mini|Kirche St. Maria und Wendel, Illesheim

Illesheim (fränkisch: IllesaE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 108. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ilɘsɒ“.) ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern).

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt etwa 50 km westlich von Nürnberg und 18 km nordöstlich von Rothenburg ob der Tauber. Die knapp westlich entspringende Aisch berührt die Ortschaft Illesheim im Norden. Südlich der Bahnstrecke Neustadt (Aisch)–Steinach bei Rothenburg befindet sich der Hubschrauberstützpunkt Storck Barracks.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Bad Windsheim, Obernzenn, Oberdachstetten, Marktbergel und Burgbernheim.

Gemeindegliederung Es gibt sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Aischmühle (Einöde) Eisenmühle (Einöde) Gackenmühle (Einöde) Illesheim (Pfarrdorf) Sontheim (Dorf) Urfersheim (Pfarrdorf) Westheim (Pfarrdorf)

Die Einöde Penleinsmühle zählt zum Gemeindeteil Sontheim.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Illesheim, Urfersheim und Westheim. Die Gemarkung Illesheim hat eine Fläche von 5,297 km². Sie ist in 664 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7977,99 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Aischmühle, Eisenmühle und Gackenmühle.

Geschichte mini|Eppelein von Gailingen im Gefängnis, Kupferstich

Der Ort wurde 1136 als „Hillinsheim“ erstmals urkundlich erwähnt.StAWü, Kloster St. Stephan Würzburg Urkunden 12 Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname „Hillin“.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 108 f.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 110. Im ehemaligen Rittergut Illesheim, welches sich zunächst die Herren von Illesheim, die Herren Esler von Illesheim und die Herren von Gailingen-Illesheim teilten, gab es dementsprechend auch drei Adelssitze. Dies waren die Burg Illesheim, die Burg Röllinghausen und wohl noch eine dritte Burg. Die Quellen, wo welche Burg stand, sind nicht ganz eindeutig, da deren Standorte nicht explizit erwähnt werden. Laut Bayerischem Denkmalregister stand eine Wasserburg nördlich der Aisch (Denkmalnummer D-5-75-133-4) und eine weitere Wasserburg am nordwestlichen Ortsrand (Denkmalnummer D-5-75-133-3) von Illesheim südlich der Aisch. Schirmer beschreibt Burg Röllinghausen wäre „auf der östlichen Spitze“ von Illesheim gestanden und nach der Zerstörung im Bauernkrieg auch wieder aufgebaut worden zu sein, schließlich aber abgebrochen und ein Bauernhof an gleicher Stelle errichtet der den Namen Röllingshof trug.Christian Wilhelm Schirmer: Geschichte des Rittersitzes und Pfarrdorfes Illesheim, königl. Landgerichtes Windsheim, Nürnberg 1842, S. 44 Diese Aussage deckt sich jedoch nicht mit den Befunden des Landesamts für Denkmalpflege, welche kein Bodendenkmal im Osten von Illesheim ausweisen.

Illesheim ist der Geburtsort von Eppelein von Gailingen. Die Burg Röllinghausen, Sitz der Herren von Gailingen, die 1381 in einer Fehde des Raubritters Eppelein von Gailingen mit dem Nürnberger Burggrafen zerstört und nach Wiederaufbau im Bauernkrieg von 1525 endgültig zerstört wurde.Eugen Schöler: Historische Familienwappen in Franken. 1982, S. 48.H. K. Ramisch: Landkreis Uffenheim, S. 122. Durch Heirat kam 1517 die Hälfte des Rittergutes Illesheim an den Ritter Götz von Berlichingen der kurze Zeit danach auch die andere Hälfte übernahm. Auf die Berlichinger geht auch das heute noch vorhandene Schloss Illesheim zurück. Sie waren bis 1833 in Illesheim präsent.

