Die Weddigen war ein Vorpostenboot der Kaiserlichen Marine. Anfang Februar 1918 war sie Führerboot einer Geleitflottille für U-Boote und geriet mit der Flottille vor Helgoland in eine deutsche Minensperre, wobei innerhalb von zwei Tagen sieben Boote sanken und ein Großteil der Besatzungen fiel. Benannt war der Fischdampfer nach Otto Weddigen.
Geschichte mini|links|Deutsche Vorpostenboote in See
Die Weddigen gehörte zu einer von der Kaiserlichen Marine eigens für den Vorpostendienst konstruierten Serie von Fischdampfern. Im Mai 1917 wurde sie der Vorpostenflottille Ems zugeteilt und diente in der 2. Halb-Flottille.
Am 3. Februar 1918 war die Weddigen Führerboot der Geleitgruppe der 2. Halbflottille der Vorpostenflottille der Ems. Kommandant und gleichzeitig Führer der Geleitgruppe war Leutnant zur See der Seewehr II Johann Steiger. Die Aufgabe bestand in der Schleusung der U-Boote UB 65 und U 104 durch den sogenannten Weg Blau durch die deutschen Minensperren bei Hornsriff. Dabei geriet die Geleitgruppe noch am selben Tag vor Helgoland in ein Minenfeld. Innerhalb von zwei Tagen sanken bei dem Schleusungsunternehmen durch Minenberührung sieben Boote; die Weddigen am 3. Februar um 18.30 Uhr auf Position ; bei den 28 Gefallenen handelte es sich offenbar um die gesamte Besatzung. Insgesamt waren betroffen:
1) Die Vorpostenflottille der Ems (109 Gefallene):
Weddigen Rheinfels Anneliese Brockeswalde
2) Hilfsminensuch-Halbflottille der Nordsee (31 Gefallene):
Kleiss Seestern Flensburg
Die Gründe für das Unglück wurden in der amtlichen Seekriegsgeschichte 1965 folgendermaßen geschildert:
Schwesterschiffe Geier, Hersing, Boelcke, Immelmann, Georg Rhode, Graf Zeppelin.
Literatur Gerhard P. Groß (Hg.): Der Krieg zur See 1914–1918. Der Krieg in der Nordsee, Band 7. Vom Sommer 1917 bis zum Kriegsende 1918. Kritische Edition, Hamburg/Berlin/Bonn (Verlag E. S. Mittler & Sohn), 2006. ISBN 3-8132-0855-9. Die ursprüngliche Ausgabe war von Admiral a. D. Walter Gladisch bearbeitet worden und erschien in Frankfurt am Main 1965. Erich Gröner, Dieter Jung, Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945, Band 8/1: Flußfahrzeuge, Ujäger, Vorpostenboote, Hilfsminensucher, Küstenschutzverbände (Teil 1), Bonn 1993, ISBN 3-7637-4807-5, S. 194f., Band 2, S. 533.
Weblinks Gefallenenliste der Weddigen bei denkmalprojekt.org
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