Die Arctic Umiaq Line, abgekürzt AUL, ist eine grönländische Passagierreederei.

Geschichte Gründung Das Unternehmen geht ursprünglich wie die meisten anderen staatlichen Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen in Grönland auf Den Kongelige Grønlandske Handel (KGH) zurück, der ab 1774 mit dem Kolonialhandel in Grönland beschäftigt war.Bestyrelse. Arctic Umiaq Line. Der KGH wurde 1986 der grönländischen Regierung unterstellt und 1992/93 in das Staatsunternehmen KNI umgewandelt. Dessen Tochtergesellschaft Pilersuisoq war mit der Personen- und Frachtschifffahrt beauftragt. Dafür wurden die drei Schiffe Saqqit Ittuk, Sarfaq Ittuk und Sarpik Ittuk eingesetzt, die in Nord-, Mittel- bzw. Südgrönland fuhren. Bereits im Folgejahr wurden aus Bedarfsgründen alle Schiffe im Routendienst von Nord- nach Südgrönland eingesetzt. Am 1. Juli 1997 wurde im Rahmen eines politischen Beschlusses das Unternehmen KNI Rederi gegründet, das fortan für die Schifffahrt zuständig war. Zum 1. Januar 1998 ging die Frachtschifffahrt auf das Unternehmen Royal Arctic Bygdeservice, eine Tochtergesellschaft der Royal Arctic Line, über, während KNI Rederi mit der Personenschifffahrt aus dem KNI-Konzern ausgelagert wurde, aber weiterhin ein Staatsunternehmen blieb.Kurt Kristensen: Flere og flere passagerer står til søs. Atuagagdliutit (15. Januar 1998). S. 10. Im Februar 1998 wurde KNI Rederi in Arctic Umiaq Line umbenannt.

Verkauf 2005 Im Juli 2005 wurde in der Regierung beschlossen, die Passagierschifffahrt einzustellen, womit das Unternehmen seine Existenzgrundlage verlieren sollte.Ny trafikplan med højere priser. Kalaallit Nunaata Radioa (1. Juli 2005).Uvis fremtid for Arctic Umiaq Line. Kalaallit Nunaata Radioa (2. Juli 2005). Wenige Tage später gab die Regierung bekannt, das Unternehmen zu privatisieren, um auch ohne Servicekontrakt die rund 120 Arbeitsplätze zu sichern.Landsstyret vil sælge Arctic Umiaq Line. Kalaallit Nunaata Radioa (15. Juli 2005). Im September 2005 wurde beschlossen, dass Arctic Umiaq Line vom neugebildeten dänischen Unternehmen Arctic Travel Group, bestehend aus der Fluggesellschaft Air Alpha und den Tourismusunternehmen Profil Rejser, Albatros und Topas Adventure Travel, aufgekauft werden soll.Karsten Sommer: Arctic Umiaq Line solgt!. Kalaallit Nunaata Radioa (5. September 2005). Im Oktober 2005 klagten Air Greenland und Royal Arctic Line darüber, von den Verkaufsverhandlungen ausgeschlossen worden zu sein, obwohl man bereits im Juli Interesse angemeldet hatte.Karsten Sommer: AUL-sagen: Påstand mod påstand. Kalaallit Nunaata Radioa (24. Oktober 2005). Wenige Tage später zog Air Alpha sich aus der Arctic Travel Group zurück.Flyselskab trækker sig fra AUL-køb. Kalaallit Nunaata Radioa (27. Oktober 2005). Anfang November einigten sich Regierung und Arctic Travel Group über einen Kaufvertrag in Höhe von 65 Mio. kr.Ja til salg af AUL. Kalaallit Nunaata Radioa (3. Oktober 2005). Kurz darauf sollte Regierungschef Hans Enoksen sich vor dem Finanzausschuss des Inatsisartut verteidigen, wobei die Regierungspartei Inuit Ataqatigiit bei bereits ausgeschriebenen Neuwahlen bekanntgab, den Kaufvertrag nicht zu genehmigen, wenn der verringerte Schiffsverkehr nicht wieder auf das bisherige Niveau ausgeweitet wurde.IA stiller nye krav til AUL-handel. Kalaallit Nunaata Radioa (8. November 2005). Die Forderungen wurden kurz darauf wieder aufgegeben und der Handel am 8. November 2005 genehmigt.IA opgav nye krav til AUL-salg. Kalaallit Nunaata Radioa (9. November 2006).

Verkauf 2006 Die Regionsschiffe wurden in Folge des Handels verkauft.Karsten Sommer: AUL sælger Regionsskibe. Kalaallit Nunaata Radioa (16. November 2005). Bereits im Folgejahr kam es zu großen finanziellen Problemen bei der Arctic Travel Group. Die zugleich begonnenen Flugrouten in Konkurrenz mit Air Greenland mussten wieder eingestellt werden.Flyvningen stopper, men AUL sejler videre. Kalaallit Nunaata Radioa (31. August 2006). Am 26. September 2006 kaufte die grönländische Regierung das Unternehmen für 4 kr. zurück.Arctic Umiaq Line købt for fire kroner. Kalaallit Nunaata Radioa (27. September 2006). Daraufhin wurde beschlossen, auch die Sarpik Ittuk zu verkaufen, während zugleich rund die Hälfte der Mitarbeiter entlassen wurde.AUL fyrer 15 og sælger skib. Kalaallit Nunaata Radioa (28. September 2006). Am 13. Oktober 2006 kauften Air Greenland und Royal Arctic Line die Markenrechte und die Sarfaq Ittuk für 9,5 Mio. kr.Navnet Arctic Umiaq Line fortsætter. Kalaallit Nunaata Radioa (13. Oktober 2006). Im Januar 2007 gelang es mit der Disko II auch das letzte ungebrauchte Schiff zu verkaufen.Disko II solgt. Kalaallit Nunaata Radioa (24. Januar 2007).