Das Kloster Heilsbronn erwarb in Illesheim nur wenige Gefälle.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 383.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Illesheim 41 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Schultheißenamt Burgbernheim aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatten die Reichsstadt Windsheim und das Rittergut Illesheim gemeinsam inne. Grundherren waren die Reichsstadt Windsheim (19 Anwesen: Pfarrhaus, Schulhaus, 1 Wohngut, 4 Höfe, 1 Viertelhof, 5 Wohngüter, Gut, 1 Gütlein, 1 Häckersgut, 4 Mühlen), das Rittergut Illesheim (17 Anwesen: 2 Halbhöfe, 1 Mühle, 4 Güter, 2 Gütlein, 4 Sölden, 1 Häckersgut, 2 Häuser), das Hofkastenamt Ansbach (1 Hof), die Pfarrei Ottenhofen (1 Gut) und die Pfarrei Illesheim (1 Gut, 1 Sölde, 1 Mühle).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 104. Das Rittergut Illesheim gehörte zu dieser Zeit den Freiherren von Berlichingen-Jagsthausen und war dem Ritterkanton Odenwald steuerbar. Es hatte nur in Illesheim die Dorf- und Gemeindeherrschaft teilweise inne. Neben den 17 Anwesen in Illesheim war es noch Grundherr in Ergersheim (1 Anwesen), Pfaffenhofen (1), Schwebheim (1) und Wiebelsheim (3).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 72.

1801 gab es im Ort 40 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 12.

Im Jahre 1810 kam Illesheim an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Schwebheim und der 1817 gebildeten Ruralgemeinde Schwebheim zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Illesheim, zu der Aisch-, Eisen- und Gackenmühle gehörten.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 227. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und die Polizei für 14 Anwesen hatte jedoch bis 1848 das Patrimonialgericht Illesheim inne.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 213. Ab 1862 gehörte Illesheim zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1932 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 5,305 km².

Eingemeindungen Am 1. Juli 1975 wurden die Gemeinden Urfersheim und Westheim eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 811 auf 934 bzw. um 15,2 %.

Gemeinde Illesheim Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2005 2011 2016Einwohner 276 297 283 288 270 281 264 273 295 286 297 287 275 265 270 272 298 1434 594 821 517 425 849 902 954 906HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 52 56 64 56 55 56 53 92 99 224 303 313Quelle Für die Gemeinde Illesheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Aischmühle (S. 4), Eisenmühle (S. 22) und Gackenmühle (S. 28) Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 298 Einwohner

Ort Illesheim Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 258 280 266 260 272 260 254 795 501 413 355 490Häuser 49 54 52 52 50 88 95 102 Quelle

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Burgbernheim.

Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat: Website der Gemeinde Illesheim. Abgerufen am 31. Juli 2020. Freie Bürger: sechs Sitze Freie Wähler: zwei Sitze

Erster Bürgermeister ist Roland Scheibenberger (FB).

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist weiß-schwarz-gelb.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Nördlich des Gemeindeteiles Sontheim befindet sich das Naturdenkmal Walsbrunnen.

Bau- und Bodendenkmäler

Schloss Illesheim Burgstall Illesheim Burg Röllinghausen

Infrastruktur Verkehr Illesheim hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Steinach bei Rothenburg–Bad Windsheim. 2 km südwestlich liegt der Schnittpunkt der Bundesstraßen 13 mit der 470, die direkt nördlich am Ortsrand vorbeiläuft. Die Kreisstraße NEA 39 führt nach Urfersheim (1,6 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Schwebheim (2,1 km westlich).

Militär In der Gemeinde befinden sich der Flugplatz Illesheim mit den Storck Barracks, ein großer Hubschrauberstützpunkt, der von der United States Army betrieben wird. Am 29. April 2015 gab die United States Army im Zusammenhang mit der Umstrukturierung der 12. Kampfhubschrauberbrigade eine umfangreiche Truppenreduzierung bekannt.

Medien In Illesheim befindet sich ein Sender zur Verbreitung des Radioprogramms von AFN Bavaria – The Eagle auf der UKW-Frequenz 104,9 MHz mit 380 W.

Söhne und Töchter der Stadt Eppelein von Gailingen (1320–1381), fränkischer Raubritter Georg Pencz (1500–1550), Schüler Dürers und dessen Nachfolger als Stadtmaler von Nürnberg

Literatur

Weblinks

Gemeinde Illesheim

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ersterwähnung 1136 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Ort an der Aisch

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim