mini|Gisela Krohn Gisela Krohn (* 17. Oktober 1966 in Köln) ist eine deutsche Malerin. Sie lebt und arbeitet in Tutzing am Starnberger See und in Castelnovo del Friuli (Italien).

Leben Gisela Krohn besuchte bis 1986 die Fachoberschule für Gestaltung in Köln. Darauf folgte eine Bühnenbildassistenz am Theater im Bauturm bei Andrew Hippe Davis und ein Praktikum im Siebdruck in der Galerie Engels. 1987 übersiedelte sie nach West-Berlin. Nach verschiedenen Assistenzen am Theater u. a. am Hebbel-Theater und am Theater am Ufer (Berlin), machte sie von 1991 bis 1995 eine Ausbildung zur Theatermalerin an der Deutschen Oper in Berlin. Ihre Arbeit am Theater beeinflusste nachhaltig ihre spätere künstlerische Laufbahn, insbesondere im Umgang mit großen Formaten und verschiedenen Maltechniken.

Im Anschluss studierte sie von 1995 bis 2001 Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, zuerst bei Werner Liebmann und im Folgenden bei Hanns Schimansky. Im Jahr 2000 studierte sie an der École des Beaux-Arts in Bordeaux. Dort entstanden ihre großformatigen Serien über Alleen – eines der wiederkehrenden Motive ihrer Arbeit. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und der École des Beaux-Arts entstand die Ausstellung dans le jardin de mon ami. Im Jahr 2001 machte sie ihr Diplom an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

2001 hat Gisela Krohn ein eigenes Studie in Berlin eröffnet. Es folgten längere Studienreisen von 2004 bis 2007 nach Portugal, Frankreich und Italien gefolgt von Einladungen nach Costa Rica (2007), zu dem Victoriasee (2010), Südafrika (2017) sowie zum Kloster Marianowo, Polen (2011, 2013, 2017).

Aktuell hat sie Ateliers in Tutzing Gut Deixlfurt, Bayern sowie im Friaul, Italien.

Werk mini|Passion 3 Krohns zentrale Motive sind Wald, Alleen und großformatige Landschaften, die sich zwischen Abstraktion und Naturalismus bewegen.Britta Mentzel: Krohnjuwelen, in 33% Das Waldmagazin (PDF; 2,6 MB) Der Schwerpunkt von Krohns Arbeit liegt damit in der künstlerischen Erfassung der Natur. Krohn geht es dabei in ihren Werken nicht darum, die äußere Natur, sowie sie sich in der Sinneswahrnehmung darbietet, zur Darstellung zu bringen. Die Natur, die Krohn in ihren Bildern festhält, ist vielmehr eine vorwiegend geistig erfasste Natur, in der ideelle Prinzipien wie Form und Gestalt dominieren. Jenseits der gängigen Trennung von Geist und Natur bzw. Kultur und Natur geht es ihr in ihren Werken mit diesem Ansatz darum, durch eine gesteigerte Form des Sehens die innere Werthaftigkeit der Natur herauszuarbeiten. Die auf diese Weise geschaute Natur weist mystisch-utopische Züge auf, jedoch ohne die gegebene Natur in ihrer Realität zu negieren. „Meine Kunst ist emotional und konzeptuell“, sagt die Künstlerin selbst.Corinna Daniels: Es gibt kein endgültiges Bild. In: Die Welt. 26. Mai 2006. Kennzeichnend für ihr Schaffen ist ein komplexes Zusammenspiel von Licht und Schatten, das Stimmungen und Rhythmus erzeugen. Die Maltechnik ist Öl auf Leinwand oder Tusche, Aquarell auf Papier. Krohn unternahm verschiedene Reisen zu den Victoriafällen in Afrika. Im Jahr 2012 stellte sie ihre Werke über die Wasserfälle im DSV-Kunstkontor des deutschen Sparkassen-Verbandes Stuttgart aus. Sie arbeitete des Weiteren an verschiedenen Kinofilmen und als Theatermalerin u. a. für Robert Wilsons Leonce und Lena am Berliner Ensemble als Set Painter für den Film Rembrandt unter der Regie von Charles Matton.

Projekt: „Wald.Wolf.Wildnis.“

mini|The Hunting 2 Seit 2018 kuratiert Krohn das Ausstellungsprojekt „Wald.Wolf.Wildnis“, das sie selbst initiierte. Es setzt sich dafür ein, den inneren Wert der Natur in der Mannigfaltigkeit seiner Aspekte mit künstlerischen Mitteln herausarbeiten. Dabei soll aufgezeigt werden, dass die Natur über eine Tiefendimension verfügt in der sich Geist und Natur nicht einander entgegengesetzt sind, sondern vielmehr zusammen ein umfassendes Ganzes bilden. Dass die Kunst besonders dazu geeignet ist, die Natur nicht in Einzelaspekte zu zerlegen, sondern in ihrer Totalität zur Darstellung zu bringen, soll in den Ausstellungen sichtbar gemacht werden. Das Ausstellungsprojekt ist dabei eingebettet in ein Programm, an dem nicht nur Künstler, sondern auch Wissenschaftler aus Bereichen wie der Biologie, Philosophie, Forstwissenschaft, Literatur- und Kulturwissenschaftler teilnehmen. Neben der Interdisziplinarität ist die internationale Ausrichtung des Projektes von besonderer Bedeutung. Im Zentrum des Projektes steht die Figur des Wolfes, dem schon in der Antike mythologische Bedeutung zukam. Der Versuch der Wiedereingliederung der Wölfe in die europäische Kulturlandschaft könnte zum Prüfstein dafür werden, wie ernst uns der Schutz der uns umgebenden und unser Leben tragenden Natur wirklich am Herzen liegt. Der Wolf erscheint den teilnehmenden Künstlern als Paradigma für den Eigenwert der Natur als besonders geeignet, da er sich dem Menschen nicht unterordnet und durch seine bloße Anwesenheit gleichsam ein Nebeneinander von Mensch und Natur einklagt. Obwohl der Wolf so gut wie nie einen Menschen angreift, sind die Urängste, die sich auf ihn beziehen, in der heutigen Zeit unberechtigt. Der Wolf fordert durch seine bloße Existenz den Menschen gerade heute dazu auf, seine eigene Stellung in der Natur neu zu überdenken. Ein Miteinander – gerade wenn es unbequem ist – stellt die eigentliche Herausforderung dar, denn Wolf und Mensch sind sich sehr ähnlich. Im Angesicht der ökologischen Krise gehört es zu einer der lebensnotwendigen Aufgabe des Menschen zu begreifen, dass er auch nur ein Teil der Natur ist. Das Wilde und ursprünglich Lebendige im Menschen, wie es gerade vom Wolf widergespiegelt wird, soll dabei in den künstlerischen Werken auch als Anstoß dazu dienen, unsere gegenwärtige Lebensform zu transzendieren.

Ausstellungen Einzelausstellungen 2024: „Translucent Nature“, Galerie Wittenbrink, München, 18.01.24 - 18.02.24 2022: Ausstellung „Gisela Krohn: Sparkling lights“ Galerie Robert Drees, Hannover, 11.09.22 bis 12.11.22 2021: Ausstellung „Gisela Krohn: tiefes Wasser“ Galerie Hübner & Hübner Frankfurt am Main, 9. April bis 23. Mai 2021 2019: Galerie Wittenbrink, München: „Lichtblick“, 9. Mai bis 29. Juni 2019 2018: Von Fraunberg Art Gallery, Düsseldorf: „Das Ende der Nacht“Von Fraunberg Art Gallery, Düsseldorf „Das Ende der Nacht“, 8. März bis 20. April 2018, online 2017: Ev. Akademie Tutzing: „Blaues Land und Großstadtlärm“, Präsentation Natur und Kunst 2017: Galerie Biesenbach, Köln 2016: Galerie Villa Köppe, Berlin: „Wald als emotionale Landschaft“ 2015: Galerie Frey, Salzburg, Österreich: „Reflections“ 2015: Galerie Biesenbach, Köln: „Rutengänger im Stillen“ 2014: Galerie Frey, Salzburg, Österreich 2014: Galerie Art Affair, Regensburg 2013: ARD-Hauptstadtstudio, Berlin 2013: Galerie Wittenbrink, München: „Open secret“, Einzelausstellung, mit Katalog 2012: Hubertus Melsheimer Kunsthandel, Köln: „100 Jahre Landschaft“ 2012: DSV-Kunstkontor Stuttgart: „My memories are like water“, Bilder vom Victoria Fall, Zimbabwe Afrika 2009: Kunstamt Berlin-Friedrichshain: „Hinter dem Liebnitzsee“ 2009: Galerie Wittenbrink, München: „Rasende Stille“ 2006: Audi-Forum Berlin

Gruppenausstellungen (Auswahl) 2023: skulptur.com Müller & Petzinna GmbH, Gisela Krohn und Michael Jastram „Komorebi“, 06.10.2023 – 29.10.2023 2022 Artes Berlin, DAYDREAMING, 05.02. – 26.03.22 2018: Galerie Rother Winter, Wiesbaden: „Inspiration Natur“Galerie Rother Winter, Wiesbaden: „Inspiration Natur“, Ausstellungsdauer 23. Juni bis 1. September 2018, mit Arbeiten von Armin Baumgarten, Zigi Ben-Haim, Annette Besgen, Peter Haff, Katrin Kampmann, Gisela Krohn, Christopher Lehmpfuhl, Romana Menze-Kuhn, Eva Ohlow, Igor Oleinikov, Werner Pokorny, Gerhard Richter, Reiner Seliger, Miriam Vlaming, Bernd Zimmer, Susanne Zuehlke. online 2017: Galerie Westphal, Berlin: „Berlin am Meer“ 2017: Galerie Biesenbach: ChangefiveX „Nature“ 2016: Galerie Madesta, Regensburg: „Schauplatz Natur“ 2015: Yongsan War Memorial Museum, Seoul, Korea, GA (bis 20. März 2016) 2014: Haus Beda, Bitburg: „Mythos Wald“, Zeitgenössische und historische Interpretationen zum Thema Wald 2014: Galerie Biesenbach, Köln. 2011: XII International Workshop of Visual Arts and Artists, Meeting in Marianowo, Polen, Hubertus Melsheimer Kunsthandel, Köln, Art Karlsruhe 2007: La Biennale du Prieuré, Belgien, Art Cologne 2007: Galerie Wittenbrink, München: „Trügerische Stille“ 2006: Hubertus Melsheimer Kunsthandel, Köln 2006: Kunstmesse Karlsruhe

Art and nature project 2020/2021: Neue Galerie im Haus Beda, Bitburg: „Wald.Wolf.Wildnis“, 4. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021 2020: Ausstellung „Wald. Wolf. Wildnis.“ Museum Villa Rot, Burgrieden-Rot, 23. Februar 2020 bis 20. September 2020

Literatur Ute Bopp-Schuhmacher (Hrsg.): Mythos Wald, Historische und zeitgenössische Interpretationen zum Thema Wald und Bäume. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-88423-485-3, S. 42–59. Ute Bopp-Schumacher: Wald. Wolf. Wildnis. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der „Neuen Galerie im Haus Benda“, Bitburg. Verlag Kerber Art, Bielefeld 2020, ISBN 978-3-7356-0746-1. Volker Buchner: Malerei am Starnberger See. Bd. 1. GVo-Verlag, Starnberg 2011, ISBN 978-3-00-035726-8, S. 285. Stascha Rohmer und Norbert Wolf: Gisela Krohn, Open Secret. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Wittenbrink. Jovis Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86859-249-8. Gisela Krohn (Hrsg.) und Katharina Henkel (Autorin): INNER CIRCLE, Kerber Verlag Art, Publikation anlässlich der Ausstellung Sparkling lights Galerie Robert Drees, Berlin, 11. September bis 12. November 2022, ISBN 978-3-7356-0888-8

Weblinks

Offizielle Homepage von Gisela Krohn Das Projekt „WaldWolfWildnis“, initiiert von Gisela Krohn Corinna Daniels Es gibt kein endgültiges Bild. In: Die Welt vom 26. Mai 2006, abgerufen am 9. Januar 2018 Gerhard Charles Rump Gisela Krohn bei Wittenbrink. In: Die Welt vom 24. Dezember 2004, abgerufen am 9. Januar 2018 Gisela Krohn auf der Homepage der Von Fraunberg Art Gallery, Düsseldorf Gisela Krohn auf der Homepage der Galerie Wittenbrink, München Gisela Krohn auf der Homepage der Galerie Biesenbach, Köln Gisela Krohn bei artfacts.net 26 Hauptwerke Gisela Krohns bei pinterest.de Gisela Krohn auf der Homepage der Villa Koeppe

Einzelnachweise

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