mini|rechts|Johann von Vásáry Johann von Vásáry, in Spanien Juan Vaszary, gebürtig János Vaszary (* 1. Januar oder 10. Januar 1899 in Budapest; † 20. November 1963 in Madrid) war ein ungarischer Theaterschauspieler, Theaterregisseur, Theaterdirektor, Schriftsteller, Filmregisseur und Drehbuchautor beim ungarischen, österreichischen und deutschen Film.
Leben und Wirken János Vaszary, in Deutschland zumeist geführt als Johann von Vásáry, meldete sich 1916 freiwillig zur k.u.k.-Armee und entschloss sich bei seiner Rückkehr ins zivile Leben zu einem Berufswechsel. 1920 begann er am Magyar-Theater aufzutreten. 1923 gab er sein Regie-Debüt am József-Katona-Theater, ebenfalls in der ungarischen Hauptstadt, und wirkte im selben Jahr auch in einem Film (Egri csillagok) mit. 1925 hielt sich Vaszary vorübergehend in Paris auf, kehrte aber im darauf folgenden Jahr nach Ungarn heim. Von 1927 bis 1929 leitete er das Magyar-Theater und war später auch an der Führung anderer Bühnen beteiligt, wie beispielsweise in der Spielzeit 1932/33 als künstlerischer Leiter der Terézkörúti-Bühne, gefolgt von einer zweijährigen Tätigkeit als Direktor des Andrássy-Straße-Theaters und 1933/34 als Leiter der Budapester Operette und des Musiktheaters sowie dem Nationaltheater (1936) und erneut (1941–1944) dem Andrássy-Straße-Theater.
Während dieser Zeit war Vaszary intensiv mit der Erstellung von Theaterstücken und Drehbüchern für ungarische und österreichische Filme – überwiegend Romanzen, Musikfilme und Komödien – beschäftigt und führte zwischen 1937 und 1944 bei zehn Filmen auch Regie. Einige seiner Werke wurden im Zweiten Weltkrieg in Deutschland (die beiden Heinz-Rühmann-Lustspiele Ich vertraue Dir meine Frau an und den unvollendeten Sag’ die Wahrheit) und sogar in Hollywood (I Married an Angel) verfilmt. Mit seinen Manuskripten zu dem Kassenerfolg Hab mich lieb! mit seiner Landsmännin Marika Rökk und zu der Komödie Was geschah in dieser Nacht? mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Lili Muráti (1911–2003), in der Hauptrolle, war Vásáry auch an reichsdeutschen Produktionen beteiligt. Auch zu dem größten Rökk-Erfolg, der kassenträchtigen Filmrevue Die Frau meiner Träume, schrieb Johann von Vásáry das Drehbuch. Ebenfalls in jenen Jahren führte der Budapester bei zehn ungarischen Filmen auch Regie, beginnend mit dem von ihm selbst geschriebenen und von dem sehr jungen Gyula Trebitsch 1936 produzierten Lustspiel Ich vertraue Dir meine Frau an.
Infolge der Besetzung seiner Heimat durch die Rote Armee (1944/45) floh János Vaszary aus Ungarn und emigrierte auf mühsamen Fußmärschen und bettelnd nach Frankreich, wo er sich zwei Jahre in Paris aufhielt. Über San Sebastian und Barcelona fanden er und seine Frau schließlich in Madrid eine neue Heimat. Dort kehrte Vaszary wieder ans Theater zurück und brachte ab 1946 bis zu seinem Tod 1963 eine Reihe von Stücken wie Me casé con un ángel, Agua en los bolsillos, Los mejores años de nuestra tía, Solo vivimos un día, El drama de la familia invisible, El dinero no hace feliz, Eva no salió del Paraíso, El escándalo del alma desnuda, Sinceridad und Mi marido no me entiende zur Aufführung. Zum Film kehrte der Wahl-Spanier kaum mehr zurück; belegt sind 1956 ein Drehbuchbeitrag zu dem deutschen Film Du bist Musik und zu der in seinem Todesjahr gestarteten spanischen Fernsehserie La tragedia de un angel, seine letzte Arbeit.
János Vaszarys Bruder Gábor von Vaszary (1897–1985) arbeitete gleichfalls als Schriftsteller, während seine Schwester Piri Vaszary (1901–1965) Schauspielerin war.
Werke Filmografie als Drehbuchautor:
1934: Peter, das Mädchen von der Tankstelle (Peter) 1934: Atlantäventyret 1934: Egy éj Velencében 1935: Es flüstert die Liebe 1936; Hannerl und ihre Liebhaber 1936: Ich vertraue Dir meine Frau an (Rád bízom a feleségem) 1937: Édes a bosszú 1937: Mámi 1940: Igen vagy nem? 1940: Párbaj semmiért 1941; Egy éjszaka Erdélyben 1941: Was geschah in dieser Nacht? 1942: Hab’ mich lieb! 1943: Tolle Nacht 1943: Megálmodtalak 1943: Egy nap a világ 1944: Die Frau meiner Träume 1956: Du bist Musik 1963: La tragedía al lado
als Regisseur: 1936: Ich vertraue Dir meine Frau an (Rád bízom a feleségem) 1937: Édes a bosszú 1937: Mámi 1937: 3:1 a szerelem javára 1937: Tokaji rapszódia 1938: Roxy und das Wunderteam 1938: A papucshös 1942: Házasság 1943: Megálmodtalak 1943: Egy nap a világ
Romane Szajna-parti kaland, 1942 A macska felugrott az asztalra, 1950 Zörgetik az ajtót, 1950 (Tagebuch) Tubák csodálatos élete, 1958 Kaland a vöröshajú lánnyal, 1990
Bühnenwerke Ma éjjel szabad vagyok, 1934 A vörös bestia, 1934 Ehe, ca. 1935 Angyalt vettem feleségül, 1939 (dt. Ich habe einen Engel geheiratet, 1940) A pénz nem boldogít, 1942 Ártatlan vagyok (dt. Ich bin unschuldig, 1943) Egy nap a világ (dt. Andrea, 1944)
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