Blumberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Ahrensfelde im brandenburgischen Landkreis Barnim. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Blumberg. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen Ortsbeirat und Ortsvorsteher.Brandenburgische Kommunalverfassung - BbgKVerf; Abschnitt 2, Ortsteile In: bravors.brandenburg.de.
Geografie mini|271px|Kuriosum: Linke Straßenseite – Blumberg/Elisenau, rechte Straßenseite – Bernau/Birkholzaue
Blumberg (alte Schreibweisen: Blomenb-, Plumb-, Blomb-, Blumenb-) ist nordöstlich von Berlin gelegen. Er liegt an der Bundesstraße 158 und am Berliner Ring.Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellenschriften für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten. Namenverzeichnisz zu sämmtlichen Bänden / bearb. von Professor Dr. Heffter, Band 1 (von Adolph Friedrich Riedel, herausgegeben von F.H. Morin Berlin 1867) S. 126
Die Ortschaft Blumberg besteht aus folgenden Gemeindeteilen und Wohnplätzen: Blumberg (Dorf) Gut Blumberg Elisenau Schlossparksiedlung Rehhahnsiedlung
Geschichte mini|Blumberg im Hochstift Brandenburg
Blumberg war seit etwa 1237 bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts zunächst als Tafelgut Teil des Hochstifts Brandenburg, des Reichsfürstentums der Bischöfe des Bistums Brandenburg.Gustav Abb, Gottfried Wentz: Das Bistum Brandenburg. Erster Teil. In: Germania sacra. Walter de Gruyter, Berlin / Leipzig 1929, S. 71. Es sollte im Verlauf der weiteren Besiedlung städtische Funktionen übernehmen. Darauf verweist die Bezeichnung Oppidum in alten Urkunden, daraus wird bald oppidulo, eine Verkleinerungsform von oppidum. Der Ortsname taucht 1253 zum ersten Mal in einer der Urkunden zur Stadt Frankfurt (Oder) auf. In dieser Urkunde wird ein Theodericus von Blumenberch genannt, der als Bevollmächtigter der Brandenburger wohl mit der Besiedlung des Blumberger Tafelguts beauftragt war. Im Zusammenhang mit der Ermordung des Propstes Nicolaus von Bernau und der damit verbundenen Prozessvorbereitungen traten 1326 ein namentlich nicht genannter Pfarrer von Blumberg, der Pfarrer von Altlandsberg und der Propst von Friedland in Aktion. Sie überbrachten die Vorladungsschreiben an Bischof Marquard von Ratzeburg, der vom Papst Johannes XXII. beauftragt wurde den Prozess durchzuführen.
Schon 1375 gab es eine Windmühle, die Abgaben in Höhe von 1 Schock und 10 Groschen leisten musste, der letzte bekannte Standort einer Bockwindmühle war nordwestlich vom Ort am heutigen Bahnhof.Martin Kuban: Werneuchen – Aus alter Zeit. In: Heimatkundliche Mitteilungen, 2012, S. 100, Heimatheft Verlag, Werneuchen; books.google.deB. Eckel: Windmühlen im Kreis Niederbarnim (Stand 1944) Pr.Br.Rep. 2A I Hb Nr. 1285 Verzeichnis der Windmühlen im Regierungsbezirk Potsdam unter 1. BlumbergFelix Koschmieder: Blumberg (Landkreis Barnim). Landesgeschichte online, Historisches Lexikon Brandenburgs; Unter Größe/Struktur / Absatz 3 brandenburgikonOtfried Wagenbreth: Geschichte der Getreidemühlen. Technische Denkmale der Getreidemühlen in Mittel- und Ostdeutschland. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, 1994, S. 215 Die ursprüngliche Windmühle von 1375 ist nicht mehr vorhanden. Wetterunbilden und kriegerische Auseinandersetzungen setzten diesem Bauwerk oft zu. Die Mühle wurde aber angeblich immer wieder an gleicher Stelle errichtet.Wilhelm Wolff-Wensickendorf: Das „Städtlein“ Blumberg. In: Heimat und Welt, Blätter zur Pflege des Heimatgedankens, Beilage zum Niederbarnimer Kreisblatt, 27. Juli 1935, Nr. 30; Bilder siehe vorletzten Absatz Blumberg gehörte 1459 zur Probstei Berlin.