Nach 2006 mini|Ungefährer Routenplan der Arctic Umiaq Wegen schlechter Bilanzen gab Air Greenland im März 2010 bekannt, seine Unternehmensanteile zu verkaufen, wodurch wieder politische Diskussionen entstanden, ob der Passagierschiffsverkehr eingestellt werden sollte.Arctic Umiaq Line frygter fremtiden. Kalaallit Nunaata Radioa (15. März 2010). Die grönländische Transportkommission empfahl im November 2010 die Einstellung wegen sinkender Passagierzahlen.Maria Hornbek Hansen: Kommission: Luk den kystlange passagerbesejling. Kalaallit Nunaata Radioa (2. November 2010). Die Regierung widersetzte sich jedoch der Empfehlung und gab im Mai 2011 bekannt, weiterhin auf den Küstenverkehr zu setzen, indem man ihn weiterhin subventioniert.Naimah Hussain: Kystsejladsen fortsætter. Kalaallit Nunaata Radioa (6. Mai 2011). Am 30. Juni 2016 realisierte Air Greenland schließlich seine sechs Jahre zuvor abgegebene Ankündigung und verkaufte seine Unternehmensanteile an Royal Arctic Line.Jonas Løvschall-Wedel: RAL overtager Artic Umiaq Line. Kalaallit Nunaata Radioa (12. Juli 2016).

Arctic Umiaq Line verkehrt normalerweise zwischen Ilulissat im Norden und Qaqortoq im Süden. Abhängig von den Eisverhältnissen variiert der Routenplan in manchen Jahren und ist zudem jahreszeitenabhängig. So hat es beispielsweise Versuche gegeben, auch Uummannaq und Upernavik regelmäßig anzulaufen.Kåre Hendriksen: Royal Arctic Line. Danmarks Nationalleksikon.

Flotte Aktuelle Flotte Schiff IMO-Nummer Typ Baujahr im Dienst Passagierzahl Bild Sarfaq IttukSarfaq Ittuk. faergelejet.dk. 8913899 Küstenschiff 1992 seit 1997 250 200px

Ehemalige Schiffe Schiff IMO-Nummer Typ Baujahr im Dienst Verbleib Bild Saqqit IttukSaqqit Ittuk. faergelejet.dk. 8913904 Küstenschiff 1992 1997–2005 2004 in Disko II umbenannt, 2007 verkauft und in Quest umbenannt,2016 in Sea Endurance umbenannt, noch aktiv 200px Sarpik IttukOcean Nova (ex. Sarpik Ittuk). faergelejet.dk. 8913916 Küstenschiff 1992 1997–2005 2006 verkauft, 2007 in Ocean Nova umbenannt, noch aktiv 200px Aleqa IttukJørgen Marcussen: Aleqa Ittuk. jmarcussen.dk. ? Regionsschiff 1983 1997–2005 2006 verkauft, anschließend unter Disko Line aktiv 200px Aviaq IttukAviaq Ittuk. faergelejet.dk. ? Regionsschiff 1983 1997–2005 2006 verkauft, anschließend unter Disko Line aktiv 200px Nukaaraq ? Regionsschiff 2003 2003–2005 2006 verkauft, Verbleib unbekannt

Leitung Quelle:Rederiafviklingsselskabet af 1/4-2006 A/S. Dänisches Handelsregister (CVR).Nunamut 2007 A/S. Dänisches Handelsregister (CVR).Arctic Umiaq Line A/S. Dänisches Handelsregister (CVR).

Direktoren 1997–2004: Stig Bendtsen 2004–2005: Søren Andersen Umstrukturierung 2005 2005–2006: Søren Andersen 2006: Jens Hesseldahl Umstrukturierung 2006 2006–2016: Jette Larsen 2016–2017: Verner Hammeken 2017–2022: Aviâja Lyberth Lennert 2022–2024: Jens-Jakob Sandgreen seit 2024: Taatsiannguaq Olsen

Aufsichtsratsvorsitzende 1997–1998: Keld Askær Sørensen 1998–2004: Karsten Stock Andresen 2004–2005: Niels Kreutzmann Umstrukturierung 2005 2005–2006: Søren Rasmussen 2006: Vagn Andersen Umstrukturierung 2006 2006–2016: Peter Flemming Knudsen 2016–2017: Taatsiannguaq Olsen 2017–2023: Verner Hammeken seit 2023: Niels Clemensen

Weblinks

Webpräsenz der Arctic Umiaq Line (grönländisch, dänisch, englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Reederei (Grönland) Kategorie:Unternehmen (Nuuk) Kategorie:Unternehmensgründung 1997