mini|Stempel der US-amerikanischen Feldpost, Ramstein Air Base Der Artikel Amerikanische Feldpost im Kalten Krieg gibt einen Überblick über die Postversorgung der US-amerikanischen Streitkräfte, der Soldaten und ihrer Familien in Übersee. Das Lemma ergänzt die Seite Territorialorganisation der US-Streitkräfte in Deutschland; es listet darüber hinaus die amerikanischen Militärpostämter (MPO) im Kommandobereich United States European Command (USEUCOM) auf und greift bis in den Nahen Osten und nach Nordafrika aus. Die postalische Organisation spiegelt die militärische Organisation und gibt damit einen Gesamtüberblick über das militärische Engagement der USA in Westeuropa. Zugleich dienten zahlreiche MPO auch den diplomatischen Vertretungen der USA; interessant in diesem Zusammenhang ist die Anbindung der Botschaft in Moskau an das Leitpostamt Rhein Main Air Base (Frankfurt) sowie der Botschaft in Helsinki an Lindsey AIr Station (Wiesbaden).
Rechtsgrundlage und Gebühren
Einleitend ist anzumerken, dass in dieser Zeit in allen Staaten die Postbeförderung als staatlicher Hoheitsakt betrachtet wurde – in der Bundesrepublik Deutschland bestand ein Bundespostministerium bis 1997 und die Mitarbeiter der Post waren im Regelfall Beamte – und es undenkbar erschien, einem fremden Staat die Beförderung militärischer Dienstpost anzuvertrauen. Daher regelte das „Zusatzabkommen zu dem Abkommen zwischen den Parteien des Nordatlantikvertrages über die Rechtsstellung ihrer Truppen hinsichtlich der in der Bundesrepublik Deutschland stationierten ausländischen Truppen“ (NATO-Truppenstatut von 1951) vom 3. August 1959 das schon von Anbeginn der Stationierung praktizierte Verfahren rechtsgültig.
Grundsätzlich galt, dass die Militärpost des Stationierungsstaates das Recht besaß, Post innerhalb und außerhalb des Bundesgebiets zu versenden oder auch die Militärpost einer anderen Stationierungsmacht zu nutzen. Der Austausch mit der Deutschen Bundespost erfolgte über festgelegte Postämter. Den Angehörigen, dem sogenannten „militärischen Gefolge“, stand es frei, die Militärpost zu benutzen. Dienstliche Postsendungen waren gebührenfrei, Privatpost in die USA und nach Deutschland musste zum jeweils gültigen Inlandstarif in US-Dollar freigemacht werden.
Organisation des USAREUR Postwesens
Mit Stabsbefehl vom 26. Juni 1952 wurde die amerikanische Feldpost der Stabsabteilung des Stellvertreters des Kommandierenden Generals (Adjutant General Division, HQ, USAREUR) unterstellt. Es bestanden drei Einheiten: 17th Army Postal Unit in Paris Theater Postal Finance Office in Würzburg 28th Base Post Office in Bremerhaven
Bis 1960 wurde ein Base Postal Office in Metz und elf Army Postal Units eingerichtet, die 28 Army Post Offices betrieben. Das Theater Postal Finance Office wurde von Würzburg nach Metz verlegt und mit dem Base Postal Office vereinigt.
Eine grundlegende neue Organisation wurde mit Stabsbefehl (Army General Order 148) vom 26. Februar 1969 geschaffen. Die sechs bestehenden Base Post Offices und 19 Army Postal Units wurden zu drei Adjutant General Companies (Postal) und elf Adjutant General Detachments (Postal) umgegliedert, zu denen in den folgenden Jahren noch sechs weitere Einheiten kamen. Von 1974 bis 1988 sah die Gliederung wie folgt aus:
Postal Company/Detachment Station Bemerkung139th AG Postal CoWallace Barracks, Stuttgartbis 1969 25th BPO226th AG Postal CoMcGraw Kaserne, Münchenbis 1969 26th BPO228th AG Postal CoBieberer Straße, Offenbachbis 1969 28th BPO in Gutleut Kaserne, Frankfurt15th AG Postal DetNeureut Kaserne, Karlsruhe26th AG Postal DetCamp Wildflecken30th AG Postal DetReady Barracks, Aschaffenburg40th AG Postal DetPioneer-Kaserne, Hanau41st AG Postal DetHusterhöh-Kaserne, Pirmasens48th AG Postal DetColeman Barracks, Mannheim-Sandhofen57th AG Postal DetEderle Caserma, Vicenza (IT)60th AG Postal DetSHAPE, Casteau (BE)61st AG Postal DetPendleton Barracks, Gießen65th AG Postal DetMain Post, Grafenwöhr Training Area111th AG Postal DetCarl Schurz Kaserne, Bremerhavenbis 1969 wechselnde BPO112th AG Postal DetAFCENT HQ, Brunssum (NL)115th AG Postal DetKleber Kaserne, Kaiserslauternbis 1974 22nd BPO125th AG Postal DetSmith Barracks, Baumholder127th AG Postal DetJohnson Barracks, Fürthbis 1974 27th BPO128th AG Postal DetWarner Barracks, Bamberg147th AG Postal DetCampbell Barracks, Heidelberg
