mini|hochkant=1.4|Valle de Amblés bei Mironcillo Das Valle de Amblés ist ein etwa 500 km² umfassendes Hochtal im Norden der Sierra de Gredos und ein Gemeindeverband (mancomunidad oder comarca) im Zentrum der spanischen Provinz Ávila in der Autonomen Region Kastilien-León.

Lage Das heutzutage nahezu entwaldete Hochtal des Valle de Amblés befindet sich nördlich des Gebirgszugs der Sierra de Gredos in der Provinz Ávila in einer Höhe von rund 1000 bis 1500 m ü. d. M., wobei alle Siedlungen in Höhen zwischen 1050 und 1200 m liegen. In der Talsohle fließt der Río Adaja. Historisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Region ist die im Osten des Tals gelegene Stadt Ávila.Valle de Amblés – Karte mit Höhenangaben Trotz der eher geringen Regenfälle (ca. 450 mm/Jahr) ist die Landschaft von zahlreichen Bächen (arroyos) und kleinen Flüssen (ríos) durchzogen, die allerdings im Sommer und Frühherbst regelmäßig trockenfallen.

Gemeinden mini|hochkant=1.4|Landschaft bei Mironcillo mini|hochkant=1.4|Landschaft bei Villatoro mini|hochkant=1.4|Berglandschaft bei Sotalbo Der Gemeindeverband (comarca) besteht aus 23 municipios mit ungefähr 15 Weilern und insgesamt knapp 5.000 Einwohnern. Der teilweise dramatische Bevölkerungsrückgang seit den 1950er Jahren ist in der Hauptsache auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und den damit einhergehenden Verlust an Arbeitsplätzen zurückzuführen. Gemeinde Höhe ü. M. Fläche km² Einwohner 1900 Einwohner 1950 Einwohner 2017 Amavida 1165 15,0 472 527 139 El Fresno 1075 12,6 381 922 405 Gemuño 1100 17,1 919 1.161 234 La Colilla 1130 11,3 308 480 328 La Hija de Dios 1180 12,5 302 421 81 La Serrada (Ávila) 1105 7,3 309 301 117 La Torre (Ávila) 1130 11,4 447 376 246 Mironcillo 1125 15,2 293 468 93 Muñana 1170 33,6 849 1.079 408 Muñogalindo 1130 18,8 680 725 343 Muñopepe 1120 6,0 142 165 106 Muñotello 1170 19,0 594 582 63 Niharra 1090 11,3 381 366 188 Narros del Puerto 1150 10,4 320 372 23 Padiernos 1100 37,0 518 558 269 Poveda (Ávila) 1200 7,2 217 243 47 Pradosegar 1175 11,3 399 520 132 Riofrío (Ávila) 1180 65,5 1.120 1.080 223 Salobral 1085 7,5 244 223 102 Santa María del Arroyo 1150 11,1 232 233 112 Solosancho 1125 52,0 1.207 2.023 859 Sotalbo 1155 90,5 571 732 237 Villatoro 1185 56,0 950 668 178

Wirtschaft Die traditionelle Selbstversorgungswirtschaft auf den halbwegs fruchtbaren aber regenarmen Böden des Valle de Amblés basiert auf wenigen Produkten: Als Grundnahrungsmittel wurde früher hauptsächlich Gerste angebaut, aus welcher kein Brot, sondern Brei oder Suppe hergestellt wurde; darüber hinaus gab es Obstbäume und Gartengemüse wie Zwiebeln, Karotten, Kohl etc. Im 17./18. Jahrhundert kamen auch Kartoffeln hinzu. Tierische Produkte waren Eier sowie Milch, Käse und Fleisch von Schafen und Ziegen. Heute spielen der Anbau von Weizen sowie der sommerliche Ausflugstourismus und die Vermietung von Ferienwohnungen (casas rurales) wichtige Rollen im Wirtschaftsleben der Gemeinden.

Geschichte Der Abri de La Atalaya (span. Abrigo de La Atalaya) datiert auf 5000 bis 3500 v. Chr. und steht mit der frühneolithischen Bevölkerung in Verbindung, die Abris am Talrand nutzte und bemalte. Bronze- oder eisenzeitliche Siedler hinterließen nur unbedeutende Spuren. Keltischen Ursprungs ist sehr wahrscheinlich das Castro de Ulaca. Römer, Westgoten und Mauren kümmerten sich nur am Rande um diese abgelegene und ehemals bewaldete Region, die lange Zeit nur als Durchgangsweg zwischen Mérida (Emerita Augusta), Ávila (Obila), Segovia und Soria (Numantia) von Bedeutung war und wahrscheinlich erst ab dem Mittelalter nach und nach dauerhafter besiedelt wurde. Im Jahr 1250 wird das Valle Amblés mit ungefähr 40 Dörfern erstmals urkundlich erwähnt, doch nur wenige der genannten Orte lassen sich unzweifelhaft mit heutigen Ortsnamen in Verbindung bringen.Valle de Ambles – Geschichte

Sehenswürdigkeiten Bedeutendste Sehenswürdigkeit ist die keltische (vielleicht vettonische) Höhenfestung des Castro de UlacaCastro de UlacaCastro de Ulaca auf dem Gemeindegebiet von Solosancho; über das ganze Gebiet verteilt finden sich weitere Bergfestungen aus dieser Zeit (z. B. Castro de Las Cogotas) sowie mehrere keltische Tierfiguren (verracos). Im Norden der Gemeinde Solosancho überquert eine in ihrem Ursprung möglicherweise aus der Antike stammende „Römerbrücke“ den Río Adaja. Beim Ort Mironcillo erhebt sich das spätmittelalterliche Castillo de Aunqueospese. Die meisten Orte verfügen nur über kleine Kirchen aus dem 16./17. Jahrhundert, denen im 18. Jahrhundert eine meist kleine halboffene Südvorhalle (portico) vorgesetzt wurde. Das jeweilige Kirchenschiff wird oft von einer Artesonado-Holzbalkendecke mit Zugankern überspannt; aufwendig geschnitzte oder bemalte barocke Altarretabel waren vielen Dorfbewohnern wohl zu teuer und sind infolgedessen eher selten. Eine Ausnahme bildet lediglich die dreischiffige und reich ausgestattete Iglesia de San Miguel Arcángel in Villatoro.Kirchen und Kapellen im Valle de Amblés

Weblinks

Valle de Amblés – Foto + Infos (spanisch) Valle de Amblés – Fotos

Einzelnachweise

Kategorie:Provinz Ávila