Die NFL-Saison 2018 war die 99. Saison im American Football in der National Football League (NFL). Die Saison begann am 6. September 2018 mit der Regular Season und endete am 3. Februar 2019 mit dem Super Bowl LIII im Mercedes-Benz Stadium in Atlanta, Georgia. Meister wurden die New England Patriots.

Regeländerungen Beim Treffen der NFL-Klubbesitzer am 27. März 2018 wurden neue Regeln beschlossen und bestehende verlängert: Die 2017 verlängerte Regel, dass der Snap nach einem Touchback an der 25-Yard-Linie beginnt, wurde zu einer permanenten Regel. Die Definition eines Catches wurde überarbeitet und beinhaltet: Kontrolle des Balles Beide Füße oder ein anderer Teil des Körpers, außer den Händen, müssen in bounds (im Spielfeld) sein Ausführung eines "Football Moves", also eine übliche Bewegung des Spielers wie ein dritter Schritt, der Versuch, ein neues Down zu erreichen oder einen Gegner abzuwehren. Die Definitionsüberarbeitung wurde notwendig, da in der Vergangenheit Entscheidungen getroffen worden waren, die für große Aufregung sorgten und da selbst Experten bei der Bewertung eines regelkonformen Catches kapitulieren mussten. Zwei prominente und als unvollständig gewertete Fälle waren der Catch von Dez Bryant in den Play-offs 2014 gegen die Green Bay Packers oder der Catch vom Tight End Jesse James der Pittsburgh Steelers gegen die New England Patriots in der Saison 2017. Beide Fälle sind nach neuer Regel vollständige Pässe. Ein Offizieller vor einem Bildschirm in New York (für die Saison 2018: NFL Senior Vice President of Officiating Al Riveron) darf den Offiziellen auf dem Spielfeld auf ein Flagrant Foul hinweisen. Eine Ejection, also ein Ausschluss des Spielers, kann somit noch während des Spiels erfolgen. Damit reagierte die Liga auf Rob Gronkowskis grobe Unsportlichkeit gegen Tre’Davious White, für die Gronkowski erst nach dem Spiel bestraft wurde. Die Strafen für Illegal Batting und Illegal Kicking werden angeglichen und jeweils 10 Yards betragen. Wenn ein Team in der Verlängerung ein Field Goal erzielt und dann das andere Team den Ball fumbelt oder per Interception verliert, wird der Spielzug noch zu Ende gespielt und eventuell erzielte Punkte, z. B. durch einen Pick Six, werden auch zählen. Ein Team, das am Ende der regulären Spielzeit einen siegbringenden Touchdown erzielt, braucht den PAT oder die Two-Point Conversion nicht mehr auszuführen. Um die Fälle von Gehirnerschütterungen und deren Spätfolgen sowie lebensbedrohliche Verletzungen – wie bei Ryan Shazier – weiter zu senken, wurde die Targeting Rule eingeführt. Bei dieser zieht nicht nur ein Helmet-to-Helmet-Hit, sondern jede Aktion, bei der ein Spieler mit gesenktem Helm einen Gegner trifft, eine 15-Yard-Strafe nach sich. Bei einem besonders schweren Vergehen kann auch ein Ausschluss des Spielers ausgesprochen werden, was zuvor nicht möglich war. Diese Regeländerung wurde vor der Saison stark kritisiert, da diese Technik als eine Grundtechnik des Spiels angesehen wird. Im Nachhinhein gab es jedoch wesentlich weniger Flaggen für das Vergehen als befürchtet, da nur die deutlichsten Verstöße auf dem Feld geahndet und die Spieler erst im Nachhinein von der Liga verwarnt wurden. Um Quarterbacks weiter zu schützen, wurde die seit 1938 bestehende Regel Roughing the Passer verschärft. In der Regel wurde ein "und" durch ein "oder" ersetzt, wodurch es für Linebacker und Spieler der Defensive Line erheblich erschwert wurde, den Quarterback ohne Bestrafung zu sacken. Einer der Leidtragenden der verschärften Regel war Clay Matthews, der in den ersten drei Spielen drei solche Strafen bekam, wogegen er in den zehn Jahren zuvor nur vier dieser Strafen bekommen hatte. Um der Strafe zu entgehen, versuchten einige Verteidiger sich nach dem Tackle abzurollen, wobei sich William Hayes das Kreuzband riss. Nach den ersten Spielen gab es zwar eine genauere Regelerklärung, allerdings hat die Regel das Spiel dahingehend verändert, dass Spieler auf einen sicheren Sack verzichten oder sich nur noch ganz auf das Wegschlagen des Balles konzentrieren.

