Herbert Thallmayer (* 22. Juni 1912Geburtsjahr anderswo auch als 1921 angegeben in Zürich, Schweiz; † 2. Januar 1995 in Salzburg)Grablokalisierung auf dem Kommunalfriedhof Salzburg war ein österreichischer Kameramann und Dokumentarfilmer.
Biografie Thallmayer hatte noch während seiner Studien Ende der 1930er Jahre Kontakt zum Film geknüpft und als Kameraassistent bei Willi Forsts Inszenierung Ich bin Sebastian Ott gedient. Kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs stieg Thallmayer bei der Wien-Film zum Kameramann von Kurzfilmen auf und wurde 1940 vorübergehend eingezogen. Im Rahmen einer Kamerakompanie zeichnete er u. a. für einige Aufnahmen bei der Besetzung Norwegens durch die deutsche Wehrmacht verantwortlich. 1942 war Thallmayer als Juniorpartner des arrivierteren Kollegen Günther Anders auch an den Aufnahmen zu dem sentimentalen Hans-Moser-Film Das Ferienkind beteiligt, Thallmayers erste und zugleich im Krieg einzige Arbeit als Spielfilmkameramann.
Nach dem Krieg setzte Herbert Thallmayer seine Tätigkeit – beginnend mit einem weiteren Moser-Stoff, Der Herr Kanzleirat – zunächst in Wiener Ateliers fort und fotografierte zunächst eine Reihe von zum Teil süßlichen, zum Teil verklärenden Romanzen aus der “guten, alten Zeit” sowie mehrere bundesdeutsche Heimatfilme. 1958 beendete er seine wenig glanzvolle Tätigkeit als Unterhaltungsfilmkameramann und fotografierte fortan nur noch Industrie- und Dokumentarfilme. Für seine Kameraarbeit an dem Dokumentarfilm “Schöpfung ohne Ende” erhielt Herbert Thallmayer, gemeinsam mit vier Kollegen (darunter Willy Zielke), 1957 das Filmband in Silber. Gelegentlich zeichnete Thallmayer beim Industriefilm auch als Regisseur und Autor verantwortlich. Nach 1962 verliert sich seine Spur, und man hat kaum mehr etwas von dem Wahl-Münchner gehört. Er war verheiratet mit der bekannten Operettensängerin Herta Talmar.
Filmografie als Chefkameramann von Spielfilmen, wenn nicht anders angegeben
1940: Die Historie der Puppe (Kurzdokumentarfilm) 1940: Frühlingsbräuche in der Ostmark (Kurzdokumentarfilm) 1940: Kampf um Norwegen – Feldzug 1940 1941: Rund um Wien (Kurzdokumentarfilm) 1942: Märkische Fahrt (Kurzdokumentarfilm) 1943: Das Ferienkind 1944: Johann Gregor Mendel (Kurzdokumentarfilm) 1948: Der Herr Kanzleirat 1949: Wir haben eben geheiratet 1951: Frühlingsstimmen 1954: Der ewige Kunde (Kurzdokumentarfilm) 1956: Wo die alten Wälder rauschen 1956: Das alte Försterhaus 1956: Schöpfung ohne Ende (Dokumentarfilm) 1957: Weißer Holunder 1958: Küsse, die töten 1959: Vom Daniel zum Hohen Licht (Kurzdokumentarfilm) 1960: Gewebte Natur (Kurzdokumentarfilm) 1961: Rohr aus Stahl (Kurzdokumentarfilm, auch Regie) 1961: Aluminium aus deutschen Hütten (Kurzdokumentarfilm, Regie und Co-Drehbuch) 1961: Achtung! Strahlen! (Kurzdokumentarfilm)
Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1721. Who‘s Who in the Arts, zwei Bände. 2., überarbeitete Auflage, Wörthsee 1978. Zweiter Band, S. 296
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Einzelnachweise
Kategorie:Kameramann Kategorie:Dokumentarfilmer Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 1995 Kategorie:Mann