Der erste kommerziell genutzte Kernreaktor Ungarns Paks 1 ging 1982 in Betrieb, die Reaktoren 2 bis 4 folgten bis 1987, seitdem beträgt die installierte Nettogesamtleistung an diesem einzigen Standort Ungarns 1.889 MW.

Der Anteil der Kernkraft an der Gesamtstromerzeugung liegt bei etwa 50 %. Im Jahr 2015 wurden in Ungarn 30 TWh Elektrizität erzeugt, davon stammten 16 TWh aus Kernkraftwerken.

Liste der Kernreaktoren in Ungarn

Geschichte Der erste Versuchsreaktor wurde 1959 in Betrieb genommen; der erste kommerziell genutzte Reaktorblock folgte 1982 beim Kernkraftwerk Paks.

Kernkraftwerk Paks

Im Februar 2009 verlangte Premier Ferenc Gyurcsány überraschend, die Kapazität des Atomkraftwerks Paks solle auf 4000 MW verdoppelt werden. Fachkreise hielten bzw. halten es für unmöglich, dass der ungarische Staat das Geld für diesen Ausbau aufbringen kann.Budapest plant massiven AKW-Ausbau Artikel vom 16./17. Februar 2009 Im April 2009 beschloss das ungarische Parlament in einer Grundsatzentscheidung, den Bau eines neuen Reaktorblocks in Paks vorzubereiten. Während der Wirtschaftskrise 2009/10 kam Ungarn in Schwierigkeiten und musste den IWF um Hilfe bitten.

Die Hochwasser im Juni 2009, Mai/Juni 2010 und Mai/Juni 2013 zeigten, dass es eine Gefahr katastrophaler Donau-Hochwasser gibt.

Es läuft ein Verfahren zur Verlängerung der Laufzeit für die vier Reaktoren in Paks. Sicherheits- und Kontrolleinrichtungen im Wert von etwa 20 Millionen Euro (ein von Siemens geführtes Konsortium baute sie ein) wurden als Argument gegen die ursprünglichen Pläne (Stilllegung der vier Blöcke in den Jahren 2012 bis 2017) vorgebracht.

Im Januar 2014 vereinbarten die Präsidenten Russlands und Ungarns, Wladimir Putin und Viktor Orbán, den Bau von zwei WWER-Reaktorblöcken am Atomkraftwerk Paks mit einer Leistung von je 1200 MW und Baukosten von 10 bis 12 Mrd. Euro,Ungarn vergibt milliardenschweren Auftrag an Russland. Am 14. Januar 2014 auf spiegel.de die über russische Kredite finanziert werden sollten,Russland und Ungarn demonstrieren gute Beziehungen. Am 17. Februar 2016 auf handelsblatt.com durch die Föderale Agentur für Atomenergie Russlands (RosAtom).Dániel Hegedűs: Die Einflussnahme des Kremls in Ungarn – Zu den Verstrickungen der ungarischen Eliten mit russischen Interessen. In: DGAPkompakt, Nr. 13 / April 2016. (. Auf dgap.org, abgerufen am 28. Oktober 2016 (PDF; ca. 613 KB. S. 4–5)) Am 25. August 2022 erteilte die ungarische Atombehörde (HAEA) die Baugenehmigung für Block 5 und 6. Ziel sei es, die beiden neuen Blöcke bis 2030 in Betrieb zu nehmen. Im Juli 2023 begannen Vorarbeiten für Paks II, der zuständige Außen- und Handelsminister Péter Szijjártó und Rosatom erhofften eine Inbetriebnahme 2030/31.

Radioaktiver Abfall In Ungarn ist die Public Limited Company for Radioactive Waste Management (PURAM) für die Verwaltung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente zuständig. Zu den Aufgaben des Unternehmens gehören der Betrieb bestehender Anlagen, die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle sowie die Stilllegung nuklearer Einrichtungen. Zur Finanzierung dieser Aufgaben wurde gemäß dem ungarischen Atomenergiegesetz ein Zentraler Nuklearer Finanzfonds eingerichtet, der durch Zahlungen jener Einrichtungen gespeist wird, in denen radioaktive Abfälle entstehen. Das Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente befindet sich in Paks, südlich des dort gelegenen Kernkraftwerks. Die National Radioactive Waste Repository in Bátaapáti dient der Endlagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle aus dem Betrieb des Kernkraftwerks Paks. Darüber hinaus befindet sich die Radioactive Waste Treatment and Disposal Facility in Püspökszilágy, die für die Entsorgung von nicht-energiebezogenen radioaktiven Abfällen genutzt wird.

Weblinks

Einzelnachweise