Des Weiteren wurden beim Frühlingstreffen der Klubbesitzer am 23. Mai 2018 neue Regeln zum Kickoff verabschiedet, um weitere Verletzungsrisiken zu verringern. Da beim Kickoff-Return beide Mannschaften mit höchstem Tempo aufeinanderstoßen, sind die Tackles besonders gefährlich und führen schnell zu Kopfverletzungen. Durch folgende Regeländerungen beim Kickoff werden die Teams gezwungen, sich taktisch umzustellen: Auf jeder Seite des Kickers müssen fünf Spieler des Kicking-Teams stehen. Dabei müssen mindestens zwei Spieler zwischen der Seitenauslinie und der Yardbeschriftung auf dem Spielfeld und mindestens zwei Spieler zwischen den Hashmarks und der Yardbeschriftung stehen. Außer dem Kicker dürfen sich die Spieler des Kicking-Teams beim Kick nun höchstens ein Yard hinter dem Ball befinden. Der Wedge Block, bei dem zwei Spieler einen Kontrahenten in die Zange nehmen, wird verboten. Allerdings dürfen Spieler, die beim Kick in der Setup Zone standen, einen Gegner zu zweit blocken, sofern dies kein Wedge Block ist. Die Setup Zone ist der Bereich zwischen der 45-Yard-Linie des Kicking-Teams und der 40-Yard-Linie des Receiving-Teams. In dieser Zone müssen während des Kicks auch mindestens acht Spieler des Receiving-Teams stehen. Sobald der Ball in der Endzone den Rasen berührt, bedeutet das einen Touchback. Das Sichern des Balles durch ein "Abknien" eines Spielers ist nicht mehr erforderlich.

Während des Treffens der Klubbesitzer wurde auch zum Thema Hymnenprotest eine Hymnen-Richtlinie für die kommende Saison beschlossen. Die neue Richtlinie sah vor, dass Spieler, die protestieren wollen, bis zum Ende der Hymne in der Kabine zu bleiben haben. Strafen sollte es für die Teams geben, bei denen Spieler während des Spielens der Hymne abknien. Die Richtlinie wurde ohne Zustimmung der NFL Players Association (NFLPA), der Gewerkschaft der NFL-Spieler, getroffen, weshalb diese kurz nach der Veröffentlichung der Richtlinie diese prüfen und gegebenenfalls anfechten wollte. Da sich NFL und NFLPA nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen konnten, wurde die geschaffene Richtlinie zum Hymnenprotest vorerst ausgesetzt.

Während ihres Herbsttreffens im Oktober 2018 beschlossen die Besitzer eine Änderung der Besitzregeln. Diese Änderung erfolgte als Reaktion auf den Tod von Seattle-Seahawks-Besitzer Paul Allen. Die Änderung erlaubt den Besitzern eines NFL-Teams auch den Besitz von Mannschaften anderer Sportligen, wenn sie in einem Markt eines anderen NFL-Teams spielen. Diese Änderung betraf unter anderem den Besitzer der Los Angeles Rams, Stan Kroenke. Dieser besitzt auch die in Denver, dem Markt der Denver Broncos, angesiedelten NBA- und NHL-Teams Denver Nuggets bzw. Colorado Avalanche. Bislang hatte Kroenke die Regelung umgangen, indem er die Kontrolle der beiden Mannschaften an Familienmitglieder abgab, als er die Rams erwarb.