Territoriale Organisation Die territoriale Organisation des europäischen Raumes für postalische Zwecke nach der massiven Verstärkung der US-Streitkräfte infolge des „Koreaschocks“ ab 1951 orientierte sich einerseits an den Staatsgrenzen, andererseits an den Grenzen der Kommandobereiche der Armee. Dies gilt insbesondere für das noch unter Besatzungsregime stehende Deutschland und für den Versorgungsweg der US-Truppen durch Frankreich. Zur Amerikanischen Zone in Deutschland gehörten Headquarters Area Command Heidelberg, Northern Area Command (Räume Frankfurt und Würzburg), Southern Area Command (Räume Stuttgart, Nürnberg und München) und Bremen Enclave sowie Wiesbaden Area Command für die Dienststellen der US Air Force. Western Area Command umfasste den Stationierungsraum in der Pfalz und Rheinhessen, der gemäß einer französisch-amerikanischen Übereinkunft, angeregt vom französischen Außenminister Robert Schuman auf der Konferenz des Außenministerrats in New York im September 1950, unterzeichnet von den Hochkommissaren und Oberbefehlshabern in Remagen am 2. März 1951, von US-Truppen eingenommen wurde. Das Abkommen erlaubte die Stationierung von US-Truppen in der nördlichen Französischen Zone westlich des Rheins und südlich der Linie Bingen – Idar-Oberstein, ausgenommen die Saar. Im Gegenzug wurden französischen Truppen in der Amerikanischen Zone stationiert.Exchange of Troops and Facilities US and French Zones 1950-1951, Historical Division 1952. Rheinland-Pfalz gehörte damit im Osten (Kaiserslautern, Ramstein) zu Western Area Command, im Westen (Bitburg) zu French Zone of Germany. Mit der gleichzeitigen Verlagerung des Hauptnachschubweges von Bremerhaven auf die französische Atlantikküste, wurden auch US-Truppen in Frankreich stationiert. Sie unterstanden dem Befehlshaber der „Communications Zone“ (COMZ) in Orléans und wurden in eine Base Section und eine Advance Section gegliedert, ausgenommen davon war der Raum Paris mit den NATO-Hauptquartieren im Camp des Loges, Marly-le-Roi und Fontainebleau. Die einzelnen Gebiete (Areas) erhielten eine ein- oder zweistellige Kennzahl:
Area Code Gebiet Area Code Gebiet Area Code Gebiet1British Zone of Germany11Netherlands40Western Area Command2French Zone of Germany12Norway50Berlin Command3Russian Zone of Germany14Spain60Bremen Enclave4Headquarters Area Command Heidelberg17Greece65Enroute to CONUS5Wiesbaden Area Command18Turkey71Orléans Installation USAREUR COMZ6Belgium19Middle East72Base Section USAREUR COMZ7Denmark20Northern Area Command73Advance Section USAREUR COMZ8England30Southern Area Command74Seine Area Command USAREUR COMZ10Italy
Weltweit war die amerikanische Feldpost nach vier Toren zur Welt (Gateways) geordnet, die zugleich die beiden ersten Ziffern der fünfstelligen militärischen Postleitzahlen (ZIP-Code) bildeten:
Gateway Code Gateway Gateway Code Gateway Gateway Code Gateway Gateway Code Gateway09XXXNew York34XXXMiami96XXXSan Francisco98XXXSeattle
Die drei letzten Ziffern wurden von der eigentlichen Nummer des Military Post Office (MPO) gebildet, unterschiedlich für die Teilstreitkräfte, nämlich: APO (Army and Air Force Post Office) für US-Land- und Luftstreitkräfte (Army, Air Force) FPO (Fleet Post Office) für US-Seestreitkräfte (Navy, Marine Corps, Coast Guard). Die Trennung nach Teilstreitkräften ist durchgängig als zentrales Kriterium der Organisation erkennbar.
Amerikanische Feldpostämter 1990
Die Liste enthält alle Feldpostämter, deren Kennzahl mit „09“ beginnt, die also über New York mit der Welt verbunden waren. Sie ist nach den vom US-Verteidigungsministerium festgelegten Leitpostämtern (Parent Military Post Offices) geordnet und gibt den Stand von 1990 wieder.Quelle für die Liste ist die amtliche Veröffentlichung „Military Post Office Location List (MPOLL), February 1990“, herausgegeben vom Office of the Assistant Secretary of Defense (Production and Logistics), Washington, DC 20301. Ein Vergleich mit einer Liste aus dem Jahre 1955 zeigt eine weitgehende Kontinuität der Ämter und ihrer Nummerierungen, vor allem für den Raum der Bundesrepublik Deutschland.