Wilhelm Vittali (* 28. Mai 1859 in Donaueschingen; † 20. Dezember 1920 in Karlsruhe) war ein deutscher Architekt. Er gilt neben Hermann Billing, mit dem er fünf Jahre in einer Bürogemeinschaft zusammenarbeitete, als einer der bedeutendsten Hotelarchitekten und Vertreter des Jugendstils in Baden-Baden, Karlsruhe und Südwestdeutschland.

Leben mini|Das „Goldene Kreuz“ in Baden-Baden Vittali besuchte das Gymnasium in Donaueschingen. Nach dem Architekturstudium an der École des Beaux-Arts in Paris erhielt Vittali seine erste Anstellung in der Generaldirektion der Badischen Staatseisenbahnen in Karlsruhe. Dort war er unter anderem für den Bau der Bahnhöfe der Höllentalbahn zuständig. Von 1890 bis 1905 arbeitete er als freier Architekt in Baden-Baden. In dieser Zeit entstanden in der Stadt mehr als 50 Wohn- und Geschäftshäuser, deren prominentestes Beispiel das „Goldene Kreuz“ in der Lichtentaler Straße 13 ist.

Aus der von 1905 bis 1910 dauernden Partnerschaft mit dem Karlsruher Architekten Hermann Billing (1867–1946) gingen zahlreiche meist im Jugendstil gehaltene Bauwerke hervor. Zu ihnen gehören die Kunsthalle Baden-Baden und das Krematorium auf dem Hauptfriedhof Baden-Baden. 1910 machte Vittali sich in Karlsruhe selbständig, wo er zahlreiche anspruchsvolle Wohnhäuser entwarf. 1912 erhielt sein Wettbewerbsentwurf für die Bebauung des Bahnhofplatzes den ersten Preis. Zur Ausführung gelangte das 1913 bis 1914 erbaute Schlosshotel am Bahnhofsplatz.

Vittali hatte sich schon früh einen Ruf als Spezialist für Hotel- und Sanatoriumsbauten erworben. Von 1888 bis 1920 entstanden vor allem im südwestdeutschen Raum und im Elsass zahlreiche repräsentative Beherbergungsbetriebe. Zu ihnen gehören das Hotel Waldlust in Freudenstadt, das Hotel Royal in Metz, der Fürstenhof in Bad Wildungen, das Hotel Bad Schachen in Lindau, das Staatliche Kurhaus in Bad Ems und das Inselhotel in Konstanz.

Bauten und Entwürfe Baden-Baden 1890: Hotel Bellevue 1891–93: Wohn- und Geschäftshaus „Goldenes Kreuz“ 1892: Hotel Tanneck 1895–99: Brenners Parkhotel, Villa Augusta 1901: Villa Vittali, Bismarckstraße 23 1902–03: Wohnhäuser Rheinstraße 21 und Uhlandstraße 1 1903: Villa Maurer, Vincentistraße 21–23 (mit Hermann Billing) 1905: Sanatorium Heinsheimer (mit Hermann Billing) 1907–09: Kunsthalle (mit Hermann Billing), 1909: Krematorium Stadtfriedhof (mit Hermann Billing) Grand Hotel Messmer (nicht erhalten) Hof von Holland

Karlsruhe 1911: Wohnhäuser Reinhold-Frank-Straße 1911–12: Wettbewerbsentwurf Bebauung Bahnhofplatz (1. Preis) 1913–14: Schlosshotel Karlsruhe 1911–15: Stadtgarteneinfriedung und Anschlussbauten (Schlosshotel, Postamt, Bahnpost am Bahnhofplatz) 1912: Villa Heinsheimer, Heidelberg (mit Hermann Billing) 1913/14: Wohnhäuser in Karlsruhe (Villa Starck, Kantstraße 1a, Bahnhofstraße 46, Poststraße 8, Am Stadtgarten 1–5, Ettlinger Straße 12) 1913–15: Postamt 2, Poststraße 1 1913–19: Architekturrahmen des Karl-Schnetzler-Denkmals (Büste von Otto Feist)

Andere Standorte 1887–89: Bahnhöfe der Höllentalbahn 1895: Burghotel Kirneck, Unterkirnach 1902: Hotel Fürstenhof, Bad Wildungen 1902: Hotel Waldlust, Freudenstadt 1903–05: Hotel Royal, Metz (mit Hermann Billing) 1907: Wohnhaus Avenue Foch 5, Metz 1909–11: Sparkasse Donaueschingen 1910: Hotel Bad Schachen, Lindau 1912–13: Kurhaus, Bad Ems 1920: Inselhotel Konstanz

Weblinks

Wilhelm Vittali beim Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau Wilhelm Vittali im Stadtlexikon Karlsruhe

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Karlsruhe) Kategorie:Künstler (Baden-Baden) Kategorie:Architekt des Historismus Kategorie:Architekt des Jugendstils Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1859 Kategorie:Gestorben 1920 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Badische Staatseisenbahnen)