NFL Draft mini|Baker Mayfield wurde als erster Spieler im NFL Draft 2018 ausgewählt.

Der Draft von 2018 fand vom 26. bis 28. April in Arlington, im US-Bundesstaat Texas, statt. Da die Cleveland Browns in der abgelaufenen Saison 2017 die schlechteste Saisonbilanz aufwiesen, hatten sie das Recht, den ersten Spieler im Draft auszuwählen. In der ersten Runde entschieden sie sich für den Quarterback Baker Mayfield von den Oklahoma Sooners der University of Oklahoma.

Regular Season Spielplan Der Spielplan wurde am 19. April 2018 angekündigt. Die Regular Season begann am 6. September 2018 mit dem Spiel des amtierenden Super-Bowl-LII-Siegers Philadelphia Eagles gegen die Atlanta Falcons. Sie umfasste 256 Spiele über 17 Spielwochen verteilt, wobei jedes der 32 Teams 16 Spiele absolvierte und eine spielfreie Woche (Bye Week) zwischen der vierten und der zwölften Woche hatte. 17 Spiele wurden als Monday Night Game ausgetragen. Am letzten Wochenende fanden alle Spiele am Sonntag statt (30. Januar 2018). Es gab 17 Donnerstagsspiele (Thursday Night), beginnend mit dem Eröffnungsspiel am 6. September und Spielen an Thanksgiving. In den Spielen der 17. Woche trafen alle Mannschaften – wie seit 2010 üblich – auf einen Gegner aus ihrer Division.

Jedes Team spielte gegen 13 andere Teams. Zwei Mal spielte es gegen die drei anderen Teams aus seiner Division (zusammen sechs Spiele). Zusätzlich spielte jedes Team – auf Rotationsbasis – gegen alle vier Teams aus einer anderen Division seiner Conference (zusammen vier Spiele). Weitere zwei Spiele wurden gegen die zwei verbleibenden Teams derselben Conference ausgetragen, die in der Saison zuvor in ihrer Division auf demselben Platz endeten wie das gegnerische Team (wenn ein Team den dritten Platz belegt hatte, spielte es somit gegen alle drei Drittplatzierten seiner Conference). Die verbleibenden vier Spiele wurden im Inter-Conference-Vergleich ausgetragen. Auf Rotationsbasis treffen dazu jeweils zwei Divisionen zusammen. In der Saison 2018 sah der Spielplan dafür folgende Verteilung vor:

Division Conference AFC East AFC North AFC South AFC West NFC East NFC North NFC South NFC West AFC South West East North South East North West NFC North South East West South West East North Zur Erläuterung der Tabelle ein Beispiel: die vier Teams der AFC East trafen auf die vier Teams der AFC South sowie die vier Teams der NFC North.

Spiele im Rahmen der NFL International Series Wie bereits in den Vorjahren fanden einige Regular-Season-Spiele im Rahmen der NFL International Series statt – diese wurden außerhalb der Vereinigten Staaten ausgetragen, drei im Wembley-Stadion in London, Großbritannien. Ursprünglich sollte eines davon in der neuen White Hart Lane ausgetragen werden, was durch deren verzögerte Fertigstellung aber nicht möglich war. Zusätzlich war, wie die Jahre zuvor, ein Spiel im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt geplant. Auf Grund vorheriger Veranstaltungen (Fußballspiele und Konzerte) und Regens befand sich der Stadionrasen jedoch in sehr schlechtem Zustand, so dass sich die NFL wegen hohen Verletzungsrisikos entschloss, das geplante Spiel (Chiefs vs. Rams) nach Los Angeles zu verlegen.

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