Hugo Otto Paul Schulze (* 14. August 1905 in Kalkberge; † 25. Juli 1993 in Berlin) war ein deutscher Kameramann und Dokumentarfilmregisseur.

Leben und Wirken Der Sohn des Dentisten Hugo Schulze und dessen Frau Anna, geb. Walter,Gemeindearchiv Rüdersdorf bei Berlin, Geburtsregister Standesamt Rüdersdorf, Nr. 116/1905. erhielt nach dem Besuch der Oberrealschule eine Ausbildung in der Fotochemie der Technischen Hochschule Berlin und sammelte praktische Erfahrung bei der UFA. So war der Zwanzigjährige beispielsweise einer der Kameraassistenten Karl Freunds und Günther Rittaus, die 1925/26 an den Aufnahmen zu Fritz Langs legendärem Science-Fiction-Filmklassiker Metropolis beteiligt waren und bei der Erstellung der Trickfilmaufnahmen halfen.

In den frühen Tonfilmjahren betreute Schulze mehrfach Dokumentarfilme und führte bei mindestens einem von ihnen auch Regie. 1936 war Schulze einer von knapp vier Dutzend Kameraleuten, die für Leni Riefenstahls Olympia-Film die Stadionaufnahmen herstellten. Zum Jahresbeginn 1937 begleitete Schulze den Unterhaltungsfilmpionier Richard Eichberg nach Indien, um vor Ort für ihn eine Reihe von Außenaufnahmen zu dem Abenteuer- und Liebesfilm-Double-Feature Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal anzufertigen. Auch bei der Dokumentation des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen im Herbst 1939, Titel Feuertaufe, war Schulze als Kameramann zugegen.

Durch seine letzten Arbeiten als versierter Spezialist für ebenso aufwendige wie komplizierte Außendrehs in fernen Ländern gepriesen, wurde Schulze 1940 auch geholt, als es galt, die Außenaufnahmen auf rumänischen Ölfeldern für den antisowjetischen Propagandafilm Anschlag auf Baku anzufertigen. Sein letzter Spielfilm-Außendreh vor Kriegsende 1945 führte ihn 1942 nach Ungarn (Karneval der Liebe). Danach fotografierte Hugo Otto Schulze zunächst nur noch kurze Dokumentarfilme, die er zum Teil auch inszenierte. Seine Spielfilmkontributionen in der noch jungen Bundesrepublik (Es geht nicht ohne Gisela, Die Prinzessin und der Schweinehirt) sind gänzlich ohne Belang. Zuletzt, von 1955 bis 1958, trat Schulze nur noch als Regisseur von kurzen Dokumentarfilmen in Erscheinung. Für einige seiner Werke wurde er sowohl bei den Filmfestspielen von Cannes als auch auf der Biennale in Venedig ausgezeichnet.

Von 1929 bis zur Scheidung 1934 war H. O. Schulze mit der Putzmacherin Margarete Barran verheiratet.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Lichtenberg II, Nr. 130/1929 (online bei Ancestry, kostenpflichtig). In zweiter Ehe heiratete er 1939 die Sekretärin Hildegard Koch, geb. Nemitz.Landesarchiv Berlin, Familienbuch Standesamt Berlin-Kreuzberg, Nr. 2556/1939 (vgl. Namensverzeichnis zum Familienbuch 1939; PDF; 111 MB). Schulze, der mit seiner Frau in Berlin-Charlottenburg wohnte, starb 1993 im Alter von 87 Jahren.Landesarchiv Berlin, Sterbebuch Standesamt Charlottenburg von Berlin, Nr. 1394/1993 (vgl. Namensverzeichnis zum Sterbebuch 1993; PDF; 63 MB).

Filmografie (Auswahl) als Kameramann, wenn nicht anders angegeben 1933: Erloschene Krater (auch Regie und Produktion) 1933: Deutsches Lied und deutsches Land 1936: Land unter Wolken 1936: Klar Schiff zum Gefecht 1936/38: Olympia (zweiteiliger Dokumentarfilm) 1937: Kleine Gans ganz groß! 1937: Jahre der Entscheidung 1938: Der Tiger von Eschnapur 1938: Das indische Grabmal 1939: Wenn ein kleines Mädel spielt (Kurzfilm) 1939: Feuertaufe 1942: Anschlag auf Baku 1942: Die Erbin vom Rosenhof 1943: Karneval der Liebe 1943: Rundfunk im Kriege 1943: Kriegslokomotiven 1944: Glas (auch Regie) 1950: Es werde Licht 1951: Es geht nicht ohne Gisela 1952: Feurige Hochzeit 1952: Das Glücksschwein (auch Regie) 1952: Der Altenburger Dom 1953: Farbenfrohes Handwerk 1953: Die Prinzessin und der Schweinehirt 1954: Horch auf die Musik 1955: Unsere Stadt (auch Regie) 1956: Das klingende Haus (auch Regie) 1958: Metall der Jahrtausende (auch Regie)

Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1571. Who’s Who in the Arts. Band 2: N–Z. Appendix. Who’s Who-Book & Publishing, Wörthsee 1978, , S. 211.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Kameramann Kategorie:Dokumentarfilmer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1993 Kategorie:Mann