Der Ort blieb bis ins 16. Jahrhundert im Besitz der Bischöfe von Brandenburg. Noch vor der Einführung der Reformation in Brandenburg und der damit drohenden Säkularisation ihres Besitzes in Blumberg veräußerten sie ihn. Blumberg kam in den Besitz des Kurfürsten, der ihn jedoch sehr bald an Hans von Krummensee weiterverkaufte. Hans von Krummensee verkaufte 1602 den Ort allerdings schon wieder an den kurfürstlich-brandenburgischen Kanzler Hans von Löben, der dort ein Jahr später ein Schloss erbaute. Hans von Löben war mit Margaretha von Winterfeld verheiratet. Die Tochter Anna (Elisabeth) heiratete 1628 den kurbrandenburgischer Oberstleutnant, ersten Kammerjunker, Johanniter-Ordensritter und Komtur von Lagow, Conrad von Burgsdorf. Der Ort litt sehr unter dem Dreißigjährigen Krieg; bis 1644 wird Blumberg noch in allen Lehnbriefen als niederdeutsch „stedeken“, „stetlein“, „stediken“ oder „Städtlein“ genannt, später nur noch als „flegken“ oder „Lehn- und Rittergut“. Seine weitere Entwicklung als Stadt war damit abgebrochen bzw. verhindert. Urkundlich nachgewiesen sind Wälle und Fundamente eines Berliner und Bernauer Tores.Matthias Friske: Die mittelalterlichen Kirchen auf dem Barnim. Lukas Verlag, Berlin 2001, S. 103; books.google.de Für Blumberg meldet der Landreiter im Jahr 1652 nur noch 17 Bauern mit 9 Knechten und 2 Söhnen, 12 Kossäten und den Pfarrer. Ab 1654 verwaltete die Witwe des Kanzlers und von 1667 bis 1681 ihre Tochter Anna Elisabeth von Burgsdorff den Ort. Ihre Bilder sind in der Kirche zu sehen. 1681 vererbte Anna Elisabeth unter Umgehung ihrer Tochter Margarethe Catharina, die sich von ihrem zweiten Ehemann scheiden ließ und einen französischen Baron heiratete, den Ort an ihren Enkel, den bekannten Diplomaten und Dichter Friedrich Freiherr von Canitz. Teile des Ortes und das Schloss wurden am 21. März 1695 Opfer eines Großbrandes, die Kirche blieb unbeschädigt, nicht jedoch das daneben stehende Pfarrhaus.Chronik der Gemeinde Ahrensfelde und ihrer Ortsteile (PDF; 1,8 MB) mehrow.de; abgerufen am 3. Oktober 2013.
Johannis Müncheberg (* 2. Januar 1676; † unbekannt), Sohn des Müllers Johannis (Hans) Müncheberg (* 1634; † 27. August 1721), kaufte 1699 mit 23 Jahren die Mühle in Blumberg. Sein Vater war Pachtmüller in einer Bockwindmühle im Nachbarort Werneuchen.Martin Kuban: Werneuchen – Aus alter Zeit. In: Heimatkundliche Mitteilungen, 2012, S. 107, Heimatheft Verlag, Werneuchen; books.google.de Im August gleichen Jahres verstarb Freiherr von Canitz, sein einziger Sohn nur sechs Wochen später. Erbe wurde der Stiefbruder seiner ersten Gemahlin, Philipp Ludwig Freiherr von Canstein. Dieser fiel 1708 im Spanischen Erbfolgekrieg und seine Witwe und Erbin, Ehrengard Maria geb. von der Schulenburg, ließ in der Dorfkirche ihm zu Ehren ein kunstvolles Epitaph anbringen.Epitaph des Philipp Ludwig Freiherr von Canstein. ortrudkoch.de; abgerufen am 3. Oktober 2013. 1718 ging die Bockwindmühle in Privatbesitz über, da Ehrengard sie verkaufte. Vorher gehörte die Mühle den kirchlichen Herren in Brandenburg und in späteren Jahren zum Rittergut Blumberg. Über Generationen bis ca. 1818 war die Mühle dann im Besitz der Müllerfamilie Wilhelm Heinrich Juert. Ehrengard Maria heiratete bald darauf in dritter Ehe Busso von Hagen und Frau General-Feldt-Marschall-Lieutenantin von Hagen war für vierzig Jahre Besitzerin von Blumberg, Eiche und Hellersdorf. Sie erwies sich als große Wohltäterin und begründete in Blumberg das Prediger-Witwenhaus und eine Kirchenbibliothek. In ihrer Zeit bekam die Blumberger Kirche eine Orgel und 1724 wurde an der Südseite ein Anbau mit Patronatsloge angefügt. 1748 starb sie im Alter von 83 Jahren, sehenswert ist ihr lebensgroßes Porträt, das 1730 von Emanuel Dubuisson in Öl auf Kupfer gemalt wurde.Wilhelm Wolff-Wensickendorf: Das „Städtlein“ Blumberg. 1935, abgerufen am 3. Oktober 2013. barnim.de; abgerufen am 3. Oktober 2013.
Da Ehrengard Maria von Hagen keine Nachkommen hinterließ, wurden die Besitzungen unter den Söhnen ihres Bruders aufgeteilt. Friedrich Wilhelm von der Schulenburg erhielt Blumberg, Carl von der Schulenburg Eiche und Hellersdorf. Im Siebenjährigen Krieg wurde Blumberg 1760, wie viele Dörfer der Umgebung, von russischen Truppen geplündert. „Die Bewohner wurden drangsaliert und wertvolle Kirchengegenstände gestohlen.“ 1762 erbaute Johann Ehling die letzte Blumberger Bockwindmühle die noch einmal 1861 umgebaut wurde. Alexander Friedrich Georg von der Schulenburg folgte 1764 dem Vater als einziger Sohn, er ließ Straßenbäume pflanzen und Schonungen anlegen. 1767 starben 13 Menschen, vorwiegend Kinder, an den Pocken. 1769 verfügte Freiherr von der Schulenburg, „dass niemand seiner Untertanen befugt sei auf der Heerstraße nach Berlin oder Seefeld zu fahren. Des Weiteren, wer sich an den angepflanzten Bäumen vergreife bzw. deren Stützpfähle stehle, der solle mit einer Geldstrafe oder achtstündigem Einsperren in den Spanischen Mantel oder dem Tragen der Schandgeige bestraft werden.“ Der einzige Sohn, Alexander Christian Carl Albrecht, seit 1790 im Besitz von Blumberg, verkaufte 1805 seine sämtlichen Güter an den Präsidenten und Ritterschaftsdirektor Carl Friedrich von Goldbeck, der auch Eiche und Mehrow in seinen Besitz brachte. Das Grabmal seines Vaters Heinrich Julius von Goldbeck und seiner Mutter ist in der Dorfkirche als Sehenswürdigkeit erhalten geblieben.Epitaph der Familie von Goldbeck. Abgerufen am 3. Oktober 2013. mini|Karte von Blumberg mit der umgebenden Feldmark (1820) mini|Chausseehaus Blumberg, erbaut um 1801 aus Feldsteinen mini|Denkmal für Otto von Arnim mini|Schloss Blumberg um 1860, Sammlung Duncker mini|Gruppenfoto der Gründungsgemeinschaft Frauenhilfe-Blumberg von 1903 vor dem Schloss in Blumberg mit Gräfin von Arnim 1. Reihe (mit Hut).Kurz zuvor, im Jahr 1801, wurde der erste Abschnitt (bis Werneuchen) der Berlin-Stettiner Chaussee eröffnet. Es wurden Chausseegebühren erhoben (Vorgänger der Maut) und dafür das noch erhaltene Blumberger Chausseehaus errichtet, es ist eines der wenigen Beispiele von Chausseehäusern der ersten Generation (1794–1806). „1812 erhielten 17 Blumberger Bauern den Hof bzw. Land gegen eine Geldentschädigung bzw. ein jährliches Dienstgeld zu vollem Eigentum, sie können seitdem frei und wirtschaftlich selbständig handeln.“ 1813 wurde Otto von Arnim-Suckow als erster deutscher Kriegsfreiwilliger durch einen Posten der französischen Truppen am Ortseingang von Blumberg erschossen. Das 1913 eingeweihte Denkmal im Schlosspark erinnert daran. 1823 ließ von Goldbeck das Vorwerk Elisenau einrichten, das nach seiner Tochter Elise benannt wurde. 1836 erwarb Graf Friedrich Ludwig von Arnim (Boitzenburger Linie) für 146.000 Taler den Ort. Er ließ das Vorgängerschloss nach den Plänen Karl Friedrich Schinkels oder eher Friedrich August Stülers umbauen, ebenso ließ er den aus dem 17. Jahrhundert stammenden barocken Park nach Plänen Peter Joseph Lennés umgestalten. Das Schloss wurde zuletzt um 1910 im englischen Landhausstil umgebaut.
Am 2. Oktober 1874 werden beim Nachweis der Standesamtsbezirke im Amtsblatt Potsdam die Standesbeamten Amtsvorsteher Amtmann Lehmann und sein Stellvertreter Hiller genannt.Amtsblatt der Königlichen Regierung Potsdam von Potsdam (Regierungsbezirk) und der Stadt Berlin, 1874, S. 5 books.google.de