Endung -roth deutet auf eine Gründung in der fränkischen Rodungsperiode im 9. und 10. Jahrhundert hin.

Bis Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte Elkenroth landesherrlich zur Grafschaft Sayn. Die Einwohner wurden nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Sayn erst lutherisch und später reformiert.Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, S. 74–80. 1611 ist eine Mühle in Elkenroth belegt.Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, S. 222, 229. Nach der Landesteilung der Grafschaft Sayn im 17. Jahrhundert zählte Elkenroth zur Grafschaft Sayn-Altenkirchen.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen wurde die Region an das Königreich Preußen abgetreten. Unter der preußischen Verwaltung wurde Elkenroth der Bürgermeisterei Gebhardshain im neu errichten Kreis Altenkirchen (Regierungsbezirk Koblenz) zugeordnet, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.

Seit Gründung des Landes ist Elkenroth ein Teil von Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung mini|400px|links|Einwohnerentwicklung von Elkenroth von 1815 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Elkenroth, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten

Jahr Einwohner 1815 287 1835 337 1871 389 1905 598 1939 937 1950 1.051 Jahr Einwohner 1961 1.242 1970 1.489 1987 1.555 1997 1.838 2005 1.870 2017 1.814 mini|295px|Katholische Kirche St. Elisabeth in Elkenroth, erbaut 1872

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Elkenroth besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl FWG WGH WGA WGK Gesamt 2024 11 5 – – 16 Sitze 2019 7 9 – – 16 Sitze 2014 8 – 7 1 16 Sitze 2009 per Mehrheitswahl 16 Sitze WGH = Wählergruppe Heidrich (offene Liste mit "Bürger für Elkenroth") WGA = Wählergruppe Arndt – Bürger für Elkenroth WGK = Wählergruppe Krombach

Bürgermeister Ortsbürgermeister von Elkenroth ist Peter Schwan (FWG). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 74,16 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 74,3 % jeweils für fünf Jahre wiedergewählt.

Wappen

Sehenswürdigkeiten mini|Frühling in Elkenroth Der Elkenrother Weiher ist ein künstlich angelegter Weiher im Naturschutzgebiet „Weidenbruch“ in der Gemarkung Elkenroth. Seine Ursprünge gehen zurück auf mehrere im Mittelalter hintereinander angelegte Fischteiche am Oberlauf des Elbbaches zwischen Elkenroth und Weitefeld. Heute befindet sich dort ein Lehrpfad des Fischereivereines, den dieser vor ein paar Jahren um den Weiher angelegt hat. Die erbaute Fischerhütte dient nicht nur dem örtlichen Fischereiverein, sondern lädt auch zur Rast im Naherholungsgebiet. Das Elkenrother „Backhaus“ ist auch eine Sehenswürdigkeit, die die Ortsgemeinde Elkenroth zu bieten hat. Außerdem besitzt die Ortsgemeinde Elkenroth einen DFB-Minifußballplatz. Im Steinbornpark sind die Schleuderräder der ehemaligen Sandmühle an der Weitefelder Straße aufgestellt.

Die über das Elbbachtal bei Elkenroth gespannte Brücke ist mit 300 m Länge eine der größten Landesstraßenbrücken in Rheinland-Pfalz.

Verkehr Beim Bau der Bahnstrecke Scheuerfeld–Emmerzhausen bekam Elkenroth 1913 einen Bahnhof an der ursprünglichen Streckenführung nach Nauroth, an den der Name der Altbahnhofstraße erinnert. Als diese 1931 aufgegeben und über Rosenheim und Luckenbach neu trassiert wurde, entstand auf der 1926 ergänzten ursprünglichen Privatanschlussbahn ein Haltepunkt am Bahnübergang Betzdorfer Straße und kurz vor dem Weiher ein Güterbahnhof.

Den Personenverkehr verlegte die Westerwaldbahn GmbH 1960 vollständig auf den Omnibus, den Güterverkehr stellte sie 2017 ein.

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Elkenroth Liste der Naturdenkmale in Elkenroth

Literatur Heinrich Arndt: 150 Jahre Kirche in Elkenroth 1872-2022, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 65 (2022), S. 59–64. Heinrich W. Arndt: Elkenroth. Chronik meines Heimatortes, Elkenroth 2009, ISBN 978-3-00-028958-3. Konrad Fuchs: Geschichte der Verbandsgemeinde Gebhardshain. 1815–1970. Verlag Hermann Schmidt, Mainz 1982, ISBN 3-87439-082-9. Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 59 (2016), S. 219–237. Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 58 (2015), S. 74–80.

Weblinks

Ortsgemeinde Elkenroth auf den Seiten der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Kategorie:Ersterwähnung